Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für FR.de. Danach lesen Sie FR.de gratis mit Werbung.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf FR.de
  • Zum Start nur 0,99€ monatlich
  • Zugang zu allen Berichten und Artikeln
  • Ihr Beitrag für unabhängigen Journalismus
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Fokussiert: Sebastian Rode hat Europa nicht aus den Augen verloren, doch dann sollte die nervende Sieglos-Serie bald reißen.
+
Fokussiert: Sebastian Rode hat Europa nicht aus den Augen verloren, doch dann sollte die nervende Sieglos-Serie bald reißen.

Eintracht Frankfurt

Wo ist die Gier?

  • Ingo Durstewitz
    vonIngo Durstewitz
    schließen

Eintracht-Antreiber Sebastian Rode überzeugt mit einem klaren Blick auf das große Ganze: „Die Entwicklung geht nicht weiter nach oben.“

Aus gutem Grund ist Eintracht-Antreiber Sebastian Rode dieser Tage gedanklich mal ein Stück in die Vergangenheit gereist, zurück in den Herbst 2013 und den Winter 2014. Damals mühte sich die Eintracht schwerfällig durch die Liga, sie wurde gefährlich nahe an die Abstiegsplätze hinabgespült, auch weil sie so viele späte Treffer schlucken musste, meistens in ein und derselben Minute, der 86., die schnell als ominös oder verflucht bezeichnet wurde, der damalige Trainer Armin Veh nannte sie drastisch-knackig „die Arschloch-Minute“.

Zehn Punkte hatten die Frankfurter allein in der Vorrunde in den Schlusssequenzen der Spiele hergeschenkt, und natürlich beendete einer dieser traumatischen Augenblicke auch die traumhafte Reise durch Europa: Der FC Porto kickte die Eintracht exakt in der 86. Minute mit dem Tor zum 3:3-Ausgleich aus dem Wettbewerb. Damals, erinnert sich Seppl Rode noch heute, „konnte man sich nie genau erklären, weshalb das so war in dieser Minute.“

Genauso wenig könne er nun herleiten, weshalb die aktuelle Mannschaft oftmals zu Beginn eines Spiel so schläfrig wirkt oder in der Viertelstunde nach der Pause so viele Gegentore kassiert (Bielefeld, Köln, Bremen, Leipzig, Dortmund), was insgesamt satte zehn Punkte gekostet hat. Und auch die endlose Geschichte mit den vielen Remis – rätselhaft. Aber in einem ist sich der mittlerweile auch schon 30-Jährige sicher: „Zufall ist das nicht.“

Der Südhesse moniert in der Defensive Unkonzentriertheiten, die zu Gegentoren führten, denn jeder kleine Fehler könne auf diesem Niveau nun mal bestraft werden. Und vorne, ja, da gehe dem Team die „letzte Entschlossenheit“ ab. „Wir müssen wieder diese Gier entwickeln.“ Eine sehr treffende Einschätzung, es ist genau dieser Eindruck, der sich in manchen Spielen verfestigt hat. Dieser absolute, eiserne Wille, ein Spiel für sich zu entscheiden, egal wie, egal um welchen Preis – der war zumindest in einigen Partien nicht zu erkennen.

Mannschaft hinkt Ansprüchen hinterher

Der Mittelfeldmann ist mit dem generellen Leistungsstand des Ensembles nicht vollends zufrieden, auch hier beweist er einen klaren Blick auf das große Ganze und gibt eine wohltuend realistische Einschätzung des Status quo ab. Nach dem Re-Start in der Vorsaison habe man eine „sehr gute Restrunde“ hingelegt und „auch spielerisch zugelegt“, wie er betont. Doch nun hinke die Mannschaft diesen Ansprüchen hinterher. „Ich finde, dass das ein bisschen nachgelassen hat und die Entwicklung nicht weiter nach oben geht“, bekundet Rode. „Das ist schade.“ Zumindest im ersten Abschnitt gegen Borussia Dortmund war das Team aber auch in dieser Hinsicht auf dem richtigen Weg, da stimmte die Balance, Aufopferung und Leidenschaft paarte sich mit guten fußballerischen Momenten.

Weil das aber nicht immer so war, steckt die Eintracht fest im Ödland der Tabelle. „Wir sind leider sehr im Mittelfeld“, sagt der deutlich reifer gewordene Akteur aus Alsbach-Hähnlein. „Insgesamt können wir nicht ganz zufrieden sein.“ Die derzeitige Platzierung und Punktausbeute korrespondiere nicht mit dem eigenen Anspruch und auch nicht „mit dem Anspruch von außen, der größer geworden ist in den letzten Jahren“.

Doch gerade in den drei verbliebenen Begegnungen vor Weihnachten wolle die Mannschaft alles dafür tun, „um den Anschluss nach oben zu schaffen“. Für den Mittelfeldspieler ist es von entscheidender Bedeutung, dass das Team diese vermaledeite Sieglosserie hinter sich lässt und sich mit einer Initialzündung in andere Sphären katapultiert: „Wenn wir aus diesem Trott rauskommen, haben wir gute Chancen, wieder oben angreifen zu können.“

Rode freut sich auf Partie beim starken VfL

Drei Punkte am Freitagabend in Wolfsburg wären da ein brauchbarer Anfang, Sebastian Rode freut sich auf die Partie beim starken VfL am Mittellandkanal. „Sie werden uns alles abverlangen“, sagt er, doch gerade das Flutlicht habe auf ihn und seine Kollegen eine besondere Wirkung. „Da geht es noch mal anders zur Sache.“

Mit seinem persönlichen Abschneiden in dieser Spielzeit ist der lauf- und kampfstarke Profi einverstanden. „Ich bin gut drin“, sagt er, nach seiner Muskelverletzung sei er zwar noch nicht ganz bei 100 Prozent, „um 90 Minuten durchzuackern“, aber insgesamt fühle er sich „sehr gut“.

Und vielleicht wird der bescheidene und bodenständige Spieler ja bald befördert, nach dem bevorstehenden Weggang von David Abraham im Januar wird schließlich ein neuer Kapitän gesucht. Ein Spielführer, findet Rode, müsse ein gutes „Standing im Team“ haben und „Eindruck auf den Schiedsrichter“ machen, doch letztlich sei es egal, „wer mit der Binde am Arm aufs Feld läuft. Mein Fokus liegt nur darauf, mal wieder ein Spiel zu gewinnen.“ Kann man ihm ruhig glauben.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare