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Hübner hat für die insgesamt eher bedrückte Stimmung rund um den Bundesligisten vom Main durchaus Verständnis.
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Hübner hat für die insgesamt eher bedrückte Stimmung rund um den Bundesligisten vom Main durchaus Verständnis.

Eintracht Frankfurt

„Wir müssen jetzt durch dieses Loch“

  • Ingo Durstewitz
    VonIngo Durstewitz
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Eintracht-Manager Bruno Hübner hofft trotz der Statistik auf die Initialzündung in Mainz. Sidney Sam bleibt ein Thema, das Thema Sebastian Jung hingegen ist abgehakt.

Nicht mal 25 Kilometer muss Bruno Hübner von seinem Wohnort in Taunusstein mit dem Auto zurücklegen, dann ist er schon in der nicht mehr so ganz taufrischen, aber immer noch irgendwie neuen Mainzer Arena irgendwo im Nirgendwo. Das ist ein Katzensprung. Trotzdem macht der Sportdirektor der Frankfurter Eintracht einen weiten Bogen um das Stadion des FSV Mainz 05. Das hat einen einfachen Grund: An diese Stätte hat er, wie viele andere Eintrachtler, keine guten Erinnerungen. „Wir haben da immer schlecht ausgesehen“, sagt er. „Man hat eine solche Negativserie im Kopf.“

Und doch macht der Manager in Optimismus – und zwar, weil die Hessen in dieser Saison durchaus mal dort gewinnen, wo sie sonst so gut wie nie etwas geholt haben. In Stuttgart und vor allen Dingen in Hannover ist die Eintracht fast immer leer ausgegangen, prompt hatte sie zuletzt ihre Auswärtsspiele dort gewonnen. Hübner glaubt sogar, dass die Partie beim Lokalrivalen eine Art Initialzündung bedeuten könnte. „So ein Spiel kann eine Chance sein.“

Hübner zeigt Verständnis

Mit einem – unerwarteten – Erfolg würde der Eintracht womöglich vieles lockerer von den Füßen gehen, sie könnte dann mit 17 Punkten und Heimspielen gegen Darmstadt und Werder Bremen vor der Brust relativ unbeschwert in die Zukunft blicken. Doch da der Konjunktiv im Fußball und auch im Leben zwar gerne bemüht wird, aber doch eher eine untergeordnete Rolle für die Realitäten spielt, sind das nur Gespinste, die durch den Kopf geistern. In Wahrheit ist es so, dass es kaum einen überraschen würde, wenn die Eintracht in Mainz den Kürzeren ziehen würde. Zu unstet, zu wankelmütig, zu wenig beständig präsentierten sich die Frankfurter bislang.

Hübner hat für die insgesamt eher bedrückte Stimmung rund um den Bundesligisten vom Main durchaus Verständnis. „Fast alle sind der Meinung, dass die Mannschaft Qualität hat. Und wenn man dann diese Qualität – aus was für Gründen auch immer – nicht abruft, ist es ja logisch, dass jeder enttäuscht ist.“

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Der Manager selbst kann sich von einer gewissen Ernüchterung nicht freimachen. „Wir sind nicht so in Tritt wie gewünscht“, sagt er. Doch das habe seine Gründe. Zum einen führt der Sportliche Leiter die Verletztenliste an, die nicht nur jetzt durchschlage, sondern schon vorher immer wieder mal einen Strich durch die Rechnung gemacht habe. Alexander Meier war bekanntlich zunächst verletzt, dann Carlos Zambrano, David Abraham zog sich immer mal ein Zipperlein zu, Haris Seferovic hatte es mal erwischt, auch Marc Stendera und Timothy Chandler, zuletzt Marco Russ, Stefan Reinartz, Makoto Hasebe und Luc Castaignos. „So kriegt man keinen richtigen Rhythmus rein.“

„Gescheites Polster“ anfuttern

Und der fehle auch einem Spieler wie Stefan Aigner. „Wenn Aigner das Selbstvertrauen der letzten Jahre hätte, hätte er gegen Leverkusen zwei Tore gemacht.“ So schoss er zwei Fahrkarten, die Eintracht verlor 1:3.

So komme dann eins zum anderen, das Selbstvertrauen geht flöten, die Ergebnisse stimmen nicht, die Verunsicherung greift um sich. Und plötzlich steht man da, wo man gar nicht stehen wollte. Und spielt so Fußball, wie man gar nicht spielen wollte: abwartend, reagierend, passiv, defensiv. „Das ist der Situation geschuldet“, bekundet Hübner. „Wir müssen jetzt die nötigen Punkte holen, und dann können wir wieder versuchen, anders Fußball zu spielen.“ Vier Punkte sollten es aus den beiden Partien gegen Mainz und Darmstadt schon sein, „mindestens.“ Bis zur Winterpause wolle man sich „ein gescheites Polster“ anfuttern, um sich in der Vorbereitung neu aufzustellen. „Das ist uns immer gelungen, wir haben immer 20 Punkte oder mehr in der Rückrunde geholt.“ Bis dahin gilt: „Wir müssen jetzt durch dieses Loch.“

In der Winterpause wird man sich auch personell neu sortieren, auf jeden Fall soll ein Spieler für den linken Flügel kommen, vielleicht zusätzlich eine weitere Verstärkung. Hinten rechts wird die Eintracht eher nicht aktiv, die geplante Rückholaktion von Sebastian Jung ist nach FR-Informationen aufgrund der aktuellen Situation in Wolfsburg und den gestiegenen Chancen des Spielers beim VfL kein Thema mehr. In diesem Winter hat die Eintracht Jung abgehakt.

Sidney Sam hingegen nicht. Der auf Schalke unglückliche Flügelspieler könnte im zweiten Anlauf nach Frankfurt kommen. „Wir finden ihn interessant. Aber er fällt immer wieder mal verletzt aus. Wenn er gesund ist, könnte er uns sicher helfen. Da müssen wir abwägen, ob wir das machen. Das wird auch davon abhängen, wie sein Gesundheitszustand ist“, sagt Hübner. Sollte es nicht klappen, hätte die Eintracht noch andere Optionen. Eine Verstärkung auf dieser Position ist unumgänglich.

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