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Harald Glööckler.

Kolumne

Sieben Gründe Harald Glööckler gut zu finden

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Der Designer macht Mode für die Frau von nebenan, Tapeten und sich selbst zur Marke. Kein Grund, sich darüber aufzuregen.

1. Mit Michael Jackson verbindet ihn der Hang zu krasser Gesichtsmodellierung. Ansonsten ist der geschäftstüchtige Designer aber grundsolide. Ausschweifungen beschränkt er auf Outfit und Genussmittel. In der Liebe gibt es seit mehr als 30 Jahren nur seinen Herrn Schroth. Eine treue Seele in der Glamourwelt.

2. Glööckler kann auch downsizen. Zwar ist seine Villa in Kirchheim an der pfälzischen Weinstraße eingerichtet wie ein Märchenschloss, aber der Umzug aus Berlin in die Provinz verlangte Opfer: „Wenn weiße Lilien aus sind, gibt es eben mal nur orangene und statt 100 Sorten Champagner nur noch zwei.“

3. Glööckler ist auch nur ein Mensch – und auch mal inkonsequent. Eigentlich wollte er Schluss mit Botox machen und zu seinen Falten stehen. Dann ließ er sich doch wieder die Lippen aufspritzen, seiner Marke zuliebe: „Ich versuche, alterslos zu sein, Märchenfiguren altern ja auch nicht.“

4. Der Designer gefällt sich groß. Zu Hause umgibt er sich mit goldgerahmten Selbstporträts als Sonnenkönig, Kaiser oder Kardinal. An seinem majestätischen Antlitz pinselt er auch mit. Maler ist Glööckler nämlich auch – seine Bilder erzielen fünfstellige Beträge. Noch ein Talent!

5. Er ist glaubwürdig. Dass ihn seine schwere Kindheit mit einem alkoholabhängigen, gewalttätigen Vater zum Wegträumen in die Modewelt verleitete, klingt plausibel. Genauso wie sein Credo, aus jeder Durchschnittsfrau eine Prinzessin machen zu wollen. Gern hätte er das wohl seiner Mutter ermöglicht, die früh unter rätselhaften Umständen bei einem Treppensturz starb. Heute bringt der Sohn mit strassbesetzten Rüschenroben ein bisschen Glanz in ähnlich triste Stuben. Dass ihm das Freude macht, ist bestimmt nicht nur Legende.

6. Von seiner Kunst, die Masse zu verführen, wollen viele lernen, nicht nur Manager, die ihn als Speaker engagieren. Sogar die Kirche ließ ihn predigen, und zum Lutherjahr hat er einen Bibeleinband designt. Darauf Er selbst im Paradies. Der Mann ist optimistisch.

7. Der ewig Junge denkt auch an später. Ins Altersheim will er auf keinen Fall. Er vertraut auf gute Gene und will hochbetagt möglichst lange munter bleiben. Und wenn er, wie alle Menschen, trotzdem irgendwann sterben muss, dann so: „Eines Tages tot umfallen – am besten mit dem Kopf in die Kaviarschüssel“.

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