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Gute Laune bei den Vorbereitungen auf das Comeback: Constant Djakpa.

Eintracht Frankfurt

Wirbelwind ohne Angst

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Mit erstaunlicher Seriosität und großem Ehrgeiz bereitet sich Verteidiger Constant Djakpa auf sein Comeback bei der Eintracht vor.

In der vergangenen Woche ist Constant Djakpa wieder ins Mannschaftstraining von Eintracht Frankfurt eingestiegen. Eine sehr lange Zeit des Wartens, des Hoffens, des Schuftens und Ackerns war vorbei, Mitte September des vergangenen Jahres hatte sich der Ivorer im Spiel gegen den FC Schalke 04 bei einem spektakulären Scherenschlag in der Luft das Kreuzband im rechten Knie gerissen. Endlich konnte Djakpa wieder richtig mit dem Ball spielen, wenn der Ball im Spiel ist, geht es Djakpa gut, da ist er wie ein kleines Kind. Und weil der Frankfurter Linksverteidiger ein lustiger Kerl ist, sein Herz immer auf der Zunge trägt, hat er vollmundig ein paar Sachen gesagt, die seinem Trainer Thomas Schaaf nicht so gefallen haben.

Djakpa also sagte, er wolle von den vier noch ausstehenden Heimspielen drei mitmachen, „ich bin ja kein schlechter Spieler. Mir fehlt nur noch das Tempo.“ Man spürte förmlich, wie sehr sich da einer freute, nach sechsmonatiger Zwangspause wieder Fußball spielen zu können. Djakpa ist ja von seiner ganzen Mentalität ein ausgesprochener Sunnyboy, nie schlechter Laune, immer gut drauf und von ansteckender Fröhlichkeit.

Thomas Schaaf aber bremste den Nationalspieler der Elfenbeinküste geschwind aus. Er sei noch nicht so weit. „Er ist jetzt erst einmal ganz hinten dran. Wir wissen ja, was er immer alles so erzählt“, sagte der Übungsleiter. Rumms, das hatte gesessen.

Seit der Zeit arbeitet der 28-Jährige noch verbissener, noch seriöser an seinem Comeback – und hat sich selbst einen Maulkorb verpasst. Er wolle jetzt nichts mehr sagen, sagt er, nur noch Taten auf dem Rasen sprechen lassen. Und dafür legt sich Djakpa mächtig ins Zeug: Extraschichten, wie gestern, mit Fitness-Coach Michael Fabacher gehören dazu, immer wieder schießt er Ersatztorwart Yannick Zummack die Bälle um die Ohren, um danach noch ein paar Runden um den Trainingsplatz zu drehen. Mit Constant Djakpa, so viel steht fest, ist wieder zu rechnen. Zu Beginn der

Saison hatte er, der seit 2011 für die Eintracht spielt und bislang zu 57 Spielen für die Hessen gekommen ist, ohnehin die Nase vorn vor Bastian Oczipka. Erst die schwere Verletzung warf ihn zurück.
Was derzeit vor allem bei dem 1,77 Meer großen Profi verblüfft: In den Spielchen im Training tritt er mittlerweile so auf, als wäre er nie weg gewesen. Sah sein Bewegungsablauf in den letzten Wochen noch etwas schleppend aus, so läuft Djakpa jetzt richtig rund. Und er hat offenbar überhaupt keine Angst: Er haut sich im Training rein, als sei das Kreuzband nie gerissen, er geht gegen den härtesten Wadenbeißer im Klub, gegen Aleksandar Ignjovski, in die Zweikämpfe als gäbe es kein Morgen. Er schont sich nicht, wirklich nicht, die Härtetests hat er bestanden, Band und Knie haben gehalten. Und wenn man gesehen hat, wie etwa Nelson Valdez nach seiner Kreuzband-OP in seinem ersten Spiel gegen Paderborn auf dem Platz zunächst noch gefremdelt hat, dann ist der Linksverteidiger enorm weit.

Schaaf bremst

„Stopp“, sagt Thomas Schaaf. „Wettkampf und Training – das sind andere Welten.“ Der Coach findet zwar auch, dass „Djaki“ auf „einem guten Weg“ sei, aber natürlich fehle ihm noch die Praxis und damit die Sicherheit. Man habe ihn, wie alle Langzeitverletzten, behutsam und sorgfältig wieder an die Mannschaft herangeführt, er hatte „einige Stufen zu gehen“ gehabt, und die nächste sei ein Einsatz am kommenden Dienstag im Testspiel in aller Freundschaft gegen Niederrodenbach. Deshalb mache man diese Spiele, „diese Spiele sind wichtig“ für die Rekonvaleszenten und die Profis, die hinten dranstehen. Constant Djakpa, den Schaaf „Wirbelwind“ nannte, muss sich also nicht mehr lange gedulden.

So wie Alexander Meier. Der Top-Torjäger der Eintracht und der Bundesliga (19 Treffer) nahm auch am gestrigen Donnerstag nicht am Mannschaftstraining teil. Noch immer habe er Beschwerden an seinem lädierten Knie, sagte Schaaf. Die letzten drei Trainingseinheiten auf dem Platz verpasste der 32-Jährige. Statt dessen übte er individuell. Schaaf allerdings sieht keinen Anlass, sich Sorgen um Meier zu machen. „Ich denke, dass wird für den kommenden Samstag kein Problem werden.“

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