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Kolumne

Sieben Gründe Tony Marshall gut zu finden

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Der Schlagersänger wird als Minipli der Nation belächelt. Das wird ihm nicht gerecht.

1.Tony Marshall gilt als Bierzelt-Barde, als „Fröhlichkeitsarbeiter“. Dabei hat er wesentlich mehr zu bieten.

2. Marshall pflegt – mutig, mutig! – einen fruchtbaren künstlerischen Austausch mit David Hasselhoff: Aus „Crazy for You“ wurde ganz bierzeltaffin „Resi, bring Bier“. Und „The Hoff“ machte wiederum „Auf der Straße nach Süden“ auf Englisch zu seinem Hit „Looking for Freedom“.

3. Erfolge hin oder her, Marshall denkt auch an die Schwächeren. Mit seiner Tochter Stelle, die seit Geburt an einer Bewegungsstörung und an Epilepsie leidet, hat er die Tony-Marshall-Stiftung
gegründet, die sich für Menschen mit Behinderung einsetzt und für diese Wohn- und Arbeitsplätze schaffen will.

4. Fast wäre er gar nicht das geworden, wofür er nun bekannt ist. Er wollte die Aufnahme zu „Schöne Maid“ 1971 bewusst verhauen, hatte sich daher mit Chianti einen ordentlichen Schwips angetrunken. Doch Produzent Jack White zog die Nummer mit ihm durch. Gut so für Marshall, der eh nur zugesagt hatte, um Geld für seine Familie zu verdienen.

5. Geld hätte er aber wohl auch auf anderen Wegen verdienen können. Schließlich ist er ausgebildeter Opernsänger, gab unter anderem 250-mal den Milchmann Tevje im Musical „Anatevka“, den Alfred P. Doolittle in „My Fair Lady“ oder den Papageno in der „Zauberflöte“.

6. Herbert Anton Hilger, so sein bürgerlicher Name, ist das, was man eine „treue Seele“ trennt. Seit 1962 ist der 80-Jährige mit seiner Kinderfreundin Gabi verheiratet, mit seinem Manager hat er bis zu dessen Pensionierung 43 Jahre zusammengearbeitet, er hat nicht ein einziges Konzert abgesagt.

7. Lange vor Nicole hätte Marshall den Eurovision Song Contest gewinnen können. Er setzte sich
1976 bei der deutschen Vorentscheidung durch, wurde aber disqualifiziert, weil die Sängerin Niza Thobi nachweisen konnte, dass sie das Lied „Der Star“ schon Jahre vorher öffentlich aufgeführt hatte. Das war streng verboten. An Marshalls Stelle reisten die „Les Humphries Singer“ nach Den Haag – und wurden Viertletzte.

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