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Das Antagon-Theater zeigt eine ihrer beliebten Shows bei der Eröffnung der Sommerwerft am Main.
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Das Antagon-Theater zeigt eine ihrer beliebten Shows bei der Eröffnung der Sommerwerft am Main.

Frankfurt

Sommerwerft in Frankfurt: Tanz, Theater, Musik und Film im Programm

  • Clemens Dörrenberg
    VonClemens Dörrenberg
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An der Weseler Werft feiert der Verein Protagon das Frankfurter Kultufestival und lädt zum Flanieren ein.

Frankfurt - Im warmen Licht der untergehenden Abendsonne flanieren am Freitagabend die ersten Gäste der diesjährigen „Sommerwerft“ aus Richtung Flößerbrücke über das Kopfsteinpflaster entlang des Mainufers. Einige haben sich schon auf den zahlreichen Bierbänken oder Liegestühlen rund um den Kran an der Weseler Werft niedergelassen oder stehen vor den Buden an, aus denen Essen und Getränke verkauft werden und die mit Girlanden aus farbigen Stoffresten miteinander verbunden sind.

Zum 20-jährigen Bestehen des „Internationalen Theaterfestivals am Fluss“ sind wieder mehr Besucher:innen als im Vorjahr zugelassen. Bis zu 2000 Menschen gleichzeitig sollen laut Corona-Hygienekonzept voraussichtlich für die nächsten zweieinhalb Wochen auf dem eingezäunten Areal an der Weseler Werft erlaubt sein. Anfangs ist die Zahl noch überschaubar. Im Laufe des Abends füllt sich das Gelände aber deutlich. Eine Helferin mit „Sommerwerft“-Aufdruck auf dem Shirt sagt im Vorbeigehen: „Die Maske kann man abnehmen, wenn nicht zu viele Leute um einen drum rum sind.“ So machen es die meisten Besucher:innen, die nur negativ getestet, vollständig geimpft oder genesen auf das Gelände kommen dürfen.

Frankfurt: Sommerwerft trotz Corona

Melody Gibson und ihr Partner Thomas Hornstadt sind kurz vor einem Stück Wiese stehen geblieben, auf dem eine Gruppe zu Musik im Rhythmus klatscht und den Tanzschritten von Anleiterin Giuseppina Galloro folgt. „Fünf, sechs, sieben, acht“, zählt sie vor und schwingt im Wechsel ihr linkes und rechtes Bein in die Höhe.

Das programm der sommerwerft

Ab sofort bis zum 8. August dürfen sich Interessierte bei der Sommerwerft wieder auf Theatervorstellungen, Performances, Musik, Kleinkunst und Workshops freuen. Auch für Speis’ und Trank mit Blick auf Wasser und Skyline ist gesorgt. Die 20. Ausgabe der Sommerwerft, die der Verein Protagon mit viel ehrenamtlichen Hilfen, Spenden und Zuschüssen organisiert, ist eines der beliebtesten Kulturfestivals am Main in Frankfurt.

Maximal 2000 Menschen dürfen dank Sondergenehmigung gleichzeitig auf das Freiluftgelände am Osthafen – aber nur vollständig Geimpfte, negativ Getestete und Genesene. Am Eingang gibt es eine kostenlose Schnellteststation. Eine generelle Maskenpflicht besteht nicht.

Das Programm zum 20. Geburtstag ist laut Protagon das bisher umfangreichste der Festivalgeschichte. Knapp 100 Einzelveranstaltungen werden unter dem Motto „Sichtbar machen“ angeboten – wie immer offen für alle und kostenlos. Geöffnet ist montags bis donnerstags, ab 17 Uhr; freitags bis sonntags, ab 15 Uhr.

Auf der Musikbühne wird finnischer Tango, Balkan Beats, afro-brasilianischer Groove, Folk-Pop-Liedermacherei, Polka und Swing geboten. Die Bands treten jeweils eine Stunde auf: The Retrolettas (am heutigen Montag, 26. Juli, 18 Uhr), das Ivan Santos Trio (2. August, 20 Uhr), Absinto Orkestra (5. August, 20 Uhr), The Happy Gangstas (8. August, 18.30 Uhr).

Auf der Theater-Freilichtbühne wird es kreativ: Mit einem Poetry Slam am Dienstag, 27. Juli, einem Song Slam am 8. August, sowie der Night of Dance, einer Tanz-Performance, am heutigen Montag, 26. Juli, und am 2. August.

Im Silent Kino sind folgende Filme zu sehen: „Als wir tanzten“ am heutigen Montag, 26. Juli und „Ema“ am Montag, 2. August. Filmbeginn ist jeweils um 21.30 Uhr.

Der Flowmarkt , bei dem Privatleute ihre Second-Hand-Sachen verkaufen, ist an den Sonntagen, 1. und 8. August, jeweils von 15 bis 20 Uhr.

