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Für Stefan Aigner und die Eintracht aus Frankfurt war in Mainz mal wieder nichts zu holen.
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Für Stefan Aigner und die Eintracht aus Frankfurt war in Mainz mal wieder nichts zu holen.

Eintracht Frankfurt

„Es wird eng bis zum Schluss“

  • Ingo Durstewitz
    VonIngo Durstewitz
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  • Thomas Kilchenstein
    Thomas Kilchenstein
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Trainer Armin Veh gibt sich keinen Illusionen hin: Der Abstiegskampf wird die Eintracht lange in Atem halten - auch weil grundsätzliche Probleme nicht behoben wurden.

In der Nachlese des für Eintracht Frankfurt mal wieder unerfreulichen Nachmittags in Mainz ist Armin Veh grundsätzlich geworden. „Du musst halt solch ein Spiel auch mal gewinnen“, hob der Eintracht-Trainer an. „Denn die Mainzer sind nicht besser als wir.“ Davon, die Partie bei den Rheinhessen für sich zu entscheiden, waren die Hessen erneut ein gutes Stück entfernt, was natürlich auch, aber nicht nur mit der frühen Hinausstellung von Alexander Meier zu tun hatte. Veh hat insofern recht, weil seine Mannschaft es in aller Regel nicht schafft, Spiele zu gewinnen, die auf der Kippe stehen, die eng und umkämpft sind. Partien gegen Kontrahenten auf Augenhöhe. Das ist eine Frage der Qualität.

Dazu gehört die fußballerische Klasse, die bei Eintracht Frankfurt doch begrenzter ist als angenommen. Das weiß man mittlerweile. Und dazu gehört die Mentalität, die Haltung zum Spiel und zum Wettkampf. Bei den Hessen ist nichts Zwingendes im Spiel, die letzte Entschlossenheit fehlt, die Gier nach Erfolg. Das Team scheint an Niederlagen gewöhnt, dieser absolute Willen, sich gegen Unbill aufzulehnen, ist nicht sonderlich ausgeprägt. Das mag sich banal anhören, ist es aber nicht. Wenn man immer wieder Mannschaften eines ähnlichen Kalibers nicht bezwingen kann, ist das kein Zufall mehr.

In dieser Saison verpassten es die Frankfurter, all jene Spiele zu gewinnen oder zu punkten, in denen sie nicht schlechter waren als der Kontrahent. In Wolfsburg (1:2), in Hamburg (0:0), auf Schalke (0:2), gegen Hertha (1:1), in Hoffenheim (0:0) und nun in Mainz (1:2). Die einzige enge Partie, die die Eintracht gewann, war in Hannover (2:1).

Der letzte Punch fehlt der Mannschaft, weshalb es ihr so schwer fällt, Dreier einzufahren. 14 Punkte nach 14 Spielen sind eine mehr als dürftige Bilanz und ganz sicher nicht das, was man sich vorgestellt hatte in Frankfurt. Veh gibt sich keinen Illusionen hin, er hat sich auf einen langen Weg eingestellt: „Es wird eng bis zum Schluss.“

Lesen Sie bitte weiter auf der nächsten Seite.

Denn fußballerisch ist die Eintracht nicht gut genug, um die Gegner in die Knie zu zwingen und zu Fall zu bringen. Das Dargebotene ist ziemlich brotlos und harmlos. Es fehlen die Ideen, die Kreativität, das Überraschende. Die Eintracht ist zu berechenbar.

Das Mittelfeld ist in dieser Besetzung nicht in der Lage, über spielerisches Vermögen Torchancen zu kreieren. Aleksandar Ignjovski und Slobodan Medojevic sind wackere Kämpfer und in dieser Phase auch wichtig fürs Team, aber sie können kein Spiel eröffnen oder leiten.

„Zu leicht auszurechnen“

Das könnte Stefan Reinartz, wenn er nicht in einer Formkrise stecken und zudem noch an einer entzündeten Patellasehne leiden würde, weshalb er die letzten beiden Spiele verpasste. Für das Derby gegen Darmstadt, glaubt Veh, könnte es reichen. Noch wichtiger wäre die Rückkehr von Marc Stendera, dem einzig wirklich Kreativen im Eintracht-Ensemble. Er musste in Mainz mit einem Muskelfaserriss passen. Das ergab die MRT-Untersuchung. „Aber bei ihm brauchst du keine Bilder machen. Da findest du immer was, aber er hat nix“, sagte Veh. Zu Saisonbeginn war bei Stendera ein Muskelbündelriss diagnostiziert worden, nach einer Woche stand er aber schon wieder auf dem Platz. Das ist eigentlich ausgeschlossen. „Aber bei seiner Muskulatur kann das schon sein“, sagt Veh. Deshalb habe er den Spielmacher für Sonntag nicht abgehakt. „Ich hoffe, dass es geht, aber ich weiß es nicht.“

Sicher mit dabei sein wird Mijat Gacinovic, der bei seinem Debüt eine unerwartet gute Leistung zeigte. „Mijat ist ein Gewinn“, urteilte Veh (siehe weiteren Bericht auf dieser Seite). Und damit meinte er gar nicht so sehr die Leistung des 20-Jährigen, sondern eher den Spielertypus. Denn der Serbe bringt eine Note ins Eintracht-Spiel, die bislang fehlte. Er kann durch seine Schnelligkeit und Dribbelstärke mal eine neue Spielsituation heraufbeschwören. Das ging den Frankfurtern bisher völlig ab. Dieser Fehler in der Personalpolitik hängt den Hessen nach. „Deshalb stehen wir unten drin. Das müssen wir ändern“, sagte Veh. „Und das werden wir ändern.“ Seine Mannschaft sei zu „leicht auszurechnen“, er habe das schon früh erkannt. Zumal sein Ensemble ja auch nicht über Schnelligkeit die Angriffe nach vorne tragen könne.

Einen Spieler wie den Mainzer Yunus Malli habe er nicht in seinem Team. „Er hat den Unterschied gemacht.“ Seiner Mannschaft müssten zwingend Spieler zugeführt werden, die „eine Eins-gegen-Eins-Situation mal erfolgreich lösen können, damit andere frei werden.“ Man werde gezielt nachbessern. Denn von einer Einschätzung rückt Veh nicht ab: „Ansonsten haben wir eine ordentliche Mannschaft.“

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