1. Startseite
  2. Frankfurt

1000 Autos, zwölf Busparkplätze

Erstellt:

Von: Sandra Busch

Kommentare

Der Festplatz könnte zum neuen Standort für die Europäische Schule werden. christoph boeckheler
Der Festplatz könnte zum neuen Standort für die Europäische Schule werden. christoph boeckheler © christoph boeckheler*

Machbarkeitsstudie zu Neubau der Europäischen Schule auf dem Festplatz vorgestellt

Nun haben sie die Studie gesehen. Seit Wochen gibt es bei den Stadtverordneten Unmut darüber, dass noch niemand – außer der Fraktion der Grünen – die Machbarkeitsstudie im Auftrag der Europäischen Zentralbank gesehen hat. Nach dieser hat die Europäische Schule genügend Platz auf dem Festplatz am Ratsweg. Am Montag wurde sie nun im Bildungs- und Schulbauausschuss erstmals öffentlich vorgestellt.

Der Magistrat hatte Anfang November eine Projektvereinbarung über den Bau der Schule unterzeichnet, die derzeit im Frankfurter Nordwesten beheimatet ist und dringend mehr Platz benötigt. Drei- bis 19-Jährige besuchen dort Kindergarten und Schule. Am Ratsweg könnten Schule und Kita unterkommen, „es geht“, sagte Planer Martin Wentz, dessen Büro die Studie durchgeführt hat. „Mit Einschränkungen und Risiken“.

Bisher hat die Schule 45 000 Quadratmeter am Praunheimer Weg, am Ratsweg könnten es 54 000 Quadratmeter sein – dafür müssten allerdings 44 Kleingärten weichen. Und das Areal am Ratsweg liegt dann immer noch unter dem Bedarf der Schule von 60 000 Quadratmetern. Für Carolin Friedrich (CDU) ist eine Erkenntnis der Studie, dass „ein anderer Ort gesucht werden muss, der Festplatz ist zu klein“. Doch die Schule würde sich auf einen Neubau dort einlassen, sagte Wentz.

Für Wentz ist der wichtigste Punkt bei der Planung die Verkehrserschließung. Und die bereitet ein paar Probleme. Der Festplatz ist heute „nur über den Knoten Ratsweg und Bornheimer Hang erschlossen“. Jedoch würden jeden Morgen 3000 Menschen in die Schule kommen. Nach Schätzung des Planers kämen 1000 Autos. „Das geht nicht über nur einen Knoten.“ Lösung: Wenn die Straße Bornheimer Hang durch die Kleingärten bis zum Riederbruch verlängert würde. „Es sind andere Dimensionen als an anderen Schulen“, sagte Wentz. Es würden zwölf Busparkplätze gebraucht und „die Eltern-Taxis kriegen wir nicht weg.“ In den Morgenstunden erwartet Wentz daher Probleme. Niklas Pauli, Vorsitzender des betroffenen Kleingärtnervereins Riederwald stellte infrage, ob die Eltern-Taxis unterstützt werden sollten mit dem Ausbau.

Bildungs- und Baudezernentin Sylvia Weber (SPD) sagte, dass es einer der Punkte sei, die noch genauer untersucht werden müssten. Ob nicht ein Umdenken gefördert werden könnte, damit weniger Eltern mit dem Auto bringen. Sie betonte, dass die Studie kein Plan sei, der so umgesetzt werde. „Wie es am Ende aussieht ist zu besprechen und zu verhandeln.“ Auch müssten – nicht nur für eventuell bebaute Kleingärten – eine Ausgleichsfläche gefunden werden, für den ganzen Festplatz. „Das ganze Gelände gehört zum Grüngürtel“, sagte Weber.

Weniger Sportflächen als bisher würde die Schule auf dem Festplatz haben , „ein kritischer Punkt für die Schulleitung“, sagte Wentz. Aber da es in der Umgebung Sportplätze gebe und die Schule sich dem Stadtteil öffnen wolle, habe sie das akzeptiert. 120 Stellplätze für Eissporthalle und Schwimmbad soll es in der für die Schule geplanten Tiefgarage geben. Stadtverordnete sind kritisch, ob das auch reichen wird. Auf die Anregung von Sylvia Kunze (SPD) doch eine zweistöckige Tiefgarage zu bauen, sagte der Planer: „Wenn man das Geld dafür hat, dann kann man das machen.“

Auch interessant

Kommentare