Workshops gibt es in Graffiti (27., 28. und 29. Juli, 17 bis 20 Uhr) sowie für Kinder am Wochenende um 15 und 16.45 Uhr. Anmeldungen sind per E-Mail erforderlich. Für Graffiti: workshopgraffiti@gmx.de Für Kinder: lauraschmidt132@gmail.com

Ein Lageplan mit einer Übersicht der Bühnen ist im Internet unter www.sommerwerft.de abrufbar. Dort ist auch das detaillierte Programm aufgeführt. Wegen der begrenzten Besucherzahl werden ausgewählte Shows via Live-Stream übertragen: Mittwoch bis Samstag, von 21.30 bis 23 Uhr, Sonntag, von 16 bis 22 Uhr. dit

Neben Theatervorstellungen, Kino und Konzerten, Kinderprogramm und Flohmarkt ist das Teil eines von vielen Workshops mit dem Titel „Vintage Solo Jazz“. Die Mund-Nase-Bedeckung unter das Kinn gezogen sagt Hornstadt, der erstmals bei der Sommerwerft dabei ist: „Es ist schön, mal wieder bei so was teilhaben zu können.“

An Biertischgarnituren gemeinsam den Abend genießen.

Ohne feste Platzzuweisung, wie sonst bei manch öffentlicher Veranstaltung in Corona-Zeiten, „kann man hier wirklich langflanieren“, berichtet der 30-Jährige. „Ein bisschen sorgenfreier“, ergänzt seine zwei Jahre jüngere Freundin, die schon mehrmals da gewesen sei und sich auf „neue, kleine Bands“ freut, „die vielleicht auch von hier kommen“. Rita Henss schaut sich eine dieser Bands an. Sie sitzt vor einer von drei Bühnen sowie zwei „Theaterplätzen“, wo sonst Zirkus- und Beduinenzelt stehen, und wippt im Takt zur Musik des Frankfurter Ensembles „Bändi“ mit. „Ich bin speziell wegen ihres finnischen Tangos gekommen“, sagt die Frankfurterin über den Musikstil der Band, weil sie selbst Tango getanzt habe. Henss zeigt zum blauen Himmel und fügt hinzu: „Die Location ist super direkt am Main.“

Frankfurt: Erinnerungen an 20 Jahre Sommerwerft

Bernhard Bub und Bernd Abraham erinnern sich an die Anfänge des Festivals, während sie Bürgermeister Uwe Becker (CDU) über das Gelände führen, der seine Eindrücke mit „bunt, international, vielfältig und ein bisschen eingeschränkter Offenheit“ beschreibt. Abraham und Bub sind Vorstände des veranstaltenden Vereins Protagon. Bub bezeichnet das Festival als „Gesamtkunstwerk“ und „gewachsene Veranstaltung“, die ganz klein angefangen habe, als etwa die Wohnhäuser mit Aussicht auf den Fluss und der Turm der EZB noch nicht gestanden hätten und der Platz gerade frisch gepflastert gewesen sei.

Die Stände der Werft stehen am Fuße der EZB.

Einen Besucherrekord habe es dann vor zwei Jahren mit insgesamt 110 000 Menschen gegeben, ehe im letzten Jahr coronabedingt immerhin eine verkleinerte Ausgabe über die Bühne gegangen sei. „Wir haben für alle Platz, hier sitzt der Punk neben der Omma“, sagt Bub. Für Abraham ist wichtig: „Es hatte immer einen partizipativen Charakter.“

Kulturfestival in Frankfurt: Bühne am Main

Damit spricht er auch die Dutzenden Ehrenamtlichen an, die das Festival mit tragen. Eine von ihnen ist Heike, die am Sandkasten vor der neu eingerichteten Kindertheaterbühne sitzt, während ihre sechsjährige Tochter mit anderen Kindern im Sand buddelt. „Es geht nur, wenn Ehrenamtliche mithelfen“, sagt die 43-Jährige, die am Folgetag am Tresen stehen und Getränke verkaufen werde. Über die neue Bühne für die Kinder freut sie sich bei dem „großen Familienfest“. Susanne Freiling, vom Theaterhaus-Ensemble, hat neun Gruppen aus der Region für die Bühne organisiert, die jeweils freitags bis sonntags bespielt wird: „Clowns- und Musiktheater und klassisches Erzähltheater sind dabei, und an alle Altersgruppen ist gedacht“, berichtet Freiling.

Als am späteren Abend die „Antagon Theateraktion“, als sozusagen hauseigenes Ensemble, sein Stück „Package“ aufführt, werden kurz nach Beginn keine weiteren Zuschauer:innen zu dem Platz der Aufführung gelassen. Ein freundlicher junger Mann vom „Care-Team“, wie auf seinem Shirt zu lesen ist, weist darauf hin, dass das Stück nebenan auf einer Leinwand übertragen werde, vor der sich bereits rund zwei Dutzend Menschen zum Schauen versammelt haben. (Clemens Dörrenberg)

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