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„Ich habe doch immer gesagt, dass ich bleiben will. “ Carlos Zambrano.
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„Ich habe doch immer gesagt, dass ich bleiben will. “ Carlos Zambrano.

Eintracht Frankfurt

Zunächst mal da

Carlos Zambrano erscheint zum Laktattest. Ob er bleibt, ist aber immer noch offen. Heute sollen Gespräche mit dem Peruaner stattfinden.

Von Peter Lorum

Auf dem Spielfeld lässt es Carlos Zambrano schon mal an der nötigen Disziplin fehlen. Mit dem einen oder anderen überflüssigen Foul hat sich der peruanische Fußballprofi der Frankfurter Eintracht in der Vergangenheit selbst in ein schlechtes Licht gerückt. So zuletzt bei der Copa America, als er im Viertelfinalspiel gegen Gastgeber Chile nach einem unnötigen Tritt in den Rücken von Charles Aranguiz schon nach zwanzig Minuten die Rote Karte sah und seine Mannschaft damit entscheidend schwächte. Eine schlechte Arbeitsauffassung aber wird dem 26 Jahre alten Abwehrspieler niemand vorwerfen können. Schon gar nicht bei seinem aktuellen Arbeitgeber. Wie abgesprochen ist der 26 Jahre alte Peruaner am Sonntag nach seinem verlängerten Urlaub pünktlich wieder in Frankfurt eingetroffen. Und beim obligatorischen Laktattest am Montag war Zambrano sogar überpünktlich.

Für zehn Uhr war der Termin angesetzt, Zambrano war schon eine halbe Stunde früher da. Normalerweise finden die Fitnesstests, bei denen Blut aus den Ohrläppchen abgezapft wird, in der Leichtathletik-Halle in Kalbach statt, doch die ist in diesen Tagen geschlossen. Deshalb musste Zambrano aufs Laufband in einem Reha-Zentrum am Kaiserlei. Was ihm trotz der herrlichen Aussicht auf die Skyline der Stadt durchaus schwer gefallen ist. „Wie immer fünf Kilo Übergewicht“ habe er aus dem Urlaub mitgebracht, sagte er lachend. Gerade deshalb musste er sich auf dem Band quälen. Er tat es ohne zu murren.

Die sportlich Verantwortlichen der Eintracht quält Zambrano dagegen seit Wochen und Monaten mit der Unsicherheit über seine sportliche Zukunft. Manch einer hatte gar nicht damit gerechnet, dass er wirklich nach Frankfurt zurückkehren würde. Zumal sein Berater Elio Casareto erst am Samstag in den sozialen Netzwerken verkündet hatte, Zambrano würde gerne zu Galatasaray Istanbul wechseln. Und Trabzonspor sei als weiterer türkischer Klub interessiert.

Auf der Suche nach einer Bleibe

Darauf angesprochen schüttelte der so Umworbene den Kopf. „Ich bin hier, ich habe einen Vertrag bei der Eintracht und werde für die Eintracht spielen“, sagte er. Dies habe er in einem Telefongespräch auch Trainer Armin Veh versprochen. Und er pflege seine Versprechen zu halten. Was mit der gekündigten Wohnung in der Frankfurter Innenstadt sei, von der die „Bild“ berichtete? „Die war uns zu klein“, sagt er, „wir suchen ein Haus.“ Betreuer Christoph Preuß ist schon seit einiger Zeit beauftragt, Zambrano bei dieser Suche zu helfen. Das eine oder andere Objekt sei schon „in der engeren Wahl“ bestätigte Preuß.

Das sind ziemlich klare Aussagen. Und doch bleibt weiter ein Hauch von Unsicherheit. Denn der aktuelle Vertrag von Zambrano beinhaltet eine Ausstiegsklausel noch in dieser Transferperiode, die erst Ende August endet. Bis dahin kann der Spieler den Klub für eine Ablösesumme von 1,5 Millionen Euro verlassen (die FR berichtete). Ein in der Relation zum Wert von Zambrano, der bei „transfermarkt.de“ mit 6,5 Millionen Euro beziffert wird, läppische Summe. Von der die Frankfurter sogar noch 600 000 Euro an die Schweizer Agentur „Speed“ abgeben müssten, die an den Transferrechten des Spielers beteiligt ist.

Geht es nach der Eintracht werden in den nächsten Tagen endlich Nägel mit Köpfen gemacht. Die Ausstiegsklausel soll aus dem Vertrag gestrichen werden, Zambrano soll einen langfristigen Vertrag unterschreiben. Der würde ihn zum Bestverdiener in der Mannschaft machen.

Keine Einigkeit über Ablösesumme für Hradecky

Am Dienstagvormittag, noch vor der ersten Übungseinheit in der Heimat nach dem letzten Trainingslager, will der Trainer ein weiteres Gespräch mit dem Spieler führen. Veh will endlich Klarheit, ob er mit seinem Abwehrchef rechnen kann. „Ich habe doch immer gesagt, dass ich bleiben will“, sagt Zambrano mit treuem Augenaufschlag, der eigentlich keine Zweifel lassen sollte. Freilich ist die Vertragssituation so vertrackt, dass der Spieler die Entscheidung zwar maßgeblich beeinflussen, aber sie womöglich doch nicht alleine fällen kann. Vehs Gespräch mit Zambrano wird wichtig sein, das Gespräch, das Sportdirektor Bruno Hübner mit dem Berater führen will, aber mindestens ebenso wichtig. Denn die Anfragen aus der Türkei gibt es. Das hat Zambrano gestern bestätigt: „Es hat Anrufe gegeben, für mich ist das aber kein Thema.“ Vielmehr komme es für ihn darauf an, sich nun im Training dem internen Konkurrenzkampf zu stellen.

Der „Fall Zambrano“ bleibt also eine Hängepartie. Und auch die anderen noch offenen Personalfragen wurden zu Wochenbeginn nicht geklärt. Nach wie vor bemüht sich die Eintracht um den finnischen Torwart Lukas Hradecky von Bröndby Kopenhagen, hat aber mit dem dänischen Klub noch keine Einigkeit über die Ablösesumme erzielt. Und der Linksaußen, den Manager Hübner für diese Woche avisiert hat, ist auch noch nicht da. Meldungen, dass es sich beim Wunschkandidaten um den 19 Jahre alten Serben Andrija Zivkovic von Partizan Belgrad handeln soll, wollte Hübner „nicht bestätigen“.

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