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„Ich wollte gar nicht als Gutmensch in Erscheinung treten.“

Reportage

Ein Mann hört hin

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Drehbuchautor Christoph Busch mietet einen U-Bahn-Kiosk und bietet den Menschen an, ihren Geschichten zu lauschen. Was erzählen sie ihm? Ein Besuch in Hamburg.

Um 15.30 Uhr, zum verabredeten Zeitpunkt, ist Christoph Busch beschäftigt. Durch die Glasscheiben des Häuschens, das einmal ein Kiosk an der U-Bahn-Haltestelle Emilienstraße war, Linie U2 der Hamburger Hochbahn, ist er gut zu erkennen. Der Körper aufrecht, die Augen wach und konzentriert auf sein Gegenüber geheftet: Eine junge Frau, blonder Pagenkopf, sitzt dort in der Kiosknische auf einem Klappstuhl, Designertasche vor ihren Füßen, und redet und redet. Manchmal blicken ihre Augen zur Seite auf den Bahnsteig. Passanten eilen vorbei, manche schielen neugierig durch die Glasscheiben zu ihr hinein. Doch die Frau wirkt ganz bei sich. Das Gesicht ist gelöst. Die Passanten hat sie vergessen.

Eine Viertelstunde später öffnet sich die Tür: Swantje, so heißt die Frau, und Christoph Busch umarmen sich, sie haben einen neuen Termin vereinbart. „Das ist ein gutes erstes Gespräch gewesen“, sagt Busch, etwas „über eine Umbruchs- und Neuorientierungssache“, auch um eine Beziehungskrise gehe es. Er trinkt ein Glas Wasser, so, als müsste er seine Energie zwischen den Gesprächen neu auffüllen. Dann bittet er, auf dem Klappstuhl Platz zu nehmen.

Die Nische, in der eben Swantje saß, ist heimelig. Dunkelgrüne Samtvorhänge spenden von der Seite her Schutz. Davor ein runder Tisch, eine kleine silberne Lampe wirft eine Lichtinsel auf den Boden, bis auf gerahmte Schwarzweißfotografien und Souvenirs ist es schlicht. Nichts, was vom Besucher und seiner Geschichte ablenken könnte. Zu den Grundsätzen von Christoph Busch gehört es, dass er vertraulich mit dem umgeht, was ihm seine Gäste erzählen.

Busch, 73 Jahre, schmales Gesicht, feine runde Silberbrille, wirkt jugendlich, und, an diesem Ort, unweigerlich wie ein Pastor, der die Beichte abnimmt. „Doch eigentlich“, widerspricht er diesem Bild, „wollte ich mit dem Kiosk gar nicht als Gutmensch in Erscheinung treten“: Da war nur diese Sehnsucht, wieder näher am Puls des Lebens zu sein. In seinem eigenen, erzählt Busch, der Drehbuchautor ist, habe es immer wieder Umbrüche gegeben: Der Wechsel vom Jurastudium zum Film, die späte Familiengründung: Busch war 59, als die beiden Töchter kamen. Jetzt läuft der Familienalltag geregelt, und er hätte einfach in seinem Büro, idyllisch am Weiher gelegen, arbeiten können: Drehbücher und Hörspiele für Fernsehen und Radio schreiben.

Doch Busch zieht es in den Hamburger Untergrund, in die dunkle U-Bahn-Welt. Warum ausgerechnet hierher, in den unwirtlichen, lichtlosen Schacht? Als an dem Kiosk, auf dem als Werbung lange Zeit die Skyline von Singapur klebte, das Schild „Zu vermieten“ hing, rief Busch spontan die Hamburger Hochbahn an: „Die hatten es nicht eilig“, es dauerte eine Weile, bis er die Schlüssel zu dem acht Quadratmeter großen Raum überreicht bekam. Zuerst riss er die Skyline von den Wänden, putzte die Fenster und zog schließlich ein mit seinem Laptop, einer Apothekerdose mit duftendem Weihrauch und einem winzigen Buddha, seiner Lieblingsfigur, die er ins Fenster stellte. Schnelles WLAN gab es zum Glück schon. Die Idee: „Ich wollte einen Roman über einen Menschen schreiben, der das erste Mal Gefühle empfindet.“ Die vorbeihastenden Fahrgäste sollten ihn als Umgebung inspirieren – und vielleicht ergäbe sich ja das eine oder andere gute Gespräch.

