Trinkhalle

Leben an der Bude

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Samy, Pächter einer Trinkhalle im Frankfurter Gallus, erzählt Geschichten vom Tresen.

Ich krieg’ meine Waschmaschine nicht hoch in die Wohnung.“ Die Wasserhäuschengäste sind die ersten, die sagen: „Wo ist das Problem? Los, drei Mann, und das Ding ist ruckzuck oben.“ Dabei haben die Leute, die Hilfe brauchen, ja so viele Freunde, die am Telefon gesagt haben: „Sorry, ich kann nicht, ich hab einen Termin.“ Oder: „Ich lieg’ schon auf der Couch.“ Aber die angeblichen Säufer helfen einfach, ohne irgendwelche Erwartungen. Für die ist das nicht der Rede wert.

Es gibt aber nach wie vor Kunden, die sich im Durchlauf ihr Päckchen Zigaretten holen, und wenn da mittags jemand steht und sein Bier trinkt, schielen die so rüber und halten sich am besten noch an ihrem Portemonnaie fest und decken es mit der Hand ab, damit der Biertrinker nicht sieht, wie viel Geld drin ist. Da denk’ ich: Du armer Lappen, mach dir mal keine Gedanken. Dir tut hier schon niemand was. Das sind alles friedfertige Menschen. Und irgendwo anders am liebsten alles, was sie haben, herzeigen! Ich hab so und so ein Auto! Ich hab ’ne goldene American Express! Erbärmlich.

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