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Abschlussstark: Ajdin Hrustic (links) erzielt das 1:0 gegen Straßburg.
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Abschlussstark: Ajdin Hrustic (links) erzielt das 1:0 gegen Straßburg.

Partie gegen RC Racing Straßburg

„Wir sind keine Zauberer“: Glasner sieht, was bei der Eintracht noch zu tun ist

  • Thomas Kilchenstein
    VonThomas Kilchenstein
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Eintracht Frankfurt unterliegt Racing Straßburg im Härtetest mit 2:3 und zeigt dabei eine wechselhafte Leistung. Großer Lichtblick ist Doppeltorschütze Ajdin Hrustic.

Frankfurt ‒ Ajdin Hrustic, der beste Frankfurter Spieler bei der 2:3 (2:1)-Niederlage im ersten ernsthaften Härtetest gegen RC Racing Straßburg, hat dann hinterher tatsächlich den Satz gesagt, den jeder ambitionierte Spieler ohne Anspruch auf einen Stammplatz sagt. Und den alle Fußballlehrer hören wollen: „Ich spiele da, wo mich der Trainer hinstellt.“ Einerlei, ob auf der Sechs, der Acht oder der Zehn, Hauptsache dabei sein auf dem grünen Rasen. Aber wenn die Eindrücke nach gut dreiwöchiger Vorbereitung und vier Testspielen nicht täuschen, hat der seit kurzem 25 Jahre alte Australier mit bosnischen Wurzeln gute Chancen, im ersten Pflichtspiel, im Pokal am 8. August, bei Waldhof Mannheim, in der Startformation zu stehen. Und das nicht nur wegen der beiden sehr hübsch herausgespielten Tore am Samstag (24.07.2021) im Freundschaftsspiel gegen Straßburg (6. und 22. Spielminute).

Trainer Oliver Glasner jedenfalls lobte nach dem aufschlussreichen Test den Linksfuß, er habe „eine sehr positive Entwicklung“ genommen, Hrustic sei ein Spieler, der „wahnsinnig ehrgeizig“ sei, sagte der Österreicher und hob speziell hervor, dass der offensive Mittelfeldspieler auch die Vorgaben, die gemacht werden, tadellos umsetze, „das erwarte ich von jedem Spieler.“ Dass Hrustic, der nach Stationen über Melbourne, Nottingham Forest, Austria Wien, Schalke 04 und FC Groningen im vergangenen Sommer zur Eintracht kam, eine größere Rolle in den Planungen des Fußballlehrers spielen dürfte, zeigt auch die Tatsache, dass er mit Kevin Trapp und Evan Ndicka der einzige Spieler war, der am Samstag eine Stunde auf dem Platz stand – zur Pause hatte Glasner nahezu komplett durchgewechselt.

Eintracht-Trainer Oliver Glasner
Geburtsdatum28.08.1974 (46)
GeburtsortSalzburg, Österreich
TrainerlizenzUEFA-Pro-Lizenz
Bevorzugte Formation4 - 2 - 3 - 1

Hrustic, der im vergangenen Jahr noch eine längere Anpassungsphase benötigte, um sich an Tempo und Härte in der Bundesliga zu gewöhnen, war in der ersten, deutlich besseren Halbzeit Dreh- und Angelpunkt. Er inszenierte viele Angriffe, speziell über seinen Spezi Flip Kostic, der auch beide Treffer, wie gewohnt, mit perfekten Hereingaben vorbereitete, war immer anspielbar. Er war einer der wenigen Lichtblicke in diesem Testkick gegen den Tabellen-15. der vergangenen Saison in der französischen Liga. Und gerade im Zusammenspiel mit Filip Kostic harmonierten beide prima, beide verstehen sich auch außerhalb des Feldes.

Eintracht Frankfurt im ersten Testspiel unter Glasner: Zu viele leichte Ballverluste

Kostic zählte neben Hrustic also zu den Gewinnern dieses Übungsspiels. Schwer vorstellbar, wie Eintracht Frankfurt in der neuen Saison auftritt, sollte der 28 Jahre alte Serbe doch noch den Klub verlassen. Danach sieht es freilich momentan nicht aus, Glasner sagt deutlich: „Ich gehe davon aus, dass Filip nicht geht.“ Deshalb mache er sich darüber auch keine weiteren Gedanken, ebenso aktuell nicht über einen „1,95 Meter großen Stürmer“, den der Klub wohl noch verpflichten wird.

Zudem: Wenn denn „ein Leuchtturm“ vorne nicht zur Verfügung stehe, wie Glasner sagte, dann „werden wir uns eine andere Spielanlage geben müssen“. Die mangelnde Torgefahr ist derzeit eher das kleinere Problem bei der Frankfurter Eintracht, die von EM-Rückkehrer Martin Hinteregger als Kapitän angeführt wurde und bei denen Jesper Lindström wegen leichter muskulärer Probleme nicht im Kader stand.

Glasners Plan gegen Straßburg: Eintracht Frankfurt mit „guten Anlagen“

Wie in den vorherigen Testspielen auch, verzichtete Glasner im ersten Abschnitt auf nominelle Stürmer. Statt dessen agierten Daichi Kamada, Aymen Barkok und Amin Younes in vorderster Front, mit allen Freiheiten ausgestattet. Das sah in Ansätzen nicht schlecht aus, vor allem wenn direkt und schnell gespielt wurde. Glasner lobte denn auch in den ersten 45 Minuten das Spiel nach vorne, er habe „gute Anlagen“ gesehen, bisweilen wurde richtig gut durchkombiniert.

„Es ist nicht das Problem, Torchancen zu kreieren“, sagte Oliver Glasner. Und die mangelnde Torgefahr war nicht der Grund dafür, warum die Eintracht diesen Härtetest gegen Straßburg verloren hatte – denselben Gegner übrigens, den sie vor fast genau zwei Jahren in einem wegweisenden Playoff-Spiel zur Europa League im heimischen Stadion noch 3:0 bezwungen hatte.

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Was Trainer Glasner an diesem Nachmittag deutlich mehr störte, waren die vielen leichten Ballverluste, die prompt auch zu drei – vermeidbaren, ärgerlichen – Gegentoren geführt hatten. Im Kern „haben wir jedes Tor selbst geschossen“, das erste Gegentor (Ludovic Ajorque, 20.) resultierte aus einem Missverständnis zwischen dem sehr fahrigen Sebastian Rode und Tuta, das zweite (Adrien Thomasson, 52.) nach einem Ballverlust von Erik Durm, das 2:3 (Habib Diallo, 82.) nach einem haarsträubenden Rückpass von der Mittellinie von Stefan Ilsanker.

Eintracht Frankfurt im Testspiel gegen RC Racing Straßburg: „Zu viele Kleinigkeiten“

„Wir müssen die Absicherung besser hinbekommen, brauchen mehr Positionstreue, die richtige Balance ist sehr wichtig“. Darüber hinaus monierte der 46 Jahre alte Österreicher ein oft „zu riskantes“ Spiel nach vorne, „zu viel Kleinklein in gefährlichen Zonen“, „zu viele eigene Fehler“. Mildernde Umstände ließ er gelten, die Trainingsintensität habe er nicht verringert, noch am Vormittag hatte es eine Einheit gegeben, die Müdigkeit sei dagewesen. Im zweiten Abschnitt, als durchgewechselt wurde, geriet der anfangs noch vorhandene Spielfluss und die entsprechende Spielfreude stark ins Stocken.

Insofern sei das ein aufschlussreicher Test gewesen, fand der Fußballlehrer. Diese Partie sei „sehr, sehr schön zu analysieren. Wir haben gesehen, was wir wollen und wir haben gesehen, was wir nicht wollen.“ In der Defensive jedenfalls gibt es Nachholbedarf. Aber Zeit, bis zum ersten Bundesligaspiel am 14. August bei Borussia Dortmund ist ja noch, „wir sind alle keine Zauberer“, wonach alles nach drei Wochen perfekt sein könne.

„Es ist noch eine Menge Arbeit“, sagt auch Ajdin Hrustic, der natürlich alle Kommentare, wonach er seinen Stammplatz in der Startelf sicher habe, weit von sich wies. Sicher könne sich nur einer sein, der wie Filip Kostic 15 Vorlage pro Saison liefere.

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