Doch dann klopften plötzlich Leute an seine Tür oder standen neugierig an der Verkaufsluke: Was er da mit dem Laptop mache? „Ich schreibe, und wenn Sie wollen, höre ich auch mal zu“, antwortete Busch. „Ah, Sie hören zu“, erwiderten die Menschen fasziniert. „Das tut ja heute keiner mehr.“

„Was er sagt, das hilft.“

Es geschah das Unglaubliche: „Ich wurde überrannt, es war ein Rausch!“ Busch hatte ein Schild aufgehängt: „Ich höre zu! Eine Geschichte oder nur einen Satz. Erlebnisse oder Wünsche. Glück oder Unglück.“ Und er hatte ein Ohr dazugemalt.

Kaum hatte er ein Gespräch beendet, saß wieder ein Wildfremder vor ihm und erzählte von Einsamkeit, von Kündigung oder zerbrochener Liebe. Es waren vor allem die unglücklichen Leben, die es drängte, von sich zu erzählen. Kaum gelang es ihm, zwischendurch ein Glas Wasser zu trinken, die Geschichten gingen ineinander über, sie verschwammen. Als erste Konsequenz besorgte er sich eine Uhr; so konnte er Gespräche, die ihn überforderten, nach maximal einer Stunde höflich beenden. Er ist weder Psychologe noch besitzt er eine besondere Gesprächsausbildung. Hier, in seinem Kiosk, ist er einfach Christoph Busch und hört zu.

Was ihn selbst wundert: „Ich traue mich hier unten Sachen, über die ich selbst staune.“

Es klopft an die Tür. Ein Mann, gelber Anorak, rundes Gesicht, die hellen blauen Augen suchend, steht im Türrahmen: Herr Kremm aus dem Viertel. Der Rentner ist gekommen, um Christoph Busch ein Gutachten aus dem UKE, dem Universitätsklinikum Eppendorf, zu bringen. Kremm, 67 Jahre, ist so etwas wie ein Stammbesucher. Gemeinsam sind sie einmal seine komplette Lebensgeschichte durchgegangen, zu der einst auch ein Aufenthalt in der Psychiatrie des UKE gehörte, Pavillon 5, Untergeschoss, wegen Provokationen im Schulunterricht. Kremm will heute aber nicht über sich, sondern über Busch sprechen.

Er schätze dessen „vorzügliche Empathie“: „Christoph sagt nicht viel, aber was er sagt, das hilft.“ An einem Wintertag hatten sie zum ersten Mal Kontakt – Kremm stand auf dem Bahnsteig, trug seine maisgelbe Pudelmütze mit den drei schwarzen Punkten und benahm sich zunächst abweisend wie eine Diva. Gemeinsam blickten sie auf „seine derzeitige Misere“. Busch habe ihm geholfen, vom ständigen Grübeln zu einem „runderen Gefühl“ mit sich zu kommen. „Ich genieße heute die Sonne seiner Zuwendung.“

Nicht immer habe er den Kiosk glücklich verlassen, „aber das ist wie Wachstumsschmerz“. Wegen einer Augenerkrankung ist Kremm seit seiner Geburt fast blind. Er wählt die Worte mit Bedacht und poetisch. Seine Zuhörer, auch Busch, fordert er mit Zitaten aus Weltliteratur und Musik heraus.

„Ich bin Melancholiker, ich hatte nie den Optimismus im Leben“, sagt Kremm. Er ist mit einem Mann liiert, sie leben aber in getrennten Wohnungen. „Ich wäre gern geselliger, und ich würde gern einen Tanzkurs besuchen, aber das Soziale ist bei mir krisenhaft, leider.“

„Das wird“, sagt Busch, „du hast zu negative Glaubenssätze.“ Kremm seufzt. „Ach.“ Es klingt skeptisch, aber auch ein wenig kokett. Die beiden sind, so wirkt es, ein eingespieltes Team.

