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Das ewige Bobbele.

Kolumne

7 Gründe, Boris Becker gut zu finden

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Die Tennis-Legende hat so ziemlich alles gewonnen, was es in dem Sport zu holen gab. Heute punktet er noch immer – wenn auch mit etwas anderen Qualitäten.

1. Boris Becker zeigt, dass gefallene Helden wieder aufstehen können. Als Sportler geliebt und bewundert, erntete er als Steuerhinterzieher und Lebemann viel Häme. Aber seine Leistung zählt noch immer. Alexander Zverev, der neue deutsche Tennis-Star, gestand: Er würde von Becker gern Hilfe annehmen.

2. Der Womanizer kann auch treu sein. Zumindest einem Frauentyp: dunkler Teint, schwarze Haare, Model. Obwohl er nach seiner Scheidung von Erstfrau Barbara meinte, als nächstes könne er auch eine dicke Rotblonde heiraten, passt die derzeitige Gattin Lily wieder ins Beuteschema.

3. Sein Verdienst um die deutsche Sprache wird viel zu wenig gewürdigt. Sie verdankt ihm „Becker-Faust“ und „Becker-Blocker“ und auch einen neuen Begriff aus der Beziehungskiste. Nachdem bekannt wurde, wo seine Tochter Anna Ermakova gezeugt worden ist, hat sich „Besenkammer-Sex“ als Synonym für eine flüchtige, aber folgenschwere Begegnung etabliert.

4. Ehren und geehrt werden gehört zu Beckers Leben. Nach ihm sind Sportschuhe benannt und eine glitschige Meeresschnecke, die „Bufonaria borisbeckeri“. Preise überreicht er nicht nur im Tennissport, sondern würdigt auch mal den „Galopper des Jahres“. Vielseitig!

5. Als Vater von vier Kindern mit drei Müttern versteht er sich als Experte für Patchwork-Familien. Trotz idyllischer Familienfotos und Komplimenten, die Mütter, Tochter, Sohn und Stiefsöhne austauschen, sticheln sie auch öffentlich gegeneinander. Das erhöht Beckers Glaubwürdigkeit: In Patchwork-Familien ist natürlich nicht alles eitel Sonnenschein.

6. Becker bleibt dem deutschen Tennissport, der ihm künstliche Gelenke und entzündete Knochen bescherte, weiter verbunden. Nach Jahren der Entfremdung kann er sich jetzt eine Rolle im Deutschen Tennis Bund vorstellen. Auch für den Breitensport hat er viel erreicht: Früher war Tennis ein Spiel für die Reichen, der rotblonde Bub aus Leimen hat es mit viel Emotionen aus der elitären Ecke geholt und massentauglich gemacht.

7. Sein Leben ist filmreif. Matthias Schweighöfer hat sich schon mal die Rechte gesichert. Nicht am Scheidungskrieg und den Affären, sondern an der Sportlerlegende. Becker ist bis heute der jüngste Sieger in der Wimbledon-Geschichte. Gedreht wurde der Aufstieg zum Idol aber noch nicht. Wahrscheinlich gibt es keinen Stuntman, der den Becker-Hecht mimen kann.

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