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Erdbeerpflücker oder Fußballer? Patrick Ochs (li.).
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Erdbeerpflücker oder Fußballer? Patrick Ochs (li.).

Eintracht Frankfurt

"Will er Erdbeeren pflücken?"

  • Thomas Kilchenstein
    VonThomas Kilchenstein
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Der hessische Bundesligist betreibt Fehleranalyse und lernt das kleine ABC des Fußballs neu.

Beim ersten Training nach der großen Ernüchterung vom Sonntag hat der Frankfurter Trainer Friedhelm Funkel seinen Spielern die Leviten gelesen, aber nicht nur das: Er hat ihnen, ganz Pädagoge, auch Möglichkeiten aufgezeigt, wie die zwei Gegentore gegen Berlin zu verhindern gewesen wären. Dazu hat er, der ansonsten in guten Zeiten das tägliche Übungsprogramm als stiller Beobachter kontrolliert, aktiv und sehr vernehmlich eingegriffen - trotz eines Meniskusschadens. Er hat gezeigt, wie man sich bei einem Doppelpass als defensiver Mittelfeldspieler verhalten muss, etwa, indem man mitgeht oder ein taktisches Foul begeht, er hat Tipps gegeben, wie man Löcher zustellt. Also im Grunde alles Dinge, "die zum kleinen Fußball-ABC gehören". Und eigentlich nicht eigens erwähnt werden müssten.

Eigentlich. Doch die Aussetzer passierten und deshalb lagen ihm die beiden Gegentore gegen Berlin noch immer schwer im Magen, dafür, sagte er am Mittwoch, "habe ich kein Verständnis". Und Funkel sparte auch nicht mit Einzelkritik: Patrick Ochs bekam sie, unter anderem, ab: Vor dem ersten Tor "stand er zu weit draußen, will er Erdbeeren pflücken, oder was? Er hätte ins Zentrum einrücken müssen." Auch Junichi Inamoto, der einen rabenschwarzen Tag erwischte, wurde zu echt gedeckelt: Er hätte der Berliner Angreifer Raffael niemals laufen lassen dürfen. Zu viele Spieler, so Funkel, hätten in den entscheidenden Szenen "die falschen Entscheidungen getroffen".

Mit der gestrigen, sehr intensiven Fehleranalyse will es der Fußballlehrer aber bewenden lassen. Das 0:2 sei "kein Beinbruch gewesen. Wir haben ein Spiel verloren und werden noch mehr verlieren", nur müsse die Eintracht dringend aus den Fehlern lernen. Auch Habib Bellaid: Der Franzose, der in dieser Woche wie ein knappes Dutzend Eintracht-Spieler für sein Land unterwegs ist, offenbarte in der Anfangsphase arge Schwächen: Er gestattete dem Berliner Marko Pantelic viel zu viel Raum. Später steigerte er sich sehr, Funkel hatte an seiner Leistung ohnehin nichts auszusetzen. "Er hat gut gespielt, genauso wie Marco Russ."

Dessen ungeachtet ist der Neuzugang von Racing Straßburg noch ein gutes Stück von seinem eigenen Anspruch entfernt. Den hat er unlängst so formuliert: "Verteidiger müssen intelligenter sein als Stürmer. Als Abwehrspieler musst du ein Spiel lesen können, musst antizipieren, erahnen, wo der Ball hinkommt." Aber wahrscheinlich braucht der 22-Jährige nur noch etwas Spielpraxis, um sicherer zu werden.

Bellaid wird dazu im Spiel in Köln, so viel ist sicher, erneut Gelegenheit erhalten: In der Innenverteidigung will Funkel nichts ändern. Und sonst? Gestern noch gab sich der Trainer bedeckt, er wollte erst die Rückkehr seiner Nationalspieler abwarten, ehe er sich zu möglichen personellen oder System-Änderungen äußere. Und selbst zum 1. FC Köln, dem nächsten Auswärtsgegner und seinem alten Klub, mag er keine Prognose abgeben. Dazu sei es noch viel zu früh. Das gilt im wesentlichen auch für Eintracht Frankfurt.

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