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Ein Bruch im Eisberg und der Regelbruch der Demonstrant*innen der Klimaproteste hängen zusammen.

FR-Sonderbeilage

Regelbruch, Umbruch, Abbruch - Die „Brüche“ der Gesellschaft

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    Sonja Thomaser
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Ist der Riss, der durch unsere Gesellschaft geht, zu stark? Wie können wir ihn kitten? Bieten Abbruch, Regelbruch und Umbruch nicht auch Chancen? Die FR-Sonderbeilage „Brüche“ als kostenloser Download. 

Ein Bruch, das klingt ja erstmal so negativ. Aber nichts gehört mehr zur menschlichen Existenz als Zäsuren und Trennungen, Verwerfungen und Abschiede. Was als Katastrophe daherkommt, kann zum Neubeginn werden, sobald die Trümmer fortgeräumt sind. 

Zudem muss es ja nicht gleich das volle Abbruchprogramm sein, das zur starken Erfahrung wird. Manchmal genügt schon der kleine, begrenzte Regelbruch. Schauen wir auf die vielen Demonstrant*innen jeder Altersklasse, die sich im Zuge der Klimaproteste zum ersten Mal in zivilem Ungehorsam üben. Die Straßen blockieren, die Politik ärgern und bereit sind, für ihren Protest eine Strafe auf sich zu nehmen. Mit ihrem Widerstand und Zorn brechen sie gleichzeitig mit gängigem Staatsverständnis – mit der Vorstellung, dass nur ein braver Bürger ein guter Bürger ist. Mit der Trägheit, die in der Demokratie so gefährlich sein kann.

In unserer Sonderbeilage mit dem Titel „Brüche“ geht es in fünf spannenden Texten um Themen, die eine Veränderung, ein Wegbrechen und das Abbrechen beinhalten. Wir stellen Ihnen die Sonderbeilage „Brüche“ als kostenlosen Download zur Verfügung. Hier können Sie die Texte herunterladen:

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Die Qualität des Bruchs hängt ausschließlich am Kontext. Und der Position des Betrachters: Kommt der Bruch als Erlösung oder Vernichtung daher? Wer hätte dies rabiater erfahren als die Ostdeutschen? Denn für die Menschen in Ostdeutschland war die Wende 1989 der größte Umbruch ihres Lebens. „Ein Wirbel, der unser Leben einsaugte und wenig später etwas ausspuckte, was mit dem, was wir kannten, kaum noch etwas zu tun hatte“, schreibt unsere Autorin Nadja Erb. In einem neuen System nach einem solchen Umbruch Fuß zu fassen ist eine Erfahrung, die Ostdeutschen mit Migranten und Geflüchteten teilen. Heute bietet diese Verbindung die Chance, ein Miteinander zu finden.

Auch heute ist die ehemalige DDR von Brüchen geprägt. Einwohner, Arbeitsplätze, Perspektiven – in Tangerhütte in Sachsen-Anhalt ist alles weggebrochen. Die ehemals „schönste Stadt in Deutschlands Mitte“, wie sie im DDR-Jargon hieß, leidet unter Trostlosigkeit, Arbeitslosigkeit und Abwanderung. Wo liegen die Chancen solcher Städte? Das versucht unser Autor Franz Viohl in seiner Reportage vor Ort herauszufinden.

Abbrecher*innen und Rumtreiber*innen haben eine verpönten Lebensweg gewählt. Sie torkeln kreuz und quer auf ihren Lebenspfaden herum, ohne Lebensziel, Struktur und konkreten Vorstellungen. Das Studium? Abgebrochen. Der Bausparvertrag? Verprasst. Warum sich genau dieses Leben, nicht durchweg gemütlich aber mit dem schönen Gefühl von Nichtwissen-was-kommt lohnt, erklärt unsere Autorin Tania Kibarmanis.

Schließlich spricht Moderatorin und Autorin Dunja Hayali im Interview über den Riss, der sich seit einigen Jahren durch unsere Gesellschaft zieht. Wer kann ihn kitten? Sie beklagt einen Verlust von Anstand und Streitkultur und das gleichzeitige Entfalten von Hass, Missgunst und Neid. Sie sieht im Dialog den einzigen Weg, um die Brüche in der Gesellschaft zu überwinden: „Zum Dialog gehört aber auch, Grenzen zu setzen. Und Rassisten als das zu bezeichnen, was sie sind.“

Die Sonderbeilage „Brüche“ bekommen Sie als kostenlosen Download:

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Was passiert mit Brüchen? Warum passieren sie? Und was macht das mit den Menschen, im Einzelnen und in der Gesellschaft? Was machen radikale Brüche mit uns? Wir hoffen, dass unsere Sonderbeilage Ihnen Antworten liefern kann.

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