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Hiergeblieben: Der Mainzer Jean-Paul Boetius stoppt Mijat Gacinovic nicht ganz regelkonform.

Eintracht Frankfurt

Und wieder kein Dreier in Mainz

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  • Ingo Durstewitz
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Eintracht Frankfurt muss sich in Mainz mit einem gerechten 2:2 begnügen und scheitert auch im elften Versuch daran, einen Sieg beim Nachbarn zu landen.

Es bleibt dabei: Eintracht Frankfurt kann in Mainz einfach nicht gewinnen. Auch im elften Anlauf scheiterten die Hessen bei dem Versuch, drei Punkte vom Nachbarn zu entführen – dabei hatte Ante Rebic in der Nachspielzeit noch den Sieg auf dem Schlappen, doch der freistehende Kroate scheiterte mit seinem Linksschuss an FSV-Torhüter Robin Zentner. Künstlerpech. Ein Dreier wäre für die Eintracht auch nicht verdient gewesen, das 2:2 (2:2) ist ein korrektes und gerechtes Ergebnis. Das sah nach dem Abpfiff auch Eintracht-Keeper Kevin Trapp im Sky-Interview nicht anders: „Das war ein sehr schweres Spiel. Es ging nicht darum, wer die bessere Mannschaft ist, sondern die aggressivere. Ob des Spielverlaufs müssen wir mit dem einen Punkt zufrieden sein - auch wenn ich jetzt lieber 29 Punkt hätte.“ 

Trainer Adi Hütter ließ zunächst Powerriegel Ante Rebic auf der Bank und brachte für ihn Torjäger Luka Jovic. Eine Maßnahme, die auf den ersten Blick etwas verblüffte, weil Rebic mit seiner Wucht und seinem Durchsetzungsvermögen genau der richtige Mann für dieses erwartete Kampfspiel schien, doch es war ein Schachzug, der zumindest insofern aufging, da Jovic erneut seine Qualitäten im Abschluss unter Beweis stellte und die zweimalige Mainzer Führung durch Robin Quaison jeweils egalisieren konnte. Der Serbe ist, wenn der Kasten des Gegners in Sicht kommt, eine Klasse für sich, da kann ihm kaum jemand das Wasser reichen – mit gerade mal 20 Jahren. Kein Wunder, dass sein Marktwert förmlich explodierte, er wird nun mit 40 Millionen Euro gelistet. Jovic hat mit seinem Doppelpack in der Torjägerliste zum Dortmunder Paco Alcacer aufgeschlossen, beiden weisen nun zwölf Treffer auf. 

Zudem beorderte Coach Hütter Jonathan de Guzman in die Startelf, für ihn musste Jetro Willems wieder auf die Bank. De Guzman, zuletzt noch angeschlagen, fand denn auch schwer in die Partie, womit er aber kein Alleinstellungsmerkmal für sich beanspruchen konnte. Die gesamte Frankfurter Mannschaft wirkte etwas schläfrig, nicht so wach, lange nicht so präsent wie vor drei Tagen gegen Bayer Leverkusen (2:1). 

Die Mainzer zeigten recht früh, dass sich nicht gewillt waren, ihre schöne Serie gegen die Eintracht reißen lassen zu wollen, allen voran der bullige Stürmer Jean-Philippe Mateta bereitete den Frankfurtern große Probleme, die sich auch noch den Luxus erlaubten, in Person von Mijat Gacinovic einen Ball kurz vor dem eigenen Strafraum zu verdaddeln, Sekunden später zappelte das Leder im Netz: Robin Quaison hatte humorlos abgeschlossen (10.). 

Die Eintracht machte sich das Leben selbst schwer, weil sie zu viele leichte Ballverluste zu verzeichnen hatte, Ruhe und spielerische Linie brachte sie nur selten hinein in die Partie. Das lag natürlich auch daran, dass im Defensivblock mit Simon Falette, Carlos Salcedo und Gelson Fernandes Spieler aufgeboten waren, zu deren Kernkompetenz nicht der feine Flachpass zwischen die Linien zählt. 

Zumindest kämpferisch war den Gästen nichts vorzuwerfen, sie bissen sich in die Partie hinein, und dass sie über ausreichend individuelle Klasse verfügen, zeigten sie nach einer guten halben Stunde, als Sebastien Haller im Mittelfeld die Kugel fintenreich mit der Sohle mitnahm und damit eine völlig neue Spielsituation herbeiführte. Über de Guzman kam der Ball nach Außen zu Filip Kostic, der flach nach Innen passte, wo Jovic einschoss. Eine klasse Kombination. 

Mainz ist unbeeindruckt

Die Rheinhessen zeigten sich in dieser rassigen Partie gänzlich unbeeindruckt, nur fünf Minuten später war es wieder der quirlige Quaison, der sich gegen den ab und an um Orientierung bemühten Eintracht-Verteidiger Evan Ndicka durchsetzte und Keeper Kevin Trapp überwinden konnte (36.). Sehr viel einfacher kann man in der Bundesliga kaum mehr ein Tor erzielen. 

Die Eintracht schüttelte sich und legte wieder den Vorwärtsgang ein. Als schon die Nachspielzeit des ersten Durchgangs lief, schlug de Guzman noch mal einen Eckball hoch hinein, in der Mitte zeigte Jovic, dass er auch Köpfchen hat und schädelte den Ball zum Ausgleich ins Netz. Ein wichtiger Treffer so kurz vor dem Kabinengang. 

Der schien die Eintracht auch zunächst etwas zu beflügeln, zu Beginn des zweiten Durchgangs wirkte das etwas reifer, was die Spieler in den schwarzen Hemden mit dem Ball anstellten. Doch die Hessen gingen auch nicht ins Risiko, was zur Folge hatte, dass die sehr zupackenden, kampfkräftigen und insgesamt gut spielenden Platzherren ins Spiel zurückkamen. Kurioserweise waren es genau die Einwechslungen von Jetro Willems und Ante Rebic, die nach 72 Minuten neuen Schwung bringen sollten, die die Eintracht aus dem Tritt brachten. Fortan stimmte die Balance nicht mehr im Spiel, nach vorne hatten die Hessen kaum noch Zugriff und hinten standen sie zu offen. 

Mehr Gelegenheiten hatten folgerichtig die Mainzer, erst blockte Salcedo einen Aaron-Schuss mit angelegtem Oberarm, anschließend klärte Falette gegen den nachfolgenden Versuch von Jean-Paul Boetius (75.). Und fünf Minuten später rettete Torwart Trapp das 2:2, als er gegen den alleine auf ihn zustürmenden Boetius klärte. Ante Rebic, zuletzt schon durch mehrere Fahrkarten auffällig geworden, machte es in der 91. Minute zum Leidwesen der Frankfurter nicht viel besser. 

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