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Knapp vorbei. Luka Jovic (Nr. 8) schaut dem Schuss von Ante Rebic (hinten) hinterher.

Eintracht Frankfurt - VfL Wolfsburg

Wolfsburg raubt Eintracht Frankfurt den Nerv

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  • Ingo Durstewitz
    Ingo Durstewitz
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Dem VfL Wolfsburg ist es gelungen, das gefürchtete Eintracht-Sturmtrio weitgehend aus dem Spiel zu nehmen.

Ganz zum Schluss, es lief schon die Nachspielzeit, hat es Ante Rebic dann noch einmal mit einem ruhenden Ball probiert, halblinks vor dem Tor, nicht optimal für einen direkten Schuss, aber der Kroate hat es dennoch versucht. Zuvor hatte ja nichts klappen wollen, ob er nun links vorbei gegangen war oder rechts, ob mit einem Übersteiger oder volley und direkt: Nie fand der Ball den Weg ins Tor. Dann also per Freistoß: Rebic lief an und drosch die Kugel haarscharf am Tor vorbei. Kurz darauf pfiff Schiedsrichter Sascha Stegemann diese unschöne, weil oft unterbrochene Partie ab, Eintracht Frankfurt hatte mal wieder nach sehr langer Zeit ein Spiel verloren.

Jovic, Haller und Rebic kommen nie richtig in Schwung

Immerhin hatte zudem einer aus dem Trio infernale getroffen, Luka Jovic war es, der kurz vor Schluss die Kugel aus nächster Distanz über die Linie gedrückt hatte. Es war dies keine besondere Kunst, Sebastien Haller, Dritter im Bunde, hatte perfekt mit dem Kopf vorgelegt. Es war bereits das zehnte Tor des erst 20 Jahre alten Serben, der damit weiterhin mit dem Dortmunder Paco Alcacer die Torschützenliste anführt. Jovic musste dabei nur noch den Fuß hinhalten. Es war kinderleicht, und man fragte sich schon, warum dies den Frankfurtern in den 87 Minuten zuvor nicht gelungen war.

Denn obwohl erneut einer der drei Stürmer Jovic, Haller, Rebic an einem Frankfurter Treffer beteiligt war - von den bislang erzielten 30 Toren hatten bei 29 diese Drei ihre Füße oder Köpfe im Spiel - so kam das stürmende Triumvirat doch an diesem Sonntagabend nie richtig in Schwung. Klar: Es hatten sich Chancen geboten, die Statistiker verzeichneten allein bei Jovic fünf Schüsse aufs Tor, auch Haller erzielte ein Abseitstor, und Rebic war der bekannte Wirbelwind im Strafraum, immer gefährlich, aber den Wolfsburger Abwehrspielern war es im Großen und Ganzen schon gut gelungen, die berühmte Frankfurter Wucht zu blocken. Es war im Grunde das Geheimnis des Wolfsburger Sieges.

Denn die Gäste hatten es geschafft, den Frankfurter Sturm zu bändigen. „Es ist ja bekannt, dass Frankfurt viel Power mitbringt“, sagte der VfL-Trainer Bruno Labbadia, selbst einst ein gefürchteter Angreifer. Er habe selten solche drei Stürmer gesehen, die solch eine Körperlichkeit mitbringen, die regelrecht wehtun. „Wir haben deshalb das Zentrum sehr eng gemacht“, sagte der VfL-Trainer. Zeitweise haben man „brutal“ verteidigt, nicht unfair, aber mit allen erlaubten Mitteln. Dazu agierten die Wolfsburger nicklig und aggressiv, ließen ihren Gegenspielern kaum Raum, schon gar nicht Zeit. Und sie verdichteten die Mitte, so dass Rebic, Jovic und Haller viel zu selten zur Geltung kamen und im Gestrüpp der vielen Beine zu oft wirkungslos blieben. 

Diese Unerbittlichkeit, diese Härte und Zweikampfstärke hatte der Frankfurter Offensive den Nerv geraubt, nicht gleich, aber je länger das Spiel dauerte. Dazu nervten die VfL-Profis, indem sie jede sich bietende Gelegenheit nutzten, Zeit zu schinden. Immer wieder lag ein Wolfsburger auf dem Rasen, scheinbar schwer verletzt. Auch das brachte die Hessen auf Dauer aus dem Rhythmus. „Sie können ja nicht immer treffen“, hatte hingegen Mijat Gacinovic Verständnis für seine angreifenden Kollegen. „Das war nicht ihr Tag. Dafür haben sie in den letzten Wochen super gespielt.“ 

Auch Eintracht-Trainer Adi Hütter musste einräumen, dass die Niedersachsen defensiv „richtig gut“ gearbeitet hätten. „Trotzdem habe ich noch Torchancen bei uns gesehen.“ Vor allem in den ersten 25 Minuten hätten die Gastgeber in Führung gehen können, gerade Luka Jovic und Ante Rebic hatten Einschussmöglichkeiten. Besonders über die linke Seite, auf der Filip Kostic eine herausragende Partie geboten hatte, lief vieles.

Angreifer von Eintracht Frankfurt rennen sich fest

Doch mit zunehmender Spieldauer rannten sich die Frankfurter Angreifer fest. Dazu kam, dass auch die Anspiele aus dem Mittelfeld nicht ideal kamen. Auch das wussten Wolfsburger Beine zu verhindern. Sogar auf Libero Makoto Hasebe hatte Labbadia einen Spieler abgestellt. „Wir wollten unterbinden, dass Hasebe die Stürmer mit Pässen füttert“, sagte Labbadia. Das hatte der Japaner, seit Wochen in bestechender Form, immer wieder getan. Die Wolfsburger Analysten hatten ganze Arbeit geleistet und das Frankfurter Angriffssystem in Teilen entschlüsselt. Der VfL verteidigte auch mit großer Hingabe.

Und schließlich hatte Luka Jovic am Sonntag zudem nicht seinen allerbesten Tag erwischt. Er fand nicht so richtig in die Partie, wirkte manchmal sogar etwas überspielt, war nicht immer hellwach. Aber gerade dafür hatte Hütter Verständnis. Es wäre ganz sicher nicht normal, wenn „ein 20-Jähriger in jedem Spiel überragend wäre.“ Und immerhin hatte ja wenigstens Luka Jovic noch sein ganz persönliches Erfolgserlebnis. Am Ende hatte es trotzdem nicht mehr gereicht. 

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