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Werfen oder rollen?

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Von: Thomas Stillbauer

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Werfen? Natürlich. Und zwar raus. Aber nicht so wie der Schiedsrichter das mit dem armen Tuta in Tottenham gemacht hat.
Werfen? Natürlich. Und zwar raus. Aber nicht so wie der Schiedsrichter das mit dem armen Tuta in Tottenham gemacht hat. © afp

Eintracht Frankfurt und das gute Gefühl, das ein gutes Gefühl bleibt. Sowieso vor der Champions League, die ja kein Lampion Stieg ist und vermutlich auch nie war.

Eins vorneweg: Dieses Stillleben entsteht bereits vor dem Pokalspiel der Frankfurter Eintracht in Stuttgart. Aus Sicherheitsgründen. Und aus Urlaubsgründen. Na gut, „aus Urlaubsgründen“ ist hier eher zweitrangig. Wir werden am Samstag des Gladbach-Spiels für eine Woche in Urlaub gestartet sein, wenn alles nach Plan läuft, (insofern entsteht dieses Stillleben zusätzlich auch noch vor dem Gladbach-Spiel), es wäre folglich durchaus noch Zeit genug gewesen bis zum Marseille-Spiel. Aber da sind ja auch noch die Sicherheitsgründe.

So ein Stillleben zu den Abenteuern von Eintracht Frankfurt in der Champions League (wie das immer noch klingt! Champions League!) schreibt sich nämlich besonders angenehm, wenn man gerade ein gutes Gefühl hat. Vom Feeling her. Dieses gute Feeling stellte sich Mitte Oktober nach dem 5:1 gegen das Arzneimittelunternehmen aus der Nähe von Köln ein, und es hält sich auch einige Tage. Weil es sogar ein ziemlich gutes Gefühl war. Du stampfst nicht alle Tage so eine sündhaft teure Werksabteilung in den Rasen des Waldstadions, besonders wenn du vorher nicht gerade der allermächtigste Gastgeber der ganzen Liga warst, von Europa ganz zu schweigen.

Um jenes ausgesprochen gute Gefühl auf jeden Fall präsent zu halten, wurde dieses Stillleben also bereits am Morgen vor dem DFB-Pokalspiel verfasst. Man weiß schließlich nie, was passiert. Es regnet an diesem Dienstagmorgen in Strömen. Denkbar, dass das Stuttgarter Stadion auf der Waldau im Starkregen vollgelaufen gewesen sein wird, wenn Sie dies lesen (und hoffentlich längst wieder leergepumpt), die Spieler mit Gummistiefeln antreten mussten, in die das Wasser schwappte – so was kann den Spielverlauf ganz gehörig durcheinander strudeln. Vier-Klassen-Unterschied hin, Vier-Klassen-Unterschied her.

Apropos: Die Kerle rutschen ja schon bei ganz normalen Platzverhältnissen dauernd aus. Ist Ihnen das aufgefallen? Alle naslang glitschen die weg, manche Adlerträger sind häufiger auf allen Vieren als – wie ursprünglich vorgesehen – auf nur Zweien. Kollege Tuta flutschte in Tottenham so blöd weg, dass er gleich noch seinen Gegenspieler ummähte. Und das war beileibe nicht sein einziger Ausrutscher. Früher hätte man längere Stollen aufgezogen, aber keine Ahnung, was die Spieler heute an den Füßen tragen. Was man so hört, sind die Schuhe ja inzwischen kaum noch dicker als die Socken.

Aber unabhängig vom Regensegen für die Natur, zurück zu den Sicherheitsgründen. Wie? Ausschreitungen? Gibt es diesmal nicht. Vernunft möge siegen. Doch es soll auch schon vorgekommen sein, dass Eintracht Frankfurt gegen Mannschaften verloren hat, die eher keinen Champions-League-Ansprüchen genügten (sondern mehr so Lampion-Stieg), und das auf gut bespielbarem Geläuf. Aber davon wollen wir mal nicht ausgegangen sein, Sie wissen schon, vorige Woche Dienstag, vor dem DFB-Pokalspiel.

Falls die Eintracht doch gewonnen haben sollte, vielleicht sogar auch noch das Gladbach-Spiel: umso besser. Fürs Feeling. Bleibt vor dem Marseille-Spiel, Asterix-Kenner werden es wissen, die eine Frage: werfen oder rollen („Tour de France“, Seite 32)? Ganz klar: werfen. Und zwar raus.

Hier noch, aus alter Tradition, ein von der Partnerkolumne entliehener Unhaltbar-Ergebnistipp: Eintracht: zwei – Marseille: nüüüüüüll. Merci. De rien.

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