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Real vom Rhein

Wolfgang Niedecken fiebert mit dem 1. FC Köln

Heute noch Abstiegskandidat und morgen schon Champions-League-Anwärter. Für viele ist der 1. FC Köln Religion. Auch für den großen Wolfgang.

Von Dominik Hechler

Es war gegen Ende der 50-er Jahre, als der kleine Wolfgang, er muss so etwa sechs Jahre alt gewesen sein, regelmäßig an den Wochenenden gespannt die Fußballreportagen im heimischen Wohnzimmer am Radio verfolgte. "Ich erinnere mich noch, dass ich damals nie so richtig unterscheiden konnte, ob da jetzt die Nationalmannschaft oder doch der 1.FC Köln spielt, weil ständig der Name Hans Schäfer fiel", blickt der heute erwachsene Wolfgang zurück. Wolfgang heißt mit Nachnamen Niedecken und ist Frontmann der kölschen Rockgruppe BAP. Der große Wolfgang lächelt bei diesen Worten.

Der 1.FC Köln also. Klar, dieser Verein wurde dem 58-jährigen Fußballfan quasi in die Wiege gelegt. Niedecken ist in der Domstadt geboren und schon von Kindesbeinen an mit seinem großen Bruder ins Müngersdorfer Stadion gepilgert, um dort seinen Helden zuzujubeln. Das macht der Musiker auch heute noch. "So oft ich kann, bin ich im Stadion live dabei."

Doch die letzten zehn Jahre waren hart für den brennenden Köln-Fan, Auf- und Abstiege kennzeichnen den Weg des Traditionsvereins. "Ich versuche immer objektiv an den FC heran zu gehen, leide aber trotzdem jedes Mal wieder mit wie ein Schwein", sagt er.

Zurzeit scheint der FC auf dem Weg der Stabilisation. Aktuell rangieren die Kölner mit 21 Punkten auf dem 13. Tabellenplatz. Vor allem der überraschende 3:2-Auswärtserfolg beim deutschen Meister VfL Wolfsburg am vergangenen Wochenende habe gezeigt, so Niedecken, zu was dieses Team eigentlich fähig sei. "Bei dieser Partie ist aus einer Notgemeinschaft endlich mal eine Mannschaft geworden", so der Kult-Kölner, der glaubt, dass die aktuellen Verletzungen von Lukas Podolski und vor allem Milivoje Novakovic auch eine Chance für die anderen Spieler sein könnten. "Vor allem sind wir aber nicht mehr so berechenbar", erklärt der 58-Jährige, der nachschiebt, dass "das Spiel der Kölner in der Hinrunde immer nur auf den Standfußballer Novakovic zugeschnitten war."

So könne man in der Bundesliga auf Dauer nicht bestehen, findet der Musiker, der sich da als Fußballfachmann versucht: "Bei so einer durchsichtigen Taktik lachen sich die gegnerischen Trainer doch kaputt."

Auch dass Superstar Podolski im Spielsystem der Domstädter mehr oder weniger den Wasserträger für Novakovic geben soll, kann nach Niedeckens Ansicht nicht funktionieren. "Der Lukas ist ein Instinktfußballer, der braucht einen halbwegs kongenialen Partner." Doch in den nächsten Wochen wird "Prinz Poldi" wohl erstmal nicht auf dem Rasen anzutreffen sein. Der deutsche Nationalspieler laboriert an einer schweren Rückenverletzung. Rückkehr aufs Feld ungewiss.

Dennoch ist Niedecken vor den kommenden Wochen nicht bange. Sollten die Kölner, wie von ihm getippt, tatsächlich auch noch in Frankfurt gewinnen, "dann sind wir für ein paar Tage wieder das Real Madrid vom Rhein". War natürlich nur ein Spaß. Und der BAP-Frontmann muss selbst erstmal herzhaft lachen. Denn er weiß nur zu gut um die übertrieben hohe Erwartungshaltung und die durchaus auch hektische Medienwelt in Köln. Heute noch Abstiegskandidat und morgen schon Champions-League-Anwärter. So ist das halt in dieser verrückten und überdrehten Stadt, in der der lokale Fußballklub weit mehr ist als nur ein Sportverein. Für viele ist der 1. FC Köln Religion. Auch für den großen Wolfgang.

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