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Seit Jahren dieselbe Frisur. Der Mann weiß, was er will!

Kolumne

Sieben Gründe, André Rieu gut zu finden

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Rock- und Pop-Fans finden den Niederländer kitschig, Klassik-Liebhaber unseriös: Unterhaltungsmusik. Schlimm! Aber auch die Schlagerfraktion kann mit dem Stehgeiger nichts anfangen. Trotzdem hat André Rieu 40 Millionen Alben verkauft und füllt riesige Konzertsäle. Zu Recht.

Rock- und Pop-Fans finden den Niederländer kitschig, Klassik-Liebhaber unseriös: Unterhaltungsmusik. Schlimm! Aber auch die Schlagerfraktion kann mit dem Stehgeiger nichts anfangen. Trotzdem hat André Rieu 40 Millionen Alben verkauft und füllt riesige Konzertsäle. Zu Recht.

1. Seit Jahren wird dem Mann aus Maastricht die maßlose Kommerzialisierung der Klassik vorgeworfen – nur weil er eine Ader für das Populäre hat. Orchester-Klassik wird hier kurzweilig präsentiert. Klassik-Rezensenten bekommen bei so was schlechte Laune und schreiben snobistische Rezensionen. Alles Ignoranten!

2. Klassik-Chartbreaker Rieu geht in seinem Schaffen an die Wurzeln der populären Klassik: Seine Interpretationen von Werken von Johann Strauß und Franz Léhar sollen vor allem Lebensfreude ausdrücken – so wie diese volkstümlichen Stücke damals auch gedacht waren. Der Maestro garantiert gute Laune. Ja warum denn nicht?

3. Bekannt ist der Walzerkönig nicht nur für seine Musik, sondern auch für seine Frisur. Er trägt sie seit Jahren immer gleich und erinnert in seiner Resolutheit in Haar-Fragen an Richard Clayderman: Der Mann weiß, was er will.

4. Die Liebe ist wichtig im Leben von Rieu. Nicht nur, dass er seit Ewigkeiten mit seiner Jugendliebe verheiratet ist. Er stiftet auch Liebe zwischen seinen Orchestermusikern und Mitarbeitern: Es sollen sich schon 13 Paare gefunden haben! Sein neues Album heißt passenderweise auch „Falling In Love“.

5. Rieu ist ein Perfektionist: Für eine Welttournee hat er sogar die Kulisse von Schloss Schönbrunn dreimal nachbauen lassen. In Originalgröße, mit Brunnen, Pferdekutschen und allem Pipapo. Nach der Tour hatte er 34 Millionen Euro Schulden. Egal! Sein lakonischer Kommentar: „Es war absolut fantastisch, aber leider zu teuer.“

6. Der Musiker denkt unkonventionell – und bricht Tabus. Etwa, wenn er auf die Frage, ob er eine ganze Beethoven-Sinfonie spielen würde, antwortet: „Eine ganze Sinfonie nicht, das würde mich langweilen ... Ich würde einen Satz aus der Sinfonie nehmen, den kürzen und dann einen Hit draus machen.“

7. Rieu hat Ideen: Er würde gerne einmal auf dem Mond spielen, hat er jüngst zu Protokoll gegeben. Na, dann: hoch mit ihm!

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