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Der Grübler: Trainer Armin Veh und das Eintracht-Puzzle.
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Der Grübler: Trainer Armin Veh und das Eintracht-Puzzle.

Eintracht Frankfurt

Zeit für erste Konsequenzen

  • Ingo Durstewitz
    VonIngo Durstewitz
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Nach dem schwachen Augsburg-Spiel kündigt Armin Veh Veränderungen an. Im Training probiert der Eintracht-Coach neue Formationen aus.

Auch in dieser Woche wird Armin Veh seine Mannschaft wieder zum Training hinter verschlossenen Türen bitten. Am Donnerstag und Freitag wird unter Ausschluss der Öffentlichkeit geübt. Ob der Eintracht-Trainer womöglich befürchtet, von den Spionen des VfB Stuttgart ausgekundschaftet zu werden und er deshalb die Schotten dicht macht? Schließlich ist die Trainingsbeobachtung des Gegners mittlerweile Usus in der Bundesliga, um vorbereitet zu sein und sich besser auf den Kontrahenten einstellen zu können. Veh gibt nichts darauf. „Ach was, das ist doch alles ein Krampf.“ Er verstecke sich ganz gewiss nicht vor den neugierigen Blicken aus dem Schwabenland. „Dass wir für uns trainieren, hat nichts mit Geheimniskrämerei zu tun.“ Der stattliche Auflauf rund um den Trainingsplatz schmeckt dem Fußballlehrer einfach nicht. „Das wird mir zu viel.“

Ein Klub wie die Eintracht muss aber volksnah genug bleiben, um auch in den Sommerferien ein paar öffentliche Trainingseinheiten abzuhalten. Die meisten Profis haben da auch keine Berührungsängste, nach dem Training schreiben sie fleißig Autogramme, der hoch im Kur stehende neue Torwart Lukas Hradecky etwa signierte noch Trikots und andere Fanutensilien, da standen die ersten Kollegen bereits unter der Dusche. Es ist aber nicht so, dass die öffentlichen Einheiten zum Showtraining verkommen, das wäre in der Kürze der Zeit zwischen den Bundesligaspielen eine nahezu alberne Vorstellung. Nein, Veh nutzt die Zeit, um Formationen zu testen, um eine Mannschaft zu finden, die er als die richtige erachtet, die sich in der Bundesliga behaupten kann. Dieser Prozess sei noch lange nicht abgeschlossen, vielmehr steht er ziemlich am Anfang. Das hat in erster Linie mit dem denkbar schlechten Heimspiel gegen den FC Augsburg zu tun und Vehs Erkenntnis, „dass es bei uns noch nicht so passt. Und wenn es nicht passt, dann schaue ich, dass ich es passend hinbekomme“.

Kadlec nach Dänemark?

Die Partie gegen den FCA stellte den Coach nicht vor ein Rätsel, aber sie war ein klarer Rückschritt zu den Auftritten in der Vorbereitung und auch zum ersten Saisonspiel in Wolfsburg. Veh ist nicht bereit, die Leistung als einmaligen Ausrutscher zu verbuchen und abzuhaken. Das wäre auch zu einfach und nicht klug.

Für ihn steht in jedem Fall fest, dass diese Darbietung Konsequenzen haben wird für das folgende Auswärtsspiel am Samstag beim VfB Stuttgart. „Wenn es läuft, kann man ja sagen: Okay, so können wir es stehen lassen. Aber jetzt werde ich es nicht so lassen wie es war. Wir werden ganz sicher nicht so spielen wie gegen Augsburg.“ Die personelle Auswahl kann der Trainer beeinflussen, bei der fußballerischen Umsetzung schwingt auch die Hoffnung auf Besserung mit.

Am Dienstag, im ersten Training der Woche, hat der Fußballlehrer im Übungsspiel schon eine andere Formation aufgeboten. Im Mittelfeld versuchte er es mit einer Raute, den defensiven Part übernahm Stefan Reinartz, halblinks tummelte sich erstmals Johannes Flum, halbrechts Makoto Hasebe und der bislang verletzte und jetzt wieder genesene Marc Stendera gab den klassischen Spielmacher. Vorne verdingten sich Stefan Aigner und Haris Seferovic. In der Abwehr liefen Timothy Chandler (rechts), Carlos Zambrano, Marco Russ und Bastian Oczipka (links) auf.

Nimmt man das gestrige Trainingsspiel zum Maßstab, hieße das im Umkehrschluss, dass der ungeheuer schwache Luc Castaignos (16 Ballkontakte gegen Augsburg), Joel Gerezgiher und auch David Abraham ihren Platz verlieren würden. Bei Innenverteidiger Abraham käme das schon überraschend, weil er eigentlich zwei solide bis gute Spiele abgeliefert hat, mit seiner Schnelligkeit wichtig ist und eine andere Komponente ins Spiel bringt.

Andererseits ist es so, dass Trainer Veh zwar die Defizite des Marco Russ kennt (fehlendes Tempo, nicht passsicher genug), aber seinen unbändigen Willen und seine Torgefahr zu schätzen weiß und darauf nicht verzichten will. Vielleicht kommt aber doch alles ganz anders. Es sind noch ein paar Tage Zeit bis zum Spiel, „ich werde noch ein bisschen experimentieren“, kündigte Veh an.

Eines aber steht für den Coach ziemlich fest. Die Kombination Reinartz/Russ im zentralen Mittelfeld wird es erst einmal nicht mehr geben. „Das ist ja keine Dauerlösung“, sagte er. „Sie sind sich zu ähnlich. Es ist nicht angedacht, mit beiden dauernd im Mittelfeld zu spielen.“ Auswärts könne das unter Umständen mal anders aussehen, das könnte das eine Option sein, aber grundsätzlich werde man andere Lösungen angehen. Gegen Augsburg habe er noch einmal auf beide vertraut, weil es in Wolfsburg ganz gut geklappt hatte, „und da wollte ich es nicht auseinanderreißen“.

Keine Rolle in den Überlegungen spielt Takashi Inui, der zwar gestern trainierte, aber nach wie vor, vor einem Wechsel zum spanischen Provinzklub SD Eibar steht. Und auch Vaclav Kadlec könnte die Eintracht verlassen.

Der dänische Spitzenklub FC Midtjylland buhlt wieder um den tschechischen Angreifer, der frustriert ist und in beiden Spielen keine Minute zum Einsatz kam. Kadlec‘ Berater bestätigte die intensivierten Kontakte, auch aus Dänemark heißt es, dass die Verhandlungen schon weit gediehen seien. Die Eintracht würde für Kadlec 2,5 Millionen Euro erhalten – und dann selbst noch einmal auf dem Transfermarkt zuschlagen. Einen Kandidaten hat sie bereits ins Auge gefasst. Kadlec selbst betonte gestern, dass er bei der Eintracht bleiben werde. Und auch Veh sagte: „Es ist nicht angedacht, ihn abzugeben.“ Kategorisch könne man aber nichts ausschließen. Bis zum 31. Wechsel sind Wechsel möglich. Bis dahin könnte noch mal Bewegung in den Transfermarkt kommen.

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