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Danke, Schnuffi!

Kolumne

Sieben Gründe, Heiner Lauterbach gut zu finden

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Eher ein begnadigter als ein begnadeter Schauspieler? Ganz im Gegenteil, meint unser Autor

1. Gelernt ist gelernt: Vor dem Film stand bei Heiner Lauterbach das Theater. Nach dem Unterricht in der Schauspielschule „Der Keller“ in Köln spielte er in der Domstadt, in Würzburg und München unter anderem in Klassikern von Jean-Paul Sartre und Albert Camus.

2. Lauterbach ist variabel: Nach seinen Schmuddelfilm-Anfängen in der „Schulmädchen-Report“-Reihe gelang ihm 1985 der Durchbruch mit Doris Dörries Filmkomödie „Männer“. Seitdem spielt Lauterbach alles: Actiontypen, Auftragskiller, durchgedrehte Nazis, Investigativjournalisten, feurige Liebhaber, sanfte Machos und biedere Ehemänner. Und das nie schmuddelig.

3. Vielseitig ist er auch als Regisseur und Synchronsprecher. Außerdem hat er gleich zwei Autobiografien und sogar ein Fitnessbuch geschrieben. Zudem wurde er vom „Bundesverband Klavier e. V.“ 2014 zum „Klavierspieler des Jahres“ gekürt. Alle Achtung!

4. Zugegeben: Nicht jede TV-Schnulze, die Lauterbach gedreht hat, war erste Sahne. In einigen Filmen war er aber wirklich glänzend: Etwa in Helmut Dietls „Rossini – oder die mörderische Frage, wer mit wem schlief“, wo er als Filmproduzent Oskar Reiter eine geniale Parodie Helmut Dietls lieferte.

5. Was viele nicht wissen: Lauterbach engagiert sich vehement für den unabhängigen Film und steht dem „Snowdance-Festival für den unabhängigen Film“ in Landsberg am Lech seit einigen Jahren als Schirmherr vor.

6. Andere in die Jahre gekommene Schauspieler reden gerne von ihrer wilden Vergangenheit – Lauterbach hat tatsächlich so einiges in Sachen Sex & Drugs erlebt: In Neu-Delhi wurde er 1971 mit Haschisch erwischt und verbrachte einige Tage im Gefängnis. Er hat es überstanden und ist seitdem immerhin um eine Erfahrung reicher.

7. Und er wusste, wann es zu viel war. Seit seiner dritten Hochzeit beschäftigt er sich in seiner Freizeit weniger mit Alkohol und anderen Drogen, sondern lieber mit seiner Frau Viktoria Skaf. „Du hast mich gezähmt, Schnuffi“, dankte Lauterbach einmal seiner Frau in einem Interview. Danke, Schnuffi!

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