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Fackelt nicht lang und ist aus elf Metern eiskalt: Stürmer Enis Bunjaki
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Fackelt nicht lang und ist aus elf Metern eiskalt: Stürmer Enis Bunjaki

Eintracht-Nachwuchs

"Wir sind eine Wundertüte"

Enis Bunjaki, Torjäger der A-Jugend von Eintracht Frankfurt, über einen Traum, Alex Meier und wem er was verdankt.

Von Manuel Schubert

Dass die Offenbacher Kickers am vergangenen Montag in Trier eine 0:6-Klatsche kassiert haben, hat Enis Bunjaki mitgekriegt. Aber wie es im Detail bei seinem Ex-Klub läuft, das verfolgt der 17-Jähriger mittlerweile nur noch mit einem Auge. Denn der Stürmer konzentriert sich ganz und gar auf Eintracht Frankfurt – und auf die Nationalmannschaft. Er will den Sprung in die oberste Spielklasse schaffen. Einen bis zum Jahr 2017 datierten Profivertrag hat der Sohn kosovarischer Eltern schon in der Tasche – auf den ersten Einsatz in der Bundesliga wartet Bunjaki noch. Im FR-Interview spricht der Torjäger der Eintracht-A-Jugend darüber, was er von dem Vergleich mit Frankfurts „Fußballgott“ Alex Meier hält und wie er den Konflikt zwischen Vormittagstraining und Schule bewältigt.

Herr Bunjaki, Sie haben am 4. September ihr Debüt bei der deutschen U19-Nationalmannschaft gegeben. In fünf Spielen sind Ihnen schon vier Tore gelungen. Wie geht das?
Natürlich will man als Stürmer immer Tore machen. Mein Dank geht aber an die Mannschaft, die machen alle einen super Job. Deshalb freue ich mich auch sehr, dass ich ihnen mit meinen Toren etwas zurückgeben kann.

Sie gelten als eiskalter Elfmeterschütze, haben die Nationalmannschaft neulich gegen Mexiko vom Punkt zum Sieg geschossen, auch im letzten Ligaspiel gegen Ingolstadt trafen Sie. Was ist Ihr Geheimnis?
Ich entscheide mich für eine Ecke und versuche, es durchzuziehen. Es ist natürlich eine Drucksituation, da muss man ruhig bleiben. Aber eine richtige Strategie habe ich nicht.

Haben Sie als Stürmer ein Vorbild?
Karim Benzema. Der ist mein großes Idol.

Warum?
Weil er alles mitbringt, was du als Stürmer haben musst. Er ist schnell, groß, kopfballstark. Und er ist keiner, der nur im Strafraum auf Torchancen lauert, sondern gut am Spiel teilnimmt.

Träumen Sie davon, mal so erfolgreich zu sein wie er?
Ich glaube, davon träumt jeder Fußballer. Mal bei so einem großen Klub zu spielen... (Benzema steht bei Real Madrid unter Vertrag; Anm. d. Red.)

Können Sie sich vorstellen, dass es bei Ihnen klappt?
Es wäre falsch, wenn man im Leben keine Ziele hat. Ich versuche, Schritt für Schritt nach vorne zu kommen. Ob es klappt, wird man dann sehen. Aber ich will natürlich so weit nach vorne kommen, wie möglich.

In Frankfurt vergleicht Sie so mancher schon mit Alex Meier. Sie beide sind im Spiel nicht die auffälligsten, aber schlagen eiskalt zu. Das schmeichelt Ihnen bestimmt?
Er hat seinen eigenen Stil, und ich meinen. Aber mit dem Frankfurter „Fußballgott“ verglichen zu werden, ist schon eine Ehre, das freut mich.

Sie haben im Sommer einen Profivertrag unterschrieben.
Da ging ein Traum in Erfüllung. Etwas, worauf ich jahrelang hingearbeitet hatte. Das hat mich natürlich riesig gefreut.

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War Thomas Schaaf noch an Ihrer Beförderung beteiligt?
Ja.
Finden Sie es schade, dass Ihr Entdecker nicht mehr da ist?
Schwer zu sagen.

Das heißt?
Was soll ich groß sagen? Ich bin ihm dankbar, dass ich mit 16 bei den Profis mittrainieren durfte, aber das Fußballgeschäft ist eben schnelllebig. Man muss bei jedem Trainer einfach sein Bestes geben.

Wie oft dürfen Sie unter Armin Veh bei den Profis trainieren?
Ich bin meistens Anfang der Woche dort. Ich muss natürlich versuchen, einen Kompromiss zu finden zwischen Profis und U19.

Was davon hat für Sie Priorität?
Beides. Da, wo ich bin, versuche ich, mein Bestes zu geben.

Sie haben einen Profivertrag bis 2017 unterschrieben. Sind Sie froh, dass Sie noch Zeit haben, sich zu beweisen?
Ich versuche, mich immer zu beweisen. Ob es heute ist oder morgen.

Die Konkurrenz im Eintracht-Sturm ist zurzeit sehr groß.
Seferovic, Meier, Castaignos, das sind Leute, von denen ich viel lernen kann. Von denen kann man sich einiges abschauen als junger Spieler.

Wie schätzen Sie Ihre Chancen ein, sich bei der Eintracht durchzusetzen?
Ich versuche, mich persönlich weiterzuentwickeln, mein Bestes zu geben. Natürlich hoffe ich, dass ich bald mein Debüt machen kann. Alles andere wird man dann sehen.

Die U19 hat sich gefangen, zuletzt gab es drei Siege in Serie. Was trauen Sie der Mannschaft in dieser Saison zu?
Ich glaube, dass wir eine große Qualität haben. Die Spiele, die wir verloren haben, waren knapp. Wir sind wie eine Wundertüte. Aber wenn wir Konstanz reinkriegen, können wir eine bessere Platzierung erreichen als im letzten Jahr.

Wo sehen Sie sich selbst in drei Jahren?
Mein Traum ist es natürlich, Bundesliga zu spielen und mich dort zu etablieren.

Sind Sie oft bei den Profispielen im Stadion?
Wenn es zeitlich passt, bin ich immer da.

Wie stellen Sie es sich vor, mal vor 50 000 Leuten aufzulaufen?
Das ist bestimmt ein unbeschreibliches Gefühl. Die Kulisse, die Fans, die Stimmung sind mega.

Stimmt es, dass Sie einen Tag, nachdem Sie den Profivertrag unterschrieben haben, die Schule geschmissen haben?
Eigentlich war geplant, dass ich dieses Jahr mein Abi mache. Aber dann ging alles so schnell und vormittags habe ich jetzt oft Training. Ich bin keiner, der unterschreibt, direkt zur Schule rennt und sagt: Ich höre auf. Ich mache jetzt ein Jahrespraktikum bei der Eintracht, dann habe ich mein Fachabitur. Das Ganze wurde ein bisschen falsch dargestellt. Schule ist immer noch am wichtigsten.

Interview: Manuel Schubert

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