Als Kremm gegangen ist, füllt Busch erneut sein Wasserglas und nimmt einen Schluck: „Mittlerweile glaube ich, dass alles Leid in der Kindheit liegt.“ Die Menschen, die hier unten bei ihm seit Monaten immer wieder und wieder sitzen, sind schnell bei diesem Thema angelangt, obwohl Busch das gar nicht forciert. „Ich meine nicht Missbrauch, die Menschen erzählen von jeder erdenklichen Form von Lieblosigkeit.“ Ein Beispiel? „Herabsetzende Äußerungen: ‚Das schaffst du doch eh nicht.‘“

„Es ergeben sich sehr direkte Blicke.“

Viele Gespräche in der Kioskwelt, sagt Busch, beginnen ähnlich: „Ich habe da so eine Prägung.“ So als trügen die Menschen einen Stempel, der sie fürs Leben zeichnet. Bei manchen, findet Busch, könne man froh sein, dass sie überhaupt noch lebten.

Die Besucher, die ihm ihre intimsten Gedanken anvertrauen, haben Mut. Wer über die Schwelle in die Zweisamkeit des Kiosks tritt und bereit ist, bis in die Kindheit zurückzugehen, hat sich das gut überlegt. Aber auch Busch beweist Courage: „Du stehst hier ganz zur Disposition, du weißt nie, was als Nächstes passiert.“

Eines hat er jedoch von Anfang an begriffen: „Die Menschen wollen ja nicht unglücklicher werden. Sie wollen etwas für sich tun, sie erhoffen sich vom Kiosk etwas.“ Also gibt er Ratschläge, ist klar in seiner Haltung und versucht, seine Gäste ein bisschen glücklicher zu machen. „Ich reagiere wie ein Freund.“ Er bezieht Stellung, wo ein Therapeut schweigen würde. Wenn jemand in Beziehungsproblemen stecke – wie jener Besucher neulich, der Beziehungen mit zwei Frauen führte –, rät Busch zur Entscheidung. Oder er stellt direkte Fragen – wie bei der etwa vierzigjährigen Frau, die über ihren Burnout sprach: „Wollen Sie noch Kinder?“ Dabei ist Busch jederzeit bewusst: Es ist jedesmal eine Gratwanderung, jemanden nicht zu verletzen.

Manchmal bleibt ihm nichts anderes als zu empfehlen, die Dinge aufzuschreiben, wenn alte Erinnerungen hochkommen oder um das Kreisen der Gedanken zu stoppen. Und manch einer fasst hier bei Christoph Busch im Kiosk den Entschluss, sich therapeutische Hilfe zu suchen.

Die Gespräche kreisen um Trauriges, Dramatisches, selten Lustiges: Trennung, Demütigung, enttäuschte Freundschaft, Schläge – echte oder seelische – und tiefe Selbstzweifel: „Ich bin so schüchtern, ich soll mich verändern, aber ich bin nun mal so“, sagen ihm Besucher. Oft ist er den Tränen nahe – wenn etwa Frauen vor ihm sitzen und von den Schlägen ihrer Ehemänner erzählen. Es sind die Verzweifelten, die Einsamen und oft auch die Alten, die zu ihm kommen.

Die Geräusche von draußen, das mechanische Heranrollen der Züge, das Piepsen der Türen, nehmen die Menschen kaum wahr, so vertieft sind sie. „Hier unten“, sagt Busch, „ergeben sich sehr direkte Blicke.“

Selten liefern seine Gäste ihm, dem Drehbuchschreiber, der schon für den Deutschen Fernsehpreis nominiert war, eine runde Erzählung mit Höhepunkt und glücklichem oder traurigem Ende. Eher sind es kleine Splitter und viel Gedankenchaos. Gefühle, die sie beschäftigen und die sie Busch im U-Bahn-Untergrund anvertrauen. Niemanden drängt es, das Fertige, das Geordnete zu erzählen. Busch sagt: „Die fertigen Geschichten langweilen, sie sind hundertmal erzählt. Irgendwas steckt meist in jeder Geschichte, wo du anfangen kannst.“

Manchmal wird sein Mut herausgefordert, wenn Menschen sich mit einer Diagnose vorstellen: „Ich leide an paranoider Schizophrenie.“ Beunruhigende Bilder tauchten vor Busch auf, vor allem aus Krimis. Doch dann entwickelte sich ein friedliches, vorzügliches Gespräch.

Manchmal ist eine Begegnung eher tragikomisch wie bei dem Besucher in Ledermantel und -käppi, der offenbar an einer Form von Verfolgungswahn litt. Er klopfte an die Tür und sagte, dass Busch doch bloß „die Volksmeinung“ abschöpfen wolle. „Aber meinen Sie nicht auch, dass ich dann kein Ohr aufkleben, sondern das viel unauffälliger machen würde?“, erwiderte Busch. „Am dunkelsten ist es immer unter der Lampe“, gab der Mann grimmig zurück.

„Hier unten bekommst du säckeweise gutes Karma.“

Manchmal kommen auch Jugendliche – jeder ab 16 Jahren darf zu ihm herein – und bitten ihn um Rat, weil sie nicht das werden wollen, was die Eltern von ihnen erwarten. Und eines Tages klopfte eine ältere Dame an Buschs Fenster. Sie hatte bloß eine Station fahren wollen, doch dann war die U-Bahn im Tunnel stecken geblieben – eine unerträgliche Situation, da sie an Klaustrophobie litt. Nachdem der Zug rückwärts aus dem Tunnel gerollt war, sei sie mit letzter Kraft zu Buschs Kiosk gegangen – dorthin, wo sie jemandem von ihrer Angst erzählen konnte. Die Enge und die Dunkelheit im Tunnel habe sie nur ertragen, indem sie sich an ein Gedicht erinnerte, das sie als junges Mädchen in der Schule hatte lernen müssen. „Nis Randers“, eine Ballade von Otto Ernst über ein Schiff in Seenot. Über ihre erfolgreiche, wenn auch unfreiwillige Konfrontationstherapie, ihre „Meisterprüfung“, musste sie dann später fast lachen. Nur mit Mühe konnte Busch sie davon abhalten, als weitere Mutprobe durch den Tunnel nach Hause zu spazieren.

Warum hat er mit seinem Zuhör-Kiosk einen solchen Nerv getroffen? Ist es die Einsamkeit der Menschen? Busch schüttelt den Kopf. „Ich glaube, es ist die heutige Instagram-Welt mit dem Zwang zum Smilen und Grinsen.“ Die Menschen fänden keinen Platz für ihre negativen Gefühle, sie spürten einen Druck, ständig in guter Stimmung zu sein, auch bei Freundschaften. Das überfordere viele. Ihm aber, dem Fremden, könnten sie ihr wahres Gesicht zeigen, zu depressiven Phasen, Stimmungsschwankungen und eigenem Scheitern stehen. In der U-Bahn-Welt sieht Busch erschöpfte, unzufriedene Gesichter, ungeschminkte Gefühle statt geschönter Bilder. Die Kioskwelt sei weit weg von Instagram und freudig fotografiertem Essen oder inszenierten Küssen am Strand.

Dabei wirkt Busch wie ein zufälliger Bekannter, wie der Sitznachbar im Zug, den der Zufall dorthin gesetzt hat. Niemand muss ihn wiedersehen. Er hört zu, und er fühlt mit, für diesen Augenblick. Es fehle nämlich auch die Resonanz, glaubt Busch, das Gefühl, miteinander durch Empathie verbunden zu sein. Viele, die vorbeiströmen und das Schild sehen „Ich höre Ihnen zu“, heben den Daumen und bleiben einen Augenblick an der Luke stehen: „Toll, dass Sie das machen. Das fehlt heute.“

„Hier unten bekommst du säckeweise gutes Karma“, sagt Christoph Busch. Vielleicht ist er deswegen schon fast süchtig nach all den Geschichten. Der Kiosk ist für den 73-Jährigen zu einem Sinnstifter geworden. „Nie hätte ich zu Beginn gedacht, dass da so viel Seele und Gefühl drinstecken.“ Die vielen Splitter aus fremden Leben empfindet er heute wie Geschenke, auch wenn sie mit viel Schmerz verbunden sind.

Doch nimmt er nicht auch viel davon mit nach Hause? Manches, räumt Busch ein, erzähle er am Abend seiner Frau. Er überlegt. Aber, nein, im Gegenteil, er empfinde eher eine neue Leichtigkeit. Freunde hätten ihm geraten, dringend Supervision, also therapeutische Beratung, in Anspruch zu nehmen. Doch Busch genießt es, eine Art Seismograph des Lebens zu sein. So nehme er sich selbst als lebendiger wahr.

„Der Kiosk hat mich verändert: Ich habe hier Gefühle gefühlt, die ich bislang nicht kannte.“ Und er sei ungewollt zum Zeitgeistdiagnostiker aufgestiegen. „Ich habe beobachtet, dass die Menschen alle eine Sehnsucht nach Spiritualität haben und sich ihren Glauben selbst basteln.“ Mit den Geschichten spürt er die Widersprüche der Zeit stärker, begreife mittlerweile sogar die Parteienkrise und die der Kirche. „Die Menschen fühlen sich nicht verstanden. Der Kiosk hat mich wieder politisiert.“

Mittlerweile vergibt Busch sogar Termine: Man kann sich bei ihm telefonisch oder per E-Mail anmelden, aber natürlich ist er auch nach wie vor offen für spontane Gäste. Und er ist nicht mehr allein: Eine „Ohrengruppe“ von 14 Menschen teilt sich das Zuhören auf, darunter auch der Pfarrer aus Buschs Wohnhaus.

18 Uhr, es klopft an die Kiosktür. Ove Thomsen, ein lässiger Typ mit Katzen-T-Shirt und verwuschelten Haaren, 30 Jahre, von Beruf Musiker, kommt zum Schichtwechsel, um Busch abzulösen. Seit Kurzem arbeitet er mit in der Gruppe, sitzt für zwei Stunden im Kiosk. „Die krassen Fälle“, sagt Ove, habe er noch nicht gehabt. Vielleicht zieht eben jedes Ohr ganz bestimmte Gäste im Kiosk an: Zu Ove kommen Besucher mit kleinen Geschichten, zum Beispiel jene alte Dame, die ihm erzählte: „Ich komme vom Friedhof, und ich habe einen Piccolo-Sekt gezwitschert.“ Nach einer langen Zeit des Schmerzes und Trauer über den Tod eines nahestehenden Menschen habe sie an diesem Tag bemerkt, dass diese Phase überwunden sei. „Das wollte ich mit Ihnen teilen“, sagte die Dame, stand auf und sagte ein Hamburger „Tschüss“.

Und manchmal ist der Kiosk einfach nur eine Insel der Herzlichkeit inmitten von Bahngleisen: „Du gehst mit einer Hand ins Gespräch und verlässt es mit einer Umarmung“, sagt Ove. „Ob die Menschen das mit mir Besprochene ausbauen, liegt bei ihnen.“

Die Zeit im Kiosk ist um. Christoph Busch zieht seine Jacke an, noch eine herzliche Verabschiedung an der Tür. Die Menschen auf dem Bahnsteig schauen zu, lächeln milde, in ihren Blicken liegt – oder ist es bloß Einbildung? – etwas Sehnsüchtiges. Und bei der Heimfahrt in der U-Bahn betrachtet man plötzlich all die anderen Mitreisenden, die die Köpfe auf ihre Smartphones gesenkt halten, mit anderen Augen: „Welche Geschichte hätte dieser Mensch wohl zu erzählen?“

www.zuhör-kiosk.de

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