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Joschka Fischer.

Kolumne

Sieben Gründe Joschka Fischer gut zu finden

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Ein Karrierist ohne Prinzipien? Da verkennt man den schillernden Ex-Politiker gründlich.

1. Schule abgebrochen, Fotografenlehre abgebrochen, Buchhändlerlaufbahn abgebrochen, später Pflastermaler, Taxifahrer und Gelegenheitsschauspieler – der „Mehrfachaussteiger“ Joschka Fischer schaffte es mit diesem durchlöcherten Lebenslauf bis in den Chefsessel des Auswärtigen Amtes. Als erster Berufspolitiker ohne jede Ausbildung. Einzige Qualifikation: sein riesiges Ego. Hat ja gereicht.

2. Dem selbstbewussten Metzgersohn Joseph Martin Fischer lag das Parlamentarische zuerst denkbar fern. Er wohnte im besetzten Haus und hat auf Demos auch mal „einfach so Steine in die Luft geworfen“. Erst sein Kumpel Daniel Cohn-Bendit überzeugte ihn, für die Grünen zu kandidieren. Und ein paar Monate später war Joschka Hessischer Umweltminister. Er verfügt über eine Durchsetzungskraft, von der selbst ein Bulldozer noch was lernen könnte. Oder wie er selbst so schön sagte: „Eine Partei ist eben kein Gesangsverein Harmonie.“

3. Lederjacke, Fläzpose und später der Maßanzug: Mitstreiterin Jutta Ditfurth attestierte Joschka Fischer ein untrügliches Gespür für Rollen und das passende Kostüm. Sogar die berühmten Turnschuhe für seine Vereidigung im Hessischen Landtag hatte er erst tags zuvor gekauft. Cleverle!

4. Wie sich Fischer 1984 beim Skandal um den Rausschmiss des angeblich schwulen Nato-Generals Kießling als „Sicherheitsrisiko“ das Wörtchen „Zapfenstreich“ genüsslich auf der Zunge zergehen ließ, gehört zu Joschkas berühmt-berüchtigten parlamentarischen Spitzen. Und sein dem damaligen Bundestagspräsidenten Richard Stücklen im theatralischen Abgang hinterher- geknurrtes „Herr Präsident, mit Verlaub – Sie sind ein Arschloch!“ ist längst Geschichte.

5. „I am not convinced“, krähte er 2003 auf der Münchener Sicherheitskonferenz dem US-Verteidigungsminister Donald Rumsfeld entgegen und ersparte Deutschland damit immerhin die Teilnahme am schmutzigen Irakkrieg der US-Amerikaner. Well done!

6. Fünf Ehen und der wohl bekannteste Prominente Deutschlands, über dessen Abnehmen und Fettwerden mindestens genauso ausgiebig berichtet wurde wie über seine Politik – Joschka Fischer, die Liz Taylor der BRD!

7. Diese Wendigkeit in der Haltung, diese rückgratlose Eleganz eines politischen Gigolos – Joschka Fischer schafft mühelos den Wiegeschritt zwischen Putztruppe, Parlament und Lobbyistentum für RWE und BMW. Nur Bares ist Wahres, und unser Joschka war ja bekanntlich schon immer ein Realo. In diesem Sinne: Cha-Cha-Cha!

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