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Mobile Toilettenanlagen sollen eine Übergangslösung sein.
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Mobile Toilettenanlagen sollen eine Übergangslösung sein.

Stille Örtchen

18 neue Toiletten für Frankfurt

Städtisches Toilettenkonzept sollte eigentlich schon 2018 fertig sein. Nun fehlt noch die Zustimmung des Magistrats.

Wer in der neuen Frankfurter Altstadt ein dringendes menschliches Bedürfnis verspürt, der hat ein Problem: Eine öffentliche Toilette gibt es dort nicht. Doch das soll sich ändern. Das Quartier soll nun doch ein stilles Örtchen bekommen – und zwar im Erdgeschoss des Stadthauses. Dort gibt es, zugänglich von der Bendergasse aus, noch Platz.

Nach Informationen dieser Zeitung ist dieses Vorhaben Teil des städtischen Toilettenkonzepts, das der für Bau und Immobilien zuständige Stadtrat Jan Schneider (CDU) im März in den politischen Geschäftsgang gebracht hat. Bisher ist aber nichts weiter passiert.

Der Magistrat hat dem Konzept noch immer nicht zugestimmt. Das teilte Schneider jetzt auf Anfrage der FDP-Fraktionsvorsitzenden Annette Rinn mit, die wissen wollte, wo im Bahnhofsviertel und am Mainufer Toiletten geplant sind.

Doch von vorne: Bereits im April 2018 hatte Schneider von den Stadtverordneten den Auftrag bekommen, ein städtisches Toilettenkonzept zu erarbeiten. Ende 2018 sollte es eigentlich fertig sein. Doch die Angelegenheit dauerte länger.

Service

Aktuell gibt es in Frankfurt 91 öffentliche stille Örtchen – inklusive der Vertragstoiletten in Gaststätten.

Wo diese WCs zu finden sind, können Bürger auf einer Übersichtskarte im Internet auf der Homepage geoportal.frankfurt.de unter dem Stichwort „Toilettenstandorte“ nachschauen. jlo

480 Standorte wurden geprüft. Immer wieder vertröstete der Dezernent die Stadtverordneten mit den Worten, „sehr bald“ oder „demnächst“ werde er etwas vorlegen. Im März diesen Jahres teilte Jan Schneider dann mit, dass das Toilettenkonzept fertig sei, der Magistrat und die Stadtverordnetenversammlung aber noch zustimmen müssten. Vorher wolle man sich auch nicht konkreter zu dem Vorhaben äußern.

Nur so viel wurde bekannt: Das Konzept sieht 18 neue Toilettenanlagen vor – unter anderem am Fernbusbahnhof neben dem Hauptbahnhof und im Bethmannpark im Nordend.

Außerdem will die Stadt öffentliche Toiletten bei den Wasserhäuschen errichten. Die Verantwortung und Reinigung könnten dann die Kioskbetreiber übernehmen – gegen eine finanzielle Aufwandsentschädigung. Zudem soll das Prinzip der Vertragstoiletten ausgeweitet werden. Das bedeutet, dass Gastronomen oder Einzelhändler ihre Sanitäranlagen für die öffentliche Nutzung bereitstellen – auch sie bekommen dafür Geld von der Stadt. Darüber hinaus soll geprüft werden, welche Behörden, Museen und anderen städtischen Einrichtungen ihre stillen Örtchen für die Öffentlichkeit nutzbar machen können.

Doch genau daran stört sich nun das Kulturdezernat von Stadträtin Ina Hartwig (SPD). Jan Schneider teilte dazu mit: „Der Magistrat konnte das Konzept ,Öffentliche Toiletten für das Stadtgebiet der Stadt Frankfurt‘ noch nicht beschließen, da es aus Sicht des Kulturdezernats kritisch gesehen wird, dass auch in öffentlichen Museen geprüft werden soll, ob sich die Toilettenanlagen im Einzelfall für eine Öffnung für die Allgemeinheit eignen.“

Die Sprecherin der Kulturdezernentin wiederum antwortete auf Nachfrage dieser Zeitung: „Uns ist sehr daran gelegen, dass das vom Dezernat für Bauen und Immobilien erarbeitete Toiletten-Konzept auf den Weg gebracht wird und in einem zweiten Schritt den Bürgern zusätzliche öffentliche WC-Anlagen bereitgestellt werden können.“ Noch mehr hätte man es begrüßt, wenn Detailfragen bezüglich der Museen im Vorfeld hinsichtlich ihrer Umsetzung geprüft worden wären, um den Prozess zu beschleunigen.

Immerhin sind sich die Dezernenten einig, dass der Bedarf an öffentlichen Toiletten hoch ist – gerade in den Sommermonaten, wenn viele Frankfurter:innen und Tourist:innen in der Stadt unterwegs sind. „Wir sind uns dieses Umstands bewusst“, sagt Dezernent Jan Schneider. Deshalb stelle man an „Hotspots“ wie dem Mainufer „saisonale, mobile Anlagen“ zur Verfügung. Zum Teil würden auch stationäre Sanitärcontainer eingesetzt.

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