Guter Einstand: Amin Younes.
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Guter Einstand: Amin Younes.

Neuzugang

Eintracht Frankfurt: Younes überzeugt beim Einstand

  • Ingo Durstewitz
    vonIngo Durstewitz
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  • Daniel Schmitt
    Daniel Schmitt
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Eintracht-Profi Amin Younes erweitert in der Offensive die Möglichkeiten für Trainer Adi Hütter.

  • Eintracht Frankfurt holt beim FC Köln immerhin einen Punkt.
  • Ein Debütant für die SGE weiß zu überzeugen.
  • Amin Younes könnte in der Zukunft eine gewichtige Rolle in den Planungen des Trainers spielen.

Amin Younes ist sich auch für fußballerische Drecksarbeit nicht zu schade. Mal davon abgesehen, dass das – erstens – von einem Profikicker auch zu verlangen ist und – zweitens – manch einem Spieler sogar richtig Freude bereiten kann (einfach mal nachgefragt bei Martin Hinteregger oder Stefan Ilsanker), war dieser 60-Meter-Sprint vom gegnerischen Sechzehner zurück bis an den eigenen dennoch auffällig.

Eintracht Frankfurt: Amin Younes belebt die Partie

Zehn Minuten vor dem Ende wetzte der vor zwei Wochen verpflichtete Offensivspieler von Eintracht Frankfurt da nach hinten, holte seinen Kölner Gegenspieler zwar nicht ganz ein, setzte ihn aber derart unter Druck, dass dessen Abspiel misslang. Prompt erhielt Younes nach dem 1:1-Unentschieden beim 1. FC Köln dafür auch ein Lob von seinem Sportdirektor: „Amin hat in beide Richtungen gut gearbeitet“, sagte Bruno Hübner und fügte an: „Er war eine Belebung für unser Spiel.“

Am 12. April 2014 hatte der früherer deutsche Nationalspieler zum bisher letzten Mal in der Bundesliga auf dem Rasen gestanden, für acht Minuten in Stuttgart, damals noch in Diensten von Borussia Mönchengladbach. In diesem Jahr war er bislang nur auf drei Kurzeinsätze für den SSC Neapel gekommen, kumulierte 20 Minuten, ehe ihn die Eintracht für zwei Jahre auf Leihbasis an den Main lotste. Bei seinem Premiereneinsatz im rot-schwarzen Dress wusste Younes durchaus zu überzeugen, zumindest in jenem Maße, das ihm sein nicht hundertprozentig austrainierter Körper zurzeit zugesteht. „Es war natürlich zu sehen, dass ihm noch die Spielpraxis fehlt, aber er wird ein anderes Element in unsere Mannschaft bringen“, sagte Eintracht-Trainer Adi Hütter. Der Einsatz von Younes lasse alles in allem auf vieles hoffen.

Eintracht Frankfurt fehlte das entscheidende Tor

Anstelle des matten Steven Zuber hatte Hütter seinen Zugang auf dem linken Flügel ins Spiel gebracht, von dort suchte der 1,68 Meter kleine Dribbler stets den Weg ins Zentrum hinein. Ein abgeblockter Schuss (72.), ein weiterer abgefälschter, wesentlich gefährlicherer ans Außennetz des Kölner Kastens (78.) – gute Ansätze waren das allemal. „Mit seinem Auftritt bin ich grundsätzlich zufrieden, ich hätte ihm ein Tor gegönnt“, sagte Trainer Hütter. Und dem gesamten Team sowieso, nur logisch.

Younes selbst, der von seinen Teamkameraden sofort eingebunden wurde ins Kombinationsspiel und 23 Ballkontakte sammelte, erkannte aber auch noch genügend Potenzial für Verbesserungen: „Ich bin gerade erst ein paar Tage hier, sodass wir uns erst noch kennenlernen müssen und ich das Gefühl entwickeln muss, wo die Mitspieler hinlaufen.“ Er sei aber zuversichtlich, dass das Zusammenspiel noch besser werde. Denn: „Man sieht, dass wir tolle Fußballer sind.“

Eintracht Frankfurts Stärken liegen zur Zeit in der Offensive

In der Tat: Neben Amin Younes weiß vor allem die Stammbesetzung in der Offensive um Daichi Kamada, André Silva und Bas Dost mit der Kugel umzugehen. Kamada, der Techniker mit dem Hang zu Sololäufen, hatte auch in Köln nach unauffälliger erster Hälfte (trotz des herausgeholten Elfmeters) vor allem im zweiten Abschnitt ständig dann seine Füße im Spiel, wenn es gefährlich wurde. Und wenn er seine Füße mal nicht an den Ball bekam – Stichwort Luftloch – wurde es eben auch nicht gefährlich. Als der Japaner den Ball erst im Nachsetzen über die Latte setzte, verpasste er die größte Chance zur womöglich vorentscheidenden 2:0-Führung (50.). Aufgelegt hatte die Möglichkeit der fleißige Dost, der wie schon in den vergangenen Wochen gut harmonierte mit seinem Sturmpartner Silva. Die beiden Angreifer wissen, wo das gegnerische Tor steht, gönnen sich auch gegenseitig den Erfolg, versuchen mit – zugegebenermaßen zu langsamen – Tiefenläufen die Räume für den jeweils anderen zu schaffen.

Die Spieler von Eintracht Frankfurt in der Einzelkritik: Dost ragt heraus, ein Neuzugang enttäuscht

Sieben Treffer haben die Hessen in dieser Bundesligarunde in vier Spielen erzielt, sechs davon entfallen auf Silva (3), Dost (2) und Kamada (1). Einzig Sebastian Rode trug sich noch in Berlin in die Torschützenliste ein, wohlgemerkt nach Vorlage von Kamada. Gute Werte allemal, die Frankfurter Offensivqualität lässt sich auch in Abwesenheit des verletzten Filip Kostic sehen und soll künftig natürlich auch von Younes noch einmal angehoben werden.

Der erkannte freilich auch den größten Makel des Spiels in Köln-Müngersdorf: „Wir hätten zum richtigen Zeitpunkt das zweite Tor nachlegen müssen.“ Das müssen sich die Frankfurter Angreifer diesmal wirklich ankreiden lassen.

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