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„Die wollen uns einlullen“

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Von: Ingo Durstewitz

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Bamba Anderson soll gegen den KSC spielen.
Bamba Anderson soll gegen den KSC spielen. © Bongarts/Getty Images

Vor dem Spiel gegen den Karlsruher SC: Trainer Armin Veh ist von der Konkurrenz genervt, die der Eintracht zusätzlichen Druck aufbürde. Mit Video FR-"Waldstadion".

Vor dem Spiel gegen den Karlsruher SC: Trainer Armin Veh ist von der Konkurrenz genervt, die der Eintracht zusätzlichen Druck aufbürde. Mit Video FR-"Waldstadion".

Bei Eintracht Frankfurt ist es mittlerweile fast schon gute Tradition, kurz vor den fälligen Punktspielen den Ball mit dem Fuß über ein gespanntes Netz zu befördern. Fußballtennis in Dreiergruppen. Da wird viel gelacht und ein bisschen gealbert, aber meistens gibt es auch sehr lange Gesichter. Der Ehrgeiz der Profis schlägt da sehr anschaulich durch. Dieses Mal war es Rob Friend, der nach ein paar Runden eine Miene aufsetzte, als werde die Winterzeit auf zwölf Monate ausgedehnt. Brecher Friend, kein Edeltechniker, hatte es auch nicht leicht mit sich und den Kollegen Georgios Tzavellas und Ricardo Clark. Da gab es nichts zu holen. Ist ja auch nicht so wichtig, wer beim Fußballtennis gewinnt.

Am Samstag ist ein Erfolg wichtiger. Es geht vor heimischer Kulisse mit mehr als 35.000 Zuschauern gegen den Karlsruher SC. Wahrscheinlich hat Armin Veh Fußballtennis ganz bewusst in den Trainingsplan aufgenommen. Immer dann, wenn die Eintracht sich derart locker und spielerisch vorbereitete, fuhr das Team Siege ein. Und Veh ist absolut abergläubisch.

Veh: Team nicht unter Druck

Am Donnerstag, nach der Einheit am Vormittag, grub der 50-jährige Fußballlehrer mal wieder sein neues Lieblingsthema aus: die Favoritenbürde. „Jeder erzählt einfach, die Eintracht steigt sowieso auf“, ereiferte er sich. „Wie kommen die eigentlich alle darauf?“ Nun ist es nicht so, dass Veh diese Rolle nicht annehmen würde, die Mannschaft leide auch nicht unter der immens hohen Erwartungshaltung, „sie geht gut damit um“. Aber Veh nervt es zusehends, dass die Rivalen sein Ensemble überhöhen, um ganz elegant im Windschatten der Eintracht zu segeln und den Hessen zusätzlichen Druck aufzubürden. „Die wollen uns einlullen mit dem Krampf“, wetterte der Coach in Richtung der Konkurrenz. „Die Düsseldorfer erzählen, sie interessiere der Aufstieg nicht, sie schauen nur von Spiel zu Spiel ? und das juckt keinen Menschen. Aber wir sind der große Topfavorit.“ Indes: Die Fortuna liegt drei Zähler vor der Eintracht.

Anderson soll spielen

Die Frankfurter hätten bei einem Sieg gegen den Abstiegskandidaten aus Karlsruhe ebenfalls 38 Punkte nach Beendigung der Hinserie. Veh erachtet diese Ausbeute „als Wahnsinn“. Hertha BSC, der spätere Meister, hatte vor einem Jahr als Dritter 33 Zähler, Erzgebirge Aue sicherte sich mit einem Nachholspiel im Februar mit 34 Punkten nachträglich die Herbstmeisterschaft.

Die Eintracht ist am Samstag (13 Uhr) fast schon zum Siegen verpflichtet, wenn „wir oben dran bleiben wollen“ (Veh). Die erste Niederlage am zurückliegenden Samstag bei 1860 München und die späten Siegtreffer in den Wochen zuvor haben den Coach nicht beunruhigt und er weiß natürlich, dass „wir jetzt wieder Ergebnisse brauchen“. Gerade nach dem 1:2 in München „müssen wir sofort nachsetzen“. Das Team gehe die Partie in jedem Fall unbelastet an. „An der Niederlage hatten die Spieler nicht groß zu knabbern.“

Nach wie vor lässt er offen, wer den KSC in vorderster Linie beackern soll. Erwin Hoffer wird ganz sicher eine Spitze sein, die andere entweder Theofanis Gekas oder Karim Matmour. Mohamadou Idrissou, der schmerzlich vermisste Angreifer, soll erst am Montag wieder mit leichtem Jogging beginnen. „Dann sehen wir weiter.“ Und hinten soll Innenverteidiger Bamba Anderson seinen Mann stehen, obwohl er am Donnerstag aufgrund seiner Knöchelverletzung nicht trainieren konnte. „Er wird spielen können“, sagte Veh lapidar. Der Schuh drückt ja zurzeit sowieso eher vorne.

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