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Bislang ohne Fortune in Frankfurt: Carlos Salcedo.
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Bislang ohne Fortune in Frankfurt: Carlos Salcedo.

Länderspielpause

Zeit zum Einimpfen

  • Ingo Durstewitz
    VonIngo Durstewitz
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Eintracht-Trainer Niko Kovac nutzt die Länderspielpause, um mit seiner Mannschaft die Defizite aufzuarbeiten.

Normalerweise sind die Reihen der Bundesligisten in den sogenannten Länderspielpausen arg gelichtet. Ein straff durchgetakteter, sinnvoller Trainingsbetrieb ist oftmals nicht oder nur eingeschränkt möglich, weil die meisten Stammspieler die Farben ihres Landes irgendwo auf der Welt vertreten. Bei Eintracht Frankfurt ist das dieses Mal anders, nur zwei Leistungsträger fehlen Trainer Niko Kovac, einer davon ist Torwart Lukas Hrdecky, der auf einen geregelten Trainingsbetrieb sowieso keinen allzu großen Einfluss hat. Von der ersten Elf ist ansonsten nur noch Mittelfeldspieler Mijat Gacinovic mit Serbien auf Reisen.

Kovac hat also ab sofort zehn Tage Zeit, um seine Mannschaft weiterzuentwickeln, um an den Automatismen zu arbeiten und Abläufe einzustudieren. Das Offensivspiel der Eintracht ist nach wie vor verbesserungswürdig, das Trainerteam muss einen Plan und ein klares Konzept entwickeln, wie das Team angreifen soll. Nur mit langen Bällen, das räumte Kovac zuletzt nach dem glücklichen 2:1-Erfolg gegen Stuttgart ein, werde seine Mannschaft auf Dauer nicht zum Erfolg kommen können.

In Unterzahl besser

Die Eintracht muss mehr Wucht, Kreativität und Tempo ins Spiel bekommen. Das ist natürlich nicht so leicht, gerade in dieser Saison, da es sich offenbar fast alle Bundesligatrainer zur obersten Aufgabe gemacht haben, erst einmal das Heiligste zu verteidigen – mit allen Mitteln. Die Folge sind zähe, tranige, unansehnliche Spiele in unschöner Regelmäßigkeit, die Resultate sind meistens knapp, am vergangenen Spieltag gab es vier Remis, zudem vier 2:1-Erfolge und einen 3:2-Sieg. Das spricht für eine hohe Dichte in der Breite.

Zuletzt erspielte sich das Kovac-Team – anders als zu Saisonbeginn – kaum noch Chancen, in Köln und in Leipzig waren Möglichkeiten Mangelware, gegen Stuttgart kamen die Hessen erst zum Schluss – und kurioserweise in Unterzahl – sehr viel besser ins Spiel und zu einigen Gelegenheiten. Der Trainer wird analysieren müssen, ob erfahrene, aber nicht wirklich dynamische Spieler wie Kevin-Prince Boateng und Jonathan de Guzman weiterhin gemeinsam auf dem Feld stehen können.

Kovac sorgt sich aber auch um die Defensive, wobei es da nicht mal um die Leistung der Abwehr als solches geht, sondern um die gesamte Herangehensweise. Da passte dem fast 46-Jährigen zuletzt einiges nicht, das fing im Auswärtsspiel in Leipzig an, als die Eintracht fast eine Stunde Fußball zum Abgewöhnen zeigte, und hörte gegen Stuttgart auf, als die Frankfurter zu Beginn der zweiten Hälfte von einer Verlegenheit in die nächsten stürzten. Kovac stört sich an der Passivität. „Wenn ich den Ball nicht habe, muss ich raustreten, dem Gegner die Zeit nehmen und ihn unter Druck setzen. Das müssen wir den Spielern einimpfen.“ Und weiter: „Wenn wir angreifen, muss die Rest-Verteidigung stimmen. Wir müssen immer plus eins haben“, also einen Mann mehr als der Gegner.

Beim nächsten Spiel in Hannover wird der Coach sein Ensemble umbauen müssen. Simon Falette wird an der Leine und auch in der folgenden Heimpartie gegen Dortmund fehlen. Das DFB-Sportgericht sperrte den Innenverteidiger nach seiner mit Rot bestraften Notbremse gegen Simon Terodde für zwei Partien. Falette war zuletzt immer besser in Form gekommen.

Merkwürdiges von Salcedo

Gut, dass sich Marco Russ gegen den VfB mit einer soliden Leistung zurückmeldete. Der Routinier könnte in Hannover an der Seite von Abwehrchef David Abraham verteidigen. Denn dass Kovac den mexikanischen Neuzugang Carlos Salcedo aufbieten wird, darf doch stark bezweifelt werden. Der 24-Jährige, der am zurückliegenden Samstag rund um das Stuttgart-Heimspiel eigentlich für die Erdbebenopfer in Mexiko Spenden sammeln sollte, laut Mitspieler Marco Fabian aber krank gewesen sei, folgte tags darauf seltsamerweise einer Einladung der mexikanischen Nationalmannschaft. El Tri trifft zunächst auf Trinidad und Tobago und anschließend auf Honduras.

Überraschend, dass der lange mit einer Schulterverletzung ausfallende Verteidiger überhaupt nominiert wurde, denn in Frankfurt hat er keine Spuren hinterlassen und nur 135 Minuten höchst unauffällig gespielt. Bei Kovac hat er erst mal schlechte Karten, weil Salcedo nach seiner Auswechslung in der Halbzeit gegen Augsburg motzig gewesen sein soll. Das ist bei einem Trainer wie Kovac nicht die beste Idee. Seitdem stand er nicht einmal mehr im Kader.

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