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Sieben Gründe

DJ Ötzi gut zu finden

Der "Anton aus Tirol" war sein erster Hit, doch noch lange nicht das Ende von dem Mann mit der Häkelmütze. Warum? Darum!

Von von Marc Peschke

DJ Ötzi alias Gerhard Friedle ist der Mann für’s Bierzelt, denken viele. Doch eigentlich ist er ganz schüchtern und gibt unumwunden ehrlich zu: „Wenn ich meine Haube nicht aufhabe, bin ich ein schüchterner Junge.“

1. DJ Ötzi alias Gerhard Friedle ist der Mann für’s Bierzelt, denken viele. Doch eigentlich ist
er ganz schüchtern und gibt unumwunden ehrlich zu: „Wenn ich meine Haube nicht aufhabe, bin ich ein schüchterner Junge.“

2. Seine Kindheit und Jugend war alles andere als leicht: Er wuchs bei Pflegeeltern auf, lebte später bei seiner Großmutter. Mit 16 riss er aus und war eine Weile obdachlos. Lange Jahre noch litt Friedle an der fehlenden Liebe in der Kindheit. Ihn plagten starke Depressionen, Komplexe und Ängste – nicht einfach für einen, der als personifizierte Stimmungskanone arbeitet.

3. Für seine Fans tut DJ Ötzi alles. Selbst den Guinness-Rekord für signierte Alben hat er für seine Anhänger gebrochen – und in einem Streich mehr als 4000 Autogramme geschrieben.

4. Sogar in England, dem Mutterland des Pop, war DJ Ötzi schon ganz oben in den Charts. Der „New Musical Express“ nannte seine Disco-Blasmusik „Rave-Rock-Bierhallen-Karaoke“. In Great Britain ist er fast schon Kult.

5. Der Minimalismus seiner Texte ist nachgerade genial. Und auf eine Zeile wie „I bin so schön. I bin so toll. I bin der Anton aus Tirol“ muss man erst mal kommen. 16 Millionen Alben hat DJ Ötzi bisher verkauft.

6. DJ Ötzi ist eine ehrliche Haut. Über seine Musik sagt der Fan von Otis Redding und Aretha Franklin unumwunden: „Wollen wir unbedingt cool sein und fünf Leuten gefallen oder wollen wir gewinnen? Ich will gewinnen und nicht nur dabei sein.“

7. Er kann aber auch Kulturkritik: Keiner hat Thomas Bernhard und Arnold Schönberg bisher so
gut über einen Kamm geschoren wie DJ Ötzi: „Der Thomas Bernhard wollte nur provozieren. Das war sein Trick, nicht mehr und nicht weniger. Was er geschrieben hat, war gut, aber es war auch
so wie bei Schönberg: Ich mache die normale Musik auf schräg, und das ist dann etwas Besonderes. Manche Leute springen da vielleicht drauf an, aber es ist doch nur Show.“

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