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Nachdenklich: Mijat Gacinovic.

Eintracht-Held Gacinovic

Wenn das Herz mitkickt

  • Daniel Schmitt
    vonDaniel Schmitt
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Mijat Gacinovic kehrt mit Hoffenheim nach Frankfurt zurück und freut sich auf die Partie gegen die alten Kumpels. Bei den Gästen dreht sich alle um den Kramaric-Flirt mit dem FC Bayern.

Es ist kein Geheimnis, dass sich Mijat Gacinovic außerordentlich wohl gefühlt hat in Frankfurt. Die Stadt am Main war fünf Jahre lang sein liebgewonnenes Zuhause, das sind relativ genau 157 680 000 Sekunden, neun davon genügten ihm, um vom schmächtigen Nobody aus Serbien zum immer noch schmächtigen Helden eines ganzen Klubs zu werden. Unvergessen, dieser Lauf seines Lebens durchs Berliner Olympiastadion, mitten hinein in die Arme und Herzen der ausrastenden Fans.

Selbstredend ist da die Erkenntnis, dass das bevorstehende Bundesligawochenende für Mijat Gacinovic kein normales ist, wenn er mit seinem neuen Klub, der TSG Hoffenheim, bei seinem alten, der Eintracht, zu Gast sein wird. Es sei natürlich ein besonderes Spiel für ihn, sagte Gacinovic vor dem Duell am Samstag (15.30 Uhr). Er habe noch viel Kontakt nach Frankfurt und freue sich darauf, Ex-Kollegen und Freunde wiederzutreffen. Freunde fürs Leben, nicht alle, aber doch einige, das ist im Fall des sympathischen Mannes aus Novi Sad sicher nicht übertrieben.

Den Wechsel nach Hoffenheim (im Tausch mit Steven Zuber) hatte der Mittelfeldspieler ja nur deshalb angestrebt, weil er bei den Frankfurter auf der Stelle getreten war. Er durfte zwar regelmäßig mitspielen, deutet immer mal wieder seine Qualitäten an, brachte aber nie Konstanz in seine Leistungen. Häufig saß er unter Eintracht-Trainer Adi Hütter daher nur auf der Bank. Das hat sich in Hoffenheim bisher nicht geändert, in allen drei Pflichtspielen der Kraichgauer wurde der 25-Jährige nur eingewechselt. Von 270 möglichen Minuten stand er 82 auf dem Rasen, eine Vorlage zum siegbringenden 3:2 gegen Köln steuerte er bei. Dennoch zeigt die Tendenz nach oben.

Gacinovics läuferischen Qualitäten sind seit jeher unbestritten, bisher präsentierte er sich im TSG-Trikot zudem überraschend ballsicher – seine neben der mangelnden Torgefahr zuvor größte Schwäche. „Der Anfang war einfacher als in Frankfurt. Ich kann jetzt Deutsch und bin lange in der Bundesliga“, sagte Gacinovic: „Ich will ein besserer Spieler werden, deswegen war Hoffenheim die beste Option für mich.“

Eintracht-Trainer Hütter, der nicht mit Gacinovic in der Startelf rechnet, geht davon aus, dass sein coachender Gegenüber Sebastian Hoeneß „sämtliche Informationen aus Mijat über uns hinausquetschen wird“. Alles andere sei auch naiv, schließlich werde er dasselbe mit Tauschspieler Zuber machen.

Die wichtigsten Personalien werden die Trainer aber auch ohne ihre Spitzel mitbekommen haben. So muss die TSG auf Verteidiger Ermin Bicakcic (Kreuzbandriss) verzichten. Ansonsten drehte sich bei den Gästen in dieser Woche fast alles um Andrej Kramaric. Der FC Bayern soll Interesse an einer Verpflichtung des kroatischen Knipsers hegen. Allerdings, so berichtete gestern die „Bild“, soll dem Quintuple-Sieger aus Münchner die geforderte Ablöse von rund 40 Millionen Euro deutlich zu hoch sein.

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