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Makoto Hasebe steht wieder voll im Saft.

Makoto Hasebe

Was wird aus dem alten Hasen?

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Eintracht-Routinier Makoto Hasebe kämpft um eine Vertragsverlängerung.

Jung, sagt der alte Hase Makoto Hasebe, sei er ja nun wirklich nicht mehr, „am 18. Januar werde ich 34“. Das ist im wirklichen Leben kein Alter, als Feldspieler einer professionellen Fußballmannschaft gehört man da jedoch schon fast in die Gilde der Methusalems. 

Makoto Hasebe, der kluge Mann aus Nippon, weiß das. Und deshalb wird er sich nicht beleidigt ins Schneckenhaus zurückziehen, wenn sein derzeitiger ArbeitgeberEintracht Frankfurt ihm eröffnen sollte, dass es für ihn nach Saisonende nicht mehr weitergehen würde. „Ich würde das voll respektieren und akzeptieren.“ Etwas anderes hätte man von ihm auch nicht erwartet. 
Noch ist aber nicht entschieden, wie mit dem Kapitän der japanischen Nationalmannschaft geplant wird. „Es ist alles offen, ich bin aber ganz ruhig“, sagt „Hase“, der einräumt, sich „viele Gedanken über die Zukunft zu machen“. 

Hasebe würde gerne in Frankfurt bleiben

Er würde gerne in Frankfurt bleiben, weil er sich wohl und wertgeschätzt fühlt, aber wenn er keinen Vertrag mehr erhalten sollte, wird er auf alle Fälle noch woanders weiterspielen und die Fußballschuhe nicht an den Nagel hängen. Er könne sich vorstellen, noch mal in seiner Heimat aufzulaufen, aber auch mit den USA habe er sich schon befasst. Für ihn steht eines fest: „Ich muss auf dem Platz etwas zeigen.“ 

Da klemmte es in dieser Saison ein wenig. Die schwere Knorpeloperation im Knie aus dem März hat ihn weiter zurückgeworfen als gemeinhin angenommen, immer wieder musste er kürzertreten und pausieren, Schmerzmittel gehörten zu seinem Alltag. Auch seine Leistungen litten darunter, er war nicht mehr der Souverän, die Konstante in der Abwehr. 

Trainer Niko Kovac entschied sich irgendwann dafür, lieber David Abraham in die Mitte der Dreierkette zu stellen. Hasebe war dann draußen oder im defensiven Mittelfeld. Klar ist, dass das Eintracht-Spiel auch jetzt noch an Struktur gewinnt, wenn Hasebe dabei ist, doch die Ausfallzeiten sind länger und die Darbietungen schwankender geworden. Das haben die Verantwortlichen registriert. „Er hat durch die Verletzung ein bisschen den Rhythmus verloren“, sagt Sportvorstand Fredi Bobic. „Aber er ist ein Top-Profi.“

Die Sportliche Leitung wird in der Rückserie ganz genau hinsehen, in welcher Verfassung sich der Routinier präsentieren wird. „Mal sehen, wie gesund und stabil er ist“, bestätigt Bobic. Und dann werde man im gemeinsamen Gespräch relativ schnell und unkompliziert entscheiden, ob er bleibt oder ob die Zusammenarbeit erst einmal beendet wird. Sicher sei allerdings: „Es wird sehr respektvoll ablaufen.“ Man kennt und schätzt sich. Es ist kein Geheimnis, dass die Eintracht den jovialen und integren Mann auch gerne nach seiner aktiven Karriere als Repräsentant oder Markenbotschafter behalten würde. Hasebe wäre ebenfalls nicht abgeneigt, doch den Trainerschein will er auch machen. „Ich kann mir alles vorstellen.“ Sein Lebensmittelpunkt wird auch nach seiner Laufbahn auf jeden Fall Deutschland bleiben. 

Nun will er aber noch mal als Fußballer angreifen, Schmerzen an den Knien habe er nicht mehr, bisher habe er alle Einheiten und auch das letzte Spiel im alten Jahr im DFB-Pokal in Heidenheim über 120 Minuten absolvieren können. „Ich fühle mich gut, viel besser als zuletzt.“ 

Ihm ist anzumerken, dass er es noch einmal wissen will, das anstehenden Halbjahr ist für ihn das wichtigste seit langer Zeit. Es geht nicht nur um einen neuen Vertrag, sondern auch um die WM in Russland, die der krönende Abschluss seiner Nationalmannschaftskarriere sein soll. Die dritte WM-Teilnahme sei sein „großer Traum“. Genauso wie ein internationaler Startplatz mit der Eintracht. „Wir müssen bescheiden bleiben, trotzdem können wir davon träumen.“  

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