+
"Der Einzug in die Gruppenphase wäre ein Traum": Philip Holzer.

Eintracht Frankfurt

„Wir sollten uns am FC Arsenal orientieren“

Der einflussreiche Aufsichtsrat Philip Holzer über die Marke Eintracht Frankfurt, den internationalen Zuschnitt des Traditionsklubs, die Stadiondebatte und weshalb Trainer Armin Veh dem Fußball-Bundesligisten erhalten geblieben ist.

Philip Holzer, Baujahr 1966, ist der Herr der Zahlen, seit 21 Jahren arbeitet er als erfolgreicher Investmentbanker bei Goldman-Sachs, seit vier Jahren als Vize-Chef in Deutschland. „Ich bin mit Zahlen groß geworden, Zahlen fallen mir leicht“, sagt der Sohn des früheren FR-Chefredakteurs Werner Holzer. Seit drei Jahren sitzt Philip Holzer im Aufsichtsrat der Eintracht Frankfurt Fußball AG. Der frühere Torwart ist Banker, Geschäftsmann und Fan. „Ich bin hier aufgewachsen und mit der Region verwachsen. Ich finde, da muss man auch mal was zurückgeben. Ich habe viel Glück gehabt im Leben“, sagt er im zweistündigen Gespräch mit der FR. Holzer will mitwirken, die Eintracht weiter voranzubringen, und er hat mitgeholfen, Trainer Armin Veh in Frankfurt zu halten.

Herr Holzer, sind Sie, der erfolgreiche Investmentbanker, eigentlich ein beinharter Eintracht-Fan, der seine Emotionen auf den Vip-Plätzen auslebt?

Sie können ja mal die Kollegen aus der Vorstandsbox fragen, wie viele Minuten ich es auf meinem Sitz aushalte und wann ich dann zum Stehen übergehe. Das kann schnell gehen. Ich gehe total mit. Und ich bin eher schlecht gelaunt, wenn die Eintracht verliert. Der Samstag ist dann gelaufen. Am Sonntag geht es vielleicht ein bisschen besser, je nachdem wie die Niederlage ausgefallen ist.

Können Sie sich noch an Ihre ersten Spiele im Waldstadion erinnern?

Puh, ich kann mich an die vielen Spiele gegen die Bayern erinnern, denen haben wir fast immer die Hosen versohlt, Hammer-Nickel und so. 6:0, 5:1 – da war ich immer dabei. Wobei: Einmal war ich wirklich innerlich zerrissen: Da drängten sich Harry Valérien und Hanns-Joachim Friedrichs an mir vorbei und haben sich direkt neben mich gesetzt. Das waren damals Sportstudio-Legenden, da konnte ich mich nicht entscheiden, wo ich hinschauen sollte – aufs Spiel oder zu den beiden Meistern (lacht).

Können Sie sich an Ihr letztes großes Europapokalspiel erinnern?

Das war im Februar 1994 gegen Juventus Turin im alten Waldstadion, es muss ein Faschingsdienstag gewesen sein. Hier Unentschieden, in Turin verloren. Klar weiß ich das noch.

Sie sprechen wie ein Fußball-Fan. Haben Sie selbst gespielt?

Natürlich. Bei der Spielvereinigung Bad Homburg.

Im Tor, haben wir gehört…

In der Jugend habe ich überall gespielt, dann hat sich unser Torwart verletzt, und der Trainer sagte: ,Holzer, geh‘ du mal ins Tor.‘ Das hat dann auch ganz gut geklappt. Django Mann war später mein Trainer, er sagte irgendwann zu mir: „Schade, Philip, wenn du etwas früher angefangen hättest, hättest du ein überragender Torwart werden können.“ Ich kann mich noch gut an mein erstes Spiel für die erste Mannschaft erinnern, es war 1985, es war die Aufstiegsrunde zur Oberliga. Ich habe noch in der A-Jugend gespielt, doch im Aufstiegsspiel verletzte sich unser Torwart Tommy Grüneisen, ich wurde reingeworfen. Am nächsten Tag war ein großes Bild von mir und ein Artikel in der Zeitung. Das weiß ich noch wie heute. Das Spiel ging 0:0 aus. Wir hatten damals eine tolle Truppe, da war Lars Schmidt dabei, der ging dann zum KSC, Michael Krätzer, Ralf Haub, ein riesiges Talent.

Sie haben sich dennoch fürs Studium und eine andere Laufbahn entschieden.

Ja, damals war ich mir nicht so sicher, ob das die richtige Entscheidung ist. Die anderen Jungs haben 3000, 4000 D-Mark verdient, das waren Vollprofis. Ich musste dann mit 1000 Mark auskommen. Lars Schmidt hat beim KSC einen Vertrag unterschrieben, der ihm 300 000, 400 000 Mark im Jahr brachte. Aber im Nachhinein würde ich sagen, ich habe alles richtig gemacht (lacht).

Aber die Zeit als Fußballer hat Sie dennoch geprägt?

Natürlich, ich denke oft an diese Zeit zurück. Sport hat mir viel gegeben. Und ich denke, der Amateursport und der Verein an sich haben eine ungemein wichtige Funktion. Deshalb habe ich eine Stiftung ins Leben gerufen: „Business for Sports“. Ziel ist, mit der Vorbildfunktion Sport zu fördern und zu fordern. Da haben wir unter anderem ein Projekt „Fußball trifft Kultur“. Dafür konnten wir auch Stefan Aigner gewinnen. Da gehen wir in die Kinderoper, ins Städel, in die Malschule. Sport ist wichtig. Was man den Kindern für eine Freude mit einem Wanderpokal machen kann, ist für mich unfassbar schön. Ich denke, wir setzen mit der Stiftung 2000 bis 3000 Kinder in der Region in Bewegung.

Also diskutieren Sie als Fußballer dann auch im Aufsichtsrat, ob Armin Veh die richtige Aufstellung gewählt hat?

Um Gottes Willen. Ich würde zwar sagen, ich habe Ahnung von Fußball, aber ich mische mich nicht ins Sportliche ein. Das wäre ja lächerlich. In den Aufsichtsratssitzungen gibt es keine Diskussionen über die Aufstellung oder die Taktik. Ich maße mir nicht an zu beurteilen, ob ein Spieler gut oder schlecht ist, aber charakterlich kann ich die Spieler einschätzen. Wir haben gute, anständige Jungs. Ich denke, wenn wir die Fluktuation bei uns niedriger halten können als im Bundesliga-Durchschnitt, dann könnte das eine Chance für uns sein.

Wo liegen noch Chancen für die Eintracht?

Wir müssen unser Netzwerk stärker nutzen. Wir haben eine heterogene Aktionärsstruktur, das heißt 68 Prozent gehören den Mitgliedern, 29 Prozent den Banken (Helaba, Bankhaus Metzler, BHF-Bank und DZ-Bank haben alle die gleichen Anteile, sie firmieren unter „Freunde der Eintracht“; Anm. d. Red.) und drei Prozent Wolfgang Steubing. Das ist kein unerhebliches Netzwerk, das wir besser nutzen müssen. Ich kenne die Eigentümer aus meinem beruflichen Wirken schon sehr lange. Diese heterogene Struktur müssen wir mehr nach vorne richten.

Wie meinen Sie das genau?

Man muss mit jedem Beteiligten in der richtigen Sprache sprechen. Man muss wissen: Banker sind vorsichtig. Und viele sind traumatisiert von der Eintracht-Zeit vor zehn Jahren, als der Verein fast am Ende war. Diese Zeit hat uns sehr viel gekostet.

Aber Sie hören sicher Sprüche wie: „Jetzt muss die Eintracht mal ins Risiko gehen, um den nächsten Schritt zu machen.“

Ja, klar. Da gibt es Menschen, die sagen: „ Jetzt müssen wir mal 30 Millionen Euro Schulden aufnehmen und irgendwelche Spieler kaufen.“ Wer das will, hat das Konzept nicht ganz verstanden. Wenn du das machst, musst du die 30 Millionen abschreiben in den nächsten drei Jahren. Das bedeutet einen zusätzlichen Aufwand von zehn Millionen Euro, zuzüglich der laufenden Kosten für den Spieleretat. Da kann man schnell in die Verlustzone abrutschen, es kann zu negativem Eigenkapital führen – und das freut weder die DFL noch uns. Mit Schulden aufnehmen funktioniert das also alles nicht.

Wie funktioniert es dann?

Wir müssen an vielen Stellschrauben drehen, wir müssen Kärrnerarbeit leisten. Jeder muss noch einen Schlag härter arbeiten.

Das ist allgemein formuliert.

Ich komme da wieder auf die Heterogenität unseres Klubs zu sprechen. Sie ist unsere Stärke. Der Verein spiegelt wunderbar die Stadt Frankfurt wider. Ich bin jede Woche einmal in London, ich weiß, es gibt drei große Themen, die Wirkung haben: Der Flughafen, die Messe und Eintracht Frankfurt. Die Leute im Ausland wissen, was hier passiert. Wir müssen es schaffen, diese Mischung aus Tradition und Internationalität aufs Parkett zu bringen. Das ist ein Pfund, mit dem wir wuchern können. Und deshalb bin ich so selbstbewusst zu sagen: Es gibt keinen Grund, weshalb der HSV 85 000 Mitglieder hat und wir 22 500. Unser Ziel muss sein, 50 000 Mitglieder zu haben. Sehen Sie, wir haben 50 000 Trikots verkauft in der letzten Saison. Wir liegen in der europäischen Zuschauertabelle auf Platz 13 mit mehr als 800 000 Zuschauern, wir haben europäische Topklubs abgehängt. Wir sind in der Sky-Bundesliga-Tabelle auf Platz 5, 330 000 Zuschauer gucken Eintracht-Spiele ganz gezielt auf der Wahloption. Wir haben schon jetzt eine sehr hohe Reichweite, aber es ist immer noch Platz nach oben. Die Marke Eintracht Frankfurt ist schon jetzt internationaler als man erwartet.

Das sind weiche Faktoren.

Aber meinen Sie nicht, unser Hauptsponsor Fiat mit seiner Tochter Alfa Romeo hat sich die Beurteilungen in jeglicher Art von Marketingfragen sehr genau angesehen? Und natürlich treiben uns andere Fragen um: Wie können wir ein modernes Scouting-System aufbauen? Wie können wir aus dem Leistungszentrum noch mehr Spieler in die erste Mannschaft überführen? Denn Fakt ist auch: Wir haben ein unheimliches Potenzial, aber wir haben noch lange nicht alle Potenziale ausgeschöpft. Wir haben Performance verloren. Wir müssen stärker wachsen als der Markt, das haben wir seit 2006 nicht geschafft. Aber die Dinge, die wir vorhaben, passieren nicht über Nacht. Im Hintergrund muss man die Weichen für die Zukunft stellen, während das Tagesgeschäft sauber und ordentlich gemacht werden muss.

Wo sehen Sie die größten Herausforderungen?

Ich erwartete einen großen Paradigmenwechsel durch den dramatisch stärkeren Einfluss der Fernsehgelder auf die Erlösstruktur in der Bundesliga. Diese TV-Gelder hängen stark vom sportlichen Erfolg ab. Und der lässt sich, wie man ja weiß, so blöd planen. Das Fernsehgeld hat aber den höchsten Deckungsbeitrag, fast 100 Prozent. Jeder Verein bekommt deutlich mehr aus dem Medientopf. Für uns ist das sogar ein Nachteil, wir sind 14. dieses Rankings. Das hat der Abstieg kaputt gemacht. Ich habe mir mal die TV-Gelder ab 2016 angesehen: Da bekommt der 19., also quasi der Erste der zweiten Liga, zehn Millionen, der Sechste der Bundesliga erhält 36 Millionen. Das ist Geld, das zum großen Teil in den Spieleretat fließt. Die Balance zwischen wirtschaftlich sinnvoll und sportlich richtig wird dadurch noch schwieriger zu erreichen.

Alles zementiert also?

Von Betonierung möchte ich nicht sprechen wollen. Nehmen Sie die Premier League, da hat etwa Tottenham einen Spieleretat von 85 Millionen – Pfund wohlgemerkt. Der Letzte in England hat ein höheres Budget für die Profis als wir. Aber es gibt immer Möglichkeiten, man muss schneller sein, pfiffiger sein. Und vielleicht ein anderes Netzwerk nutzen. Es geht darum, bei uns eine neue Generation einzubauen, Menschen, die ein internationales Netzwerk haben, die im Hintergrund die Fäden spinnen. Frankfurt kann als internationale Stadt mitreden.

Ein Profil, das auf Sie passt.

Ich habe ein kleines Netzwerk gegründet: „Freunde der Adler“. Grundvoraussetzung war, lebenslanges Mitglied zu werden für 1899 Euro. Da sind spontan 60 Geschäftsmänner eingetreten, interessante, wichtige Menschen der Gesellschaft. Die Frage ist: Wie können wir langfristig eine Kontinuität erreichen, die es uns erlaubt, höhere Erlöspotenziale zu schaffen.

Haben Sie Vorbilder in Europa?

Wir sollten uns am FC Arsenal orientieren. Da ist der Trainer von den Fans fast rausgeschmissen worden, weil er nicht genug investiert. Sie waren jetzt sieben, acht Jahre hintereinander in der Champions League, aber machen trotzdem jedes Jahr Gewinn. Das ist bewundernswert. Wir können uns da viele Scheiben abschneiden, etwa das Scouting. Sie haben letzte Saison einen neuen Torwart gesucht, sie haben europaweit über ein Jahr hinweg 30 Torhüter beobachtet. Dann haben Sie einen Cut gemacht: 30, 20, 10 – dann die Top Five. Und das sind keine bekannten Namen. Das ist Professionalität.

Oder muss vielleicht doch der Scheich in Frankfurt landen?

Nein. Einen Investor dieser Art halte ich in Frankfurt für ganz problematisch. Falls wir mal einen Investor haben sollten, muss der sehr, sehr vorsichtig ausgewählt werden, da müssen sich alle Parteien wohl fühlen. Es könnte nur ein strategischer Partner sein, der die Marke weiterbringt. Das macht möglicherweise Sinn, ein Oligarch eher weniger. Das geht hier nicht. Wir leben von unserer Fankultur.

Also Zusatzeinnahmen durch den Europapokal?

Das ist the icing on the cake, das i-Tüpfelchen. Da können wir uns vielleicht Futter aufbauen für den schlechteren Tag. Man muss sich fragen: Was nutzen wir zur Stärkung des Eigenkapitals und was geben wir für Investitionen aus? Wie hoch soll das Payout Ratio sein, Stichwort: Dividenden-Politik. Unsere Eigenkapital-Rendite etwa war nicht so schlecht. Und bei einem Fußballverein ist ja eine Emotional-Verzinsung dabei.

Was bedeutet das konkret?

Wir sind der größte Freizeitanbieter in der Region. In Gesprächen mit der Stadt sage ich gerne mal: Ihr wisst gar nicht, wie hoch unser Markenwert ist. Und das muss man dann auch in Hinsicht der Bewertung des Namensrechts des Stadions sehen.

Dieses Geld fließt doch sowieso in die Kasse der Stadt.

Im Moment. Aber wir arbeiten daran. Man muss auch sehen: Was bringt es für die Marke Frankfurt, wenn wir gegen Tottenham oder Arsenal spielen und in London auf der Map sind. Wir sind eine Marke in Europa, AS Rom etwa wollte jetzt ganz spontan zu einem Freundschaftsspiel nach Frankfurt kommen.

Das Thema Stadion scheint Sie zu beschäftigen. Geht es Ihnen da um die Miete, die zu hoch sein soll?

Das ist nicht mein Thema. Mir geht es darum, die Stadiondebatte zu entemotionalisieren. Fakt ist: Die Eintracht erzielt 80 Prozent der Erlöse rund ums Stadion für die Betreibergesellschaft. Aber weder der Steuerzahler noch der Haupterlösträger ist angemessen daran beteiligt, was das Stadion abwirft. Darin liegt die Krux. Dummerweise haben wir damals einen 15-Jahresvertrag mit der Betreibergesellschaft abgeschlossen, wir waren nicht unbedingt in einer Position der Stärke. Deshalb dürfen wir auf keinen Fall wieder in eine Position der Schwäche kommen.

Sie sollen ja auch erheblich daran beteiligt gewesen sein, dass Armin Veh Trainer in Frankfurt geblieben ist.

Das weiß ich nicht. Es ist ja so: Alle Beteiligten wollten unbedingt, dass Armin Veh bleibt. Vorstand, Sportliche Leitung und Aufsichtsrat haben an einem Strang gezogen, um ihn zu halten und ihm Perspektiven aufzuzeigen. Das war entscheidend. Ich habe dann auch noch mal mit ihm gesprochen und ihm gesagt: ‚Herr Veh, ich glaube, dass wir eine Menge entwickeln können. Ich werde mich dafür einsetzen, dass wir versuchen, alle Potenziale zu heben, wir werden alle hart arbeiten, das verspreche ich.‘ Wir haben einen Plan erarbeitet, um seine Forderungen umsetzen zu können, wir können sie stemmen. Ich habe ihm versichert, dass wir alle Steine umdrehen werden. Und ich habe mich dafür eingesetzt, im Aufsichtsrat die breite Unterstützung für unser Vorhaben zu bekommen. Das hatte er ja auch schon mal anders erlebt in der Vergangenheit. Armin Veh mag es nicht, wenn ihm jemand reinredet. Aber ich habe auch gesagt, dass wir nichts Unsinniges machen, zehn Millionen Schulden aufnehmen geht nicht mit uns. Wir haben Bruno Hübner viel Vertrauen gegeben – und er hat es zurückgezahlt. Er macht einen guten Job.

Was sind die Erwartungen für die neue Saison?

Der Einzug in die Gruppenphase wäre ein Traum. Generell gilt: Wir müssen um alles in der Welt einen nochmaligen Abstieg vermeiden. Da müssen wir immer einen Puffer haben.

Aber sicher kann man nie sein.

Das stimmt. Ich habe die Rückrundentabelle vor Augen, das wahre Gesicht. Da waren wir Zwölfter. Das ist der Mittelwert, wir schwanken um den Mittelwert. Es gibt die erste und die zwei Standardabweichung. Nach unten ist die erste Abweichung Platz 13, 14. Nach oben Rang elf, zehn, neun. Wir hatten in den letzten beiden Jahren jeweils die zweite Standardabweichung. Einmal nach unten, dann nach oben. Nach unten – das sollten wir vermeiden.

Aber der Abstieg war doch irgendwie auch reinigend.

Ja, der Abstieg hat uns in gewisser Weise geholfen, wir haben vieles angepackt, den Vorstand verjüngt etwa, davon profitieren wir. Axel Hellmann etwa macht einen exzellenten Job. Und wir haben damals einen Manager eingestellt, das war erforderlich, denn die Welt ist zu komplex geworden, um sie in einer Ein-Mann-Funktion zu bewältigen. Die Art und Weise, wie sich Heribert Bruchhagen der Veränderung gestellt hat, hat mich sehr beeindruckt.

Was ist sportlich Ihre größte Hoffnung?

Ich hoffe, dass wir mal so eine Nummer wie Julian Draxler rausbringen. Wie hoch ist da jetzt die festgeschriebene Ablösesumme? 45 Millionen? Wenn wir so was mal schaffen könnten, wäre das ein großer Wurf. Das ist ein 100-prozentiger Deckungsbeitrag. Sonny Kittel etwa hat mit ihm ja in allen Auswahlteams gespielt. Leider hat er zwei schwere Knieverletzungen gehabt. Ich habe auch mit großem Bedauern von Marc Stenderas Kreuzbandriss gehört. Er hätte eine ein Art Leuchtturmfunktion für unsere Jungs aus dem Leistungszentrum haben können. Vielleicht müssen wir uns mehr um die jungen Leute kümmern, sie abholen, auch psychologisch betreuen. Der Sprung vom Internat zu den Profis ist ja sehr groß. Das wäre so eine kleine Stellschraube, an der es sich zu drehen lohnen könnte.

Interview: Ingo Durstewitz und Jörg Hanau

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare