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So ehrlich wie eine Scheibe Schwarzbrot.

Kolumne

Sieben Gründe, Martin Schulz gut zu finden

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Er ist einer von den Guten, nur glaubt das keiner.

1.Endlich mal ein Politiker, der es statt mit aalglattem Jura- oder Wirtschaftsstudium mit einer echten Abbruchbiografie bis fast ins Kanzleramt geschafft hat: kein Abi, Buchhändlerlehre, ein paar Jahre im Vollsuff – und das alles in der schillernden Metropole Würselen. Ohne Schummeleien oder gekaufte Doktortitel. So ehrlich wie eine Scheibe Schwarzbrot.

2.. Es ist immer wieder bezaubernd, wenn Martin Schulz mit flammender Empathie und charmanter Es-Ze-Ha-Schwäche von den „Männchenrechten“ spricht. Ist übrigens schon mal jemandem aufgefallen, dass er die gleiche Stimme hat wie Petrus aus „Quo vadis“? Wenn das mal kein Vertrauen schafft!

3. Martin Schulz ist absolut kompromisslos, wenn es um Rassismus und Ungerechtigkeiten geht: Vor der Knesset kritisierte er 2014 die israelische Siedlungspolitik und löste damit einen erbosten Tumult aus, genauso wie im Europäischen Parlament, wo er als Präsident Knalltüten wie Berlusconi, Nigel Farage und griechischen Faschisten mit robuster Regelmäßigkeit die Ohren lang zog. Ein Mann, der für seine Werte wirklich einsteht.

4, Hätte es ihm nicht auf dem Weg zum Fußballstar (er war Linksverteidiger – was auch sonst?) bei der Rhenania Würselen 05 das Knie zersemmelt, vielleicht hätte das ja besser geklappt als mit der Kanzlerschaft. Ein Mann, der für den Fußball genauso brennt wie für die gute, alte
Sozialdemokratie, kann gar kein schlechter Typ sein.

5. Manche Menschen benehmen sich wie wildsauhafte Rüpel und werden zu Recht dafür kritisiert. Martin Schulz dagegen war im Wahlkampf 2017 so wenig aggressiv wie ein britischer Butler und so konsenswillig wie ein Paartherapeut. Für seinen Benimm wurde ihm dann ungerechterweise Zahnlosigkeit attestiert. Dabei ist er halt einfach nur einer von den Guten.

6, Ein Haufen Politiker waren erst fast Kanzler, schmissen nach ihrer Niederlage dann schmollend alles hin, um sich sofort als Berater oder Aufsichtsräte von Konzernen anheuern zu lassen, deren Aktivitäten sie früher noch flammend geißelten. Nicht so Martin Schulz: Der sitzt immer noch als braver Hinterbänkler im Bundestag und stärkt der Gurkentruppe SPD tapfer weiter den Rücken. Eine treue Seele!

7. Er macht auch dann weiter, wenn keiner mehr hinguckt. Auf Facebook verbreitet er fleißig Petitionen zu Abrüstung und zeigt im Bundestag klare Kante gegen die AfD. Martin Schulz gibt einfach nicht auf.

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