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SGE wie am Reißbrett

Eintracht Frankfurt überfällt Mainz in zwölf Sekunden

  • Ingo Durstewitz
    VonIngo Durstewitz
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  • Daniel Schmitt
    Daniel Schmitt
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Dank eines Angriffs „in Perfektion“ siegt Eintracht Frankfurt gegen Mainz 05 und macht Trainer Oliver Glasner froh.

Frankfurt – Dem Fußballlehrer Oliver Glasner musste am Samstag (18.12.2021) in jener 35. Minute des Spiels seiner Frankfurter Eintracht gegen Mainz 05 einfach das Herz aufgegangen sein. All die mühsame Arbeit, das Austüfteln der Spielideen im Trainerzimmerchen, das ständige Wiederholen der Abläufe auf dem Übungsplatz, die Rückschläge, die Fortschritte, all das mündete zum Jahresabschluss in dieser Aktion: zwölf Sekunden, acht Ballkontakte, fünf Protagonisten, ein Siegtor.

„In Perfektion“ habe seine Elf das entscheidende 1:0 herausgespielt, sagte Glasner, mit lediglich ein, zwei Ballkontakten der Beteiligten, ein Treffer nach dem Motto „Wünsch-dir-was“ für einen Trainer, so Glasner. Der Ballgewinn von Makoto Hasebe, der Pass zu Daichi Kamada, dessen Weiterspitzler zu Lindström, der Rückklatscher zu Sebastian Rode, der Direktpass in die Tiefe zu Rafael Borré, die gekonnte Ballmitnahme des Stürmers, dessen schneller Lauf und Querschieber zurück zu Jesper Lindström, der Schuss ins verwaiste Tor - der Jubel.

Eintracht Frankfurt siegt gegen Mainz 05: Lob für Lindström

Wenn sich Oliver Glasner ein Tor ausdenken könnte, es hätte Ähnlichkeit mit diesem. Schon vor einer Woche im Heimspiel gegen Leverkusen schlug die Eintracht ähnlich zu, das Steil-Klatsch-Prinzip in hohem Tempo führte zum zwischenzeitlichen 2:2, ebenfalls vollendet von Lindström, dem idealen Abnehmer dieses Überfallfußballs. Entsprechend gab’s erneut ein Sonderlob vom Trainer für den jungen Dänen. „Er musste sich anfangs an die Intensität der Liga gewöhnen, hat aber eine gute Entwicklung genommen.“

Glücklicher Schütze: Jesper Lindström.

Vier Bundesligatreffer in den vergangenen vier Wochen sprechen für sich, Lindströms Formanstieg, dessen Adaption an die Bundesliga waren zuletzt einer von mehreren Schlüsseln für die positive Entwicklung des Teams. Bestes Beispiel: das Spiel gegen Mainz. Selbst ohne Filip Kostic in Bestform und mit einem uninspirierten Daichi Kamada kombinierten die Hessen sich gute Offensivaktionen zusammen.

Eintracht Frankfurt siegt gegen Mainz 05: „Wir sind als Team noch mehr zusammengewachsen“

Lindström überzeugte, auch Rafael Borré ist gereift, weiß sich besser als im ersten Saisonviertel gegen die Kontrahenten zur Wehr zu setzen. Die Zuspiele, die ihn nun vermehrt flach und nicht mehr hoch erreichen, schirmt er erfolgreicher ab, leitet sie weiter an die Kollegen, die prompt den Weg in die Spitze suchen. Es sind Muster, die es lange Zeit nicht gab. Oft hieß es ja: Ball zu Kostic und dann gut Glück.

„Wir sind als Team noch mehr zusammengewachsen“, sagt Timothy Chandler. „Unsere Mentalität macht es einfacher“, ergänzt Lindström. Und die Klasse manch erfahrener Profis. So war Makoto Hasebe nicht nur Ausgangspunkt des Tores, sondern auch bester Frankfurter. Der 37-Jährige verteidigte alles weg, selbst die Duelle gegen den körperlich robusteren Karim Onisiwo. Hasebes Ruhe, Übersicht, das Spielverständnis - schlicht beeindruckend. Dazu gesellt sich ein stabiler Rückhalt. Kevin Trapp, der Torhüter, strahlt Sicherheit aus, pflückt Flanken mit einem zu Saisonbeginn nicht gezeigten Selbstverständnis locker runter, er wackelt nicht, sondern ist immer dann zur Stelle, wenn er gebraucht wird. In der Schlusssequenz gegen Mainz vereitelte er die einzige echte Gästechance mit energischem Rausgehen. Wichtig für das Teams, Sicherheitsleute wie Hasebe oder Trapp in den Reihen zu wissen.

Eintracht Frankfurt siegt gegen Mainz 05: Fast alles passt zusammen

Das konnte gegen Mainz gar über manch körperliches Defizit hinweghelfen. Die vielen Spiele der vergangenen Wochen steckten den Spielern sichtbar in den Knochen, ein Dauerläufer wie Djibril Sow schlurfte zum Schluss geradezu über den Rasen, Sebastian Rode konnte nach 56 Minuten nicht mehr, Lindström nach 72. „Wir hatten viele Spiele, dann die Körner zu finden und zu gewinnen. Das zeigt, welche Mentalität die Mannschaft hat“, lobte Kapitän Rode. Am Ende wurschtelten allenfalls durchschnittliche Ersatzspieler wie Ajdin Hrustic, Ragnar Ache, Stefan Ilsanker oder Goncalo Paciencia den Sieg über die Zeit. Auch das, Ausdruck einer Entwicklung, wie Vorstand Markus Krösche findet. „Eine erfolgreiche Mannschaft hängt auch von den Ersatzleuten ab.“ Kurzum: Es passte zuletzt viel, fast alles zusammen. (Ingo Durstewitz, Daniel Schmitt)

Die Herausforderung, gegen die selbstbewussten Mainzer zu gewinnen, schien vor einigen Tagen noch groß.

Rubriklistenbild: © Patrick Scheiber/Imago Images

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