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Weiter Weg durch Europa

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Von: Frank Hellmann, Katja Sturm

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Jubel nach dem letzten Saisonspiel: Janina Hechler und Sjoeke Nüsken.
Jubel nach dem letzten Saisonspiel: Janina Hechler und Sjoeke Nüsken. © IMAGO/Hartenfelser

Die Frankfurter Fußballerinnen müssen bