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Als er mitmachen durfte, spielte er stark: Aaron Galindo (re.), hier gegen den Wolfsburger Grafite.
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Als er mitmachen durfte, spielte er stark: Aaron Galindo (re.), hier gegen den Wolfsburger Grafite.

Eintracht Frankfurt

Zementiert in der Mittelklasse

Der hessische Bundesligist liegt nach Abschluss der Hinserie im Mittelfeld der Tabelle und damit im Soll. Die Frage lautet freilich: Kann die Eintracht die Spitzenklubs angreifen? Die Antwort: eher nicht.

Von THOMAS KILCHENSTEIN UND INGO DURSTEWITZ

Am Montagnachmittag hat Heribert Bruchhagen, der Chef von Eintracht Frankfurt, ausnahmsweise mal einen kleinen Blick in sein Innerstes zugelassen. "Ich weiß, dass man in diesem Geschäft immer mehr vereinsamt", sagte der Vorstandsvorsitzende. Der Mann klang ehrlich betroffen. Dabei hätte Bruchhagen doch Grund, ein wenig entspannter in die Zukunft zu blicken. Die sieht nicht so schlecht aus, wenn auch nicht rosig: Gerade hatte Eintracht Frankfurt die Hinrunde mit einem 1:0-Sieg beim MSV Duisburg beendet, die Spieler waren, nach einem gemeinschaftlichen Frühstück am Montagmorgen, beruhigt in die Ferien verabschiedet worden, der Klub rangiert mit 23 Punkten auf Platz neun und damit genau auf der Position, die Bruchhagen anstrebt. Und doch wirkte der 59-Jährige zerknirscht.

Aber er ist das ja gewohnt.

Er ist ja nicht das erste Mal, dass er von der neuen latenten Unzufriedenheit im näheren und weiteren Umfeld des Klubs Kenntnis erhält. Es ist der Fluch der guten Tat, dass allenthalben Stimmen nicht verstummen, die mehr wollen als Mittelklasse. Mittelklasse ist für Bruchhagen übrigens alles andere als abwertend gemeint. Im Gegenteil: Das ist es, was er anstrebt: Eine Mannschaft zu formen, die sich schuldenfrei in der Liga etabliert hat, ohne sich ständig Sorgen um die Klassenzugehörigkeit machen zu müssen. Am Sonntag, nach dem Sieg in Duisburg, formulierte er ein wenig mutiger: "Wir kokettieren mit einem Blick nach oben." Das süffisante Lächeln zeigte aber, dass es wohl bei der Koketterie bleiben wird. Viel mehr als ein Platz im vorderen Mittelfeld ist bei Lichte betrachtet momentan auch nicht drin. Denn die Verhältnisse zwischen Platz eins und fünf sind zementiert, an Schalke, Hamburg oder Leverkusen kommt Eintracht Frankfurt angesichts höchst unterschiedlicher finanzieller Möglichkeiten vermutlich nicht vorbei. Bislang ist Bruchhagen mit dem Abschneiden seiner Mannschaft zufrieden. Sie steht vor Dortmund, Wolfsburg und Berlin, was aller Ehren wert ist. Vieles spricht für eine unaufgeregte Rückrunde.

"Ich halte dagegen"

Andere, auch im Aufsichtsrat, freilich wollen mehr. Vermutlich werden die sich à la longue auch durchsetzen, befürchtet Bruchhagen. Man werde auch in Frankfurt wieder dahin kommen, "14 Trainer in zwölf Jahren" zu verschleißen, irgendwann werde wohl auch wieder "mit Risiko Geld ausgegeben". Das sei "nur eine Frage der Zeit." Doch so lange er, Bruchhagen, Verantwortung zu tragen habe, werde er dies zu verhindern wissen: "Ich halte dagegen."

Die Vertragsverlängerung mit Friedhelm Funkel dürfte da nur noch eine Formsache sein. Kontinuität heißt die Devise. Was spricht auch dagegen? Nichts. "Im Augenblick steht das aber nicht auf der Agenda", sagt Bruchhagen. In der Winterpause werde man sich zusammensetzen und auch darüber beraten, ob und wie man auf dem Transfermarkt aktiv werde. Die Verpflichtung des Brasilianers Roger jedenfalls genießt nicht erste Priorität. Erneuert hat Bruchhagen sein Bekenntnis, keine Neigung zu verspüren, Spieler zur Rückrunde abzugeben, also auch nicht Albert Streit, den Schalke 04 schon für die zweite Saisonhälfte möchte.

Der einstellige Tabellenplatz bringt den Hessen aber vor allem eines: Planungssicherheit. Die sportliche Leitung kann sich jetzt ein gutes halbes Jahr intensiv darum bemühen, den Kader personell zu verstärken. Und sich gegebenenfalls von Mitläufern trennen, die die Mannschaft auf Sicht nicht weiterbringen. Das ist mehr, als in den vergangenen Jahren möglich war. Die Kritiker wird das vermutlich nicht beruhigen.

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