+
Georg Listing, Tom Kaulitz, Bill Kaulitz und Gustav Schaefer von Tokio Hotel bei der Pressekonferenz.

Kolumne

Sieben Gründe, Tokio Hotel gut zu finden

  • schließen

Bill Kaulitz, der Sänger von Tokio Hotel, ist einer der größten Spalter in der deutschen Popmusik. Dabei hat er viele guten Seiten.

Bill Kaulitz, der Sänger von Tokio Hotel, ist einer der größten Spalter in der deutschen Popmusik. Schon die Debütsingle „Durch den Monsun“ wurde 2005 zum Megahit. Fünf Alben der in Magdeburg gegründeten Band sind bisher erschienen, international erfolgreich, aber von Kritikern geächtet. Die Musik zwischen Rock und Elektronik muss man nicht gut finden, Sänger Bill Kaulitz kann man aber durchaus mögen.

1. Bill Kaulitz engagiert sich. Für Aids-Projekte. Gegen Wildtiere im Zirkus. Und gegen die Tötung von Straßenhunden in der Ukraine. Das ist gut.

2. So wie seine Haarfarbe wechselt Bill Kaulitz gerne auch seinen modischen Stil. Mit Kajal-Augen und schwarzen Wuschelhaaren fing alles an. So trat er 2003 in der Castingshow „Star Search“ auf. Schrill sind seine Outfits und sein Schmuck bis heute geblieben. Einen Hang zum modisch Exaltierten hatte Bill übrigens schon früher als die meisten. Mit neun Jahren färbte er sich die Haare – und begann sich zu schminken.

3. Der Sänger macht sich um die deutsche Sprache verdient. In Frankreich und Israel hat der Hype um Tokio Hotel nämlich zu einem regelrechten Run auf die Deutschkurse der Goethe-Institute geführt.

4. Authentisch oder gemacht? Bill Kaulitz und Tokio Hotel halten Kulturkritiker bis heute intellektuell auf Trab. Diese scheitern immer wieder an der Frage, wo bei der Band das „Echte“ aufhört und die PR beginnt. Tokio Hotel lässt sie weiter rätseln.

5. Ein Fragezeichen bleibt auch die sexuelle Orientierung des Sängers. Im Video zu „Love Who Loves You Back“ kuschelt der schöne Neopunk mit Jungs und Mädchen gleichzeitig ausgiebig. Zu wem er sich mehr hingezogen fühlt, sagt Kaulitz nicht. Zum Glück.

6. Bill Kaulitz ist fleißig. Wie sein Zwillingsbruder Tom wurde er mit dem „Jugendpreis Fernlernen 2009“ für „vorbildliche schulische Leistung“ ausgezeichnet. Neben ihrer Karriere bei Tokio Hotel haben sich die beiden per Fernkurs auf den Realschulabschluss vorbereitet und „mit hervorragenden Noten bestanden“. Respekt!

7. Immer wieder sagt Kaulitz in Interviews bemerkenswerte Dinge. Auf die Frage, was Freiheit für ihn sei, hat er einmal geantwortet: „Ich habe ein Problem mit Regeln, Freiheit ist mir das wichtigste Gut.“ Und weiter: „Bei Freiheit denke ich an mehr. Ich glaube, wenn man etwas erreicht hat, von dem man sagen kann, ich muss jetzt niemandem mehr etwas beweisen, dann ist das das schönste Gefühl überhaupt.“ Klingt ziemlich weise.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare