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Siebe Gründe...

...Uschi Glas gut zu finden

  • Regine Seipel
    vonRegine Seipel
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Sie hält sich seit 1968 in Film und Fernsehen und kann nicht nur schauspielern.

Mit ihrem Beinahe-Striptease in der Komödie „Zur Sache, Schätzchen“ wurde Uschi Glas 1968 bekannt und hält sich bis heute in Film und Fernsehen. Wer sie bei Rosamunde Pilcher nicht mag – die Frau kann mehr.

1. Seit Inge Meysel nicht mehr lebt, fehlt in Deutschland eine Mutter der Nation. Uschi Glas sticht ihre Konkurrentinnen da locker aus. Mutter Beimer aus der Lindenstraße? Zu unbekannt. Ursula von der Leyen? Zu viel Personal im Haushalt.

2. Ihre Karriere soll die Schauspielerin einer kritischen Bemerkung verdanken, mit der sie die Aufmerksamkeit eines Filmproduzenten weckte. Damals war sie eine 68erin, jung und aufmüpfig. Heute ist sie nicht mehr ganz so jung und wieder aufmüpfig. Seit Jahren öffentlich bekundete CSU-Symphatisantin, wetterte sie trotzdem gegen Obergrenzen für Flüchtlinge.

3. Uschi Glas entlastet alle Frauen, die sich die Schuld am Scheitern ihrer Ehe geben: 20 Jahre lebte sie den Medien das perfekte Familienidyll mit Ehemann Bernd Tewaag vor, buk vor Fotografen Plätzchen mit ihren drei Kindern und bemalte öffentlich Ostereier. Trotzdem führte der Gatte ein Doppelleben mit einer jungen Brezelverkäuferin vom Viktualienmarkt.

4. In ihren Rollen punktet sie eher als bodenständige Frau mit Tatkraft als mit Sexappeal. Auf ihrer Homepage zitiert sie das Lob eines Schauspielerkollegen, der über sie sagte: „Ein Kumpel, mit dem man Pferde stehlen konnte.“ Wer das als Kompliment veröffentlicht, muss die Rolle auch im echten Leben gut finden.

5. Uschi Glas mischt sich ein und lässt nicht locker. Sie setzte sich für eine zum Tode Verurteilte in den USA ein, kämpft gegen Blutkrebs, für Schwerkranke, Sterbende und für anständige Pausenbrote, mit denen sie Grundschüler versorgt. Auch ihren Kindern hat sie immer Brotzeiten geschmiert.

6. Sie steht zu ihrem ältesten Sohn Ben Tewaag, obwohl der wenig Grund zu Mutterstolz gibt. Er nimmt Drogen, war im Knast, hat sie beschimpft und seine schlimme Kindheit beklagt. Uschi Glas, in Ehefragen gegenüber der Klatschpresse oft sehr mitteilsam, schweigt. Kürzlich gewann der wütende Berufssohn bei „Promi Big Brother“. Einen Teil der Prämie spendete er an Mutters Hilfsorganisation. Das sieht nach Friedensangebot aus.

7. Die 73-Jährige hat angeblich keine Angst vor dem Alter. „Wer nicht älter werden will, muss vorher sterben“, hat sie in mehreren Interviews zu ihrem 70. Geburtstag gesagt. Das ist zwar nicht tiefsinnig, kann aber gerne zu jedem Jubeltag wieder gesagt werden.

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