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Die Humboldtpinguine gehören zur Gattung der Brillenpinguine. dpa

Pinguine

20 Brillenträger zu Gast im Frankfurter Zoo

  • Thomas Stillbauer
    vonThomas Stillbauer
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Die Mannheimer Humboldtpinguine brauchen mal eben eine Unterkunft für zwei Jahre. Daheim sind nämlich gerade die Handwerker.

In der Nacht zum Donnerstag war die Polizei im Zoo. Außer einem dubiosen erleuchteten Fenster im Gesellschaftshaus sei aber nichts Auffälliges zu finden gewesen, gaben Behörde und Tierpark später bekannt, und der Hessische Rundfunk meldete erleichtert: „Es wurden weder Pinguine noch ein Bonobo oder ein Fettschwanzmaki entwendet.“

Zumindest was die Pinguine angeht, wäre die Auswahl derzeit größer denn je – aber geklaut wird hier nicht, damit das klar ist. In Frankfurt halten sich so viele der kleinen Frack- und Brillenträger auf wie vermutlich noch nie in der langen Zoogeschichte. 20 Humboldtpinguine sind seit Mittwoch im Ostend, berichtet Zoo-Kommunikationschefin Christine Kurrle. Pensionsgäste aus Mannheim. Huch – das sind ja mehr Kurpfälzer als Frankfurter, oder? „Ich muss doch sehr bitten, wir haben 25 eigene, die sind schon noch in der Überzahl“, stellt Kurrle klar und lacht.

Zunächst müssen die Mannheimer Pinguine noch in der Quarantänestation ausharren, denn man kann ja heutzutage gar nicht vorsichtig genug sein mit eingeschleppten Krankheiten. In einigen Tagen dürfen sie dann aber auf die Anlage und sich mit den Artgenossen anfreunden.

Da zahlt es sich aus, dass der Frankfurter Zoo im vergangenen Jahr seine neue große Anlage für die Watschelvögel eröffnet hat. „Wir haben schön viel Platz“, sagt Kurrle. Im Mannheimer Zoo namens Luisenpark entsteht in den kommenden Jahren etwas Ähnliches: die sogenannte Neue Mitte unter dem Motto: „Da wächst was“. Deshalb müssen die Pinguine so lange woanders wohnen. Auf zwei Jahre ist ihr Gastspiel in Frankfurt angesetzt.

Wie reist man so als Pinguin in diesen Zeiten? Spezielle Transportkisten sind das Verkehrsmittel der Wahl. Die Hitze ist dabei nicht so ein großes Problem, wie es die Freunde von Tierdokumentationen aus der Antarktis befürchten könnten. Die Zoos haben sich ja gerade deshalb für Humboldtpinguine entschieden, weil diese in Südamerika beheimatete Art keine Eiseskälte braucht. Angesichts des Klimawandels eine wahrhaft weise Entscheidung.

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