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Youth League: Bei Eintracht Frankfurts Trainer Agovic kribbelt es

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Von: Johannes Götze

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Damir Agovic ist Trainer der U19 von Eintracht Frankfurt und startet mit seinem Team in der UEFA Youth League gegen Talentschmiede Sporting.
Damir Agovic ist Trainer der U19 von Eintracht Frankfurt und startet mit seinem Team in der UEFA Youth League gegen Talentschmiede Sporting. © Charlie Rolff

Nicht nur im Frankfurter Stadtwald ertönt heute erstmals die Champions League-Hymne, sondern sogar schon um 12 Uhr im Sportpark Dreieich. Die U19 der Eintracht trifft in der UEFA Youth League ebenfalls auf Sporting Lissabon. Für den in Bad Soden-Salmünster wohnenden Damir Agovic als Trainer der Eintracht ein ganz besonderer Tag.

„Bei mir kribbelt es schon, wenn ich die Champions League-Hymne im Fernsehen höre, jetzt werde ich am Spielfeldrand stehen. Das ist nicht nur für mich, sondern vor allem für die Spieler, aber auch für den ganzen Verein etwas Besonderes“, sagt Agovic, der sich mit seinem Team seit Sonntag intensiv auf das erste Spiel von Eintracht Frankfurt in der Youth League vorbereitet.  

Eintracht Frankfurt startet in UEFA Youth League gegen Talentschmiede Sporting

Denn in der Youth League steht ihm aus mehreren Gründen ein anderer Kader als im Junioren-Bundesliga-Tagesgeschäft zur Verfügung: Einerseits darf der Spieltagskader durch drei Spieler aus dem 2003er-Jahrgang ergänzt werden, der in Deutschland nicht mehr für die Junioren spielberechtigt ist. Andererseits darf die Eintracht nur sechs Neuzugänge einsetzen und muss zudem auf „Local-Player-Regularien“ achten. 

Eine Bastelstunde für Agovic, die er allerdings gewohnt ist. Denn bei Eintracht Frankfurt hat sich unter der Leitung von Markus Krösche (Sportvorstand), Alexander Richter (Leiter des Nachwuchsleistungszentrums) und Patrick Ochs (Sportlicher Leiter U16 bis U21) einiges getan: Nicht zuletzt durch die Rückkehr in den Spielbetrieb der U21, die derzeit die Hessenliga aufmischt, wird ein deutlich höherer Fokus auf die individuelle Entwicklung der Spieler, als auf die Ergebnisse gelegt. So stehen Agovic beispielsweise die Talente Matteo Bignetti, Mehdi Loune, Divaio Bobson, Nacho Ferri und allen voran Marcel Wenig kaum bis nicht zur Verfügung, sie spielen und trainieren stattdessen bei den Profis oder der U21 – obwohl sie für die U19 spielberechtigt wären.

Zur Person:

Damir Agovic (33) ist vor dieser Saison bereits zum vierten Mal zur Eintracht zurückgekehrt. Etappe eins bestritt er als Spieler, musste aber bereits 2010 verletzungsbedingt seine Schuhe an den Nagel hängen – mit gerade einmal 21 Jahren. Die Rückkehr erfolgte 2012: Er heuerte für ein Jahr als Co-Trainer der U19 bei er Eintracht an, 2018 blieb er für zwei Jahre, nun als Trainer der U15. Jetzt ist er Chef der U19 im aufstrebenden NLZ der Eintracht. Zwischenzeitlich war der in Montenegro geborene und in Steinau an der Straße aufgewachsene Agovic beim SV Wehen Wiesbaden, Energie Cottbus, dem katarischen Club Al-Khor und Viktoria Fulda tätig. Agovic lebt mit Frau Dzenada und der fünfjährigen Tochter Lamija in Bad Soden-Salmünster. 

„Der Ansatz ist, dass wir endlich wieder Spieler für die Bundesliga-Mannschaft entwickeln und nicht, dass Herr Agovic mit seiner Mannschaft Deutscher Meister wird“, erklärt Agovic unmissverständlich und führt aus: „Früher musstest du Spiele um jeden Preis gewinnen. Jetzt geht es im Nachwuchsbereich um individuelle Entwicklung. Wenn wir der Meinung sind, dass ein Spieler in seinem Team unterfordert ist, dann rückt er nach oben. Wir wollen die Toptalente fördern und nicht zwangsläufig in ihrem Kader belassen.“ 

Dabei verfolgt Agovic die gleiche Linie wie Ochs, zu dem er seit Jahren ein enges Verhältnis pflegt: „Patrick wollte mich schon zweimal nach Dreieich holen, jetzt hat er mich zur Rückkehr nach Frankfurt bewegt. Wir ticken einfach gleich, denken Fußball zu 100 Prozent identisch. Wir können gut damit umgehen, wenn die Ergebnisse nicht passen, weil der Fokus eben nicht auf ihnen liegt.“ In der U19-Bundesliga verlief der Start schleppend. Eben auch, weil Agovic fast ausschließlich mit einem jüngeren Kader agiert. 

UEFA Youth League:

Die UEFA Youth League ist 2013 eingeführt worden und findet parallel zur Champions League statt. Startberechtigt sind die 32 Nachwuchsteams der an der Champions League-Gruppenphase beteiligten Klubs sowie die 32 Jugendmeister der stärksten Nationen nach dem UEFA-Klubkoeffizienten. Die U19 der Eintracht trifft in ihrer Gruppe wie die Profis auf Sporting Lissabon, Olympique Marseille und Tottenham Hotspur. Der Gruppensieger qualifiziert sich fürs Achtelfinale, der Gruppenzweite kann über ein Play-off ebenfalls noch ins Achtelfinale einziehen. Die Eintracht trägt ihre Heimspiele im Sportpark Dreieich aus. Einen deutschen Sieger gab es noch nicht, Titelverteidiger ist Benfica Lissabon. 

Heute ist das anders: Marcel Wenig zum Beispiel, aber auch Nacho Ferri, Mehdi Loune und Divaio Bobson werden im Kader erwartet. Spieler, denen der Sprung in die Bundesliga zugetraut wird. „Gegen Sporting können sie sich mit der Elite messen, sich zeigen und beweisen. Das ist keine Selbstverständlichkeit“, sagt Agovic voller Vorfreude – auch auf das Spiel am Abend: Das schauen sich die beiden Jugendteams gemeinsam im Stadtpark an. Karten gibt es an der Tageskasse, Einlass ist bereits um 10.30 Uhr im Dreieicher Sportpark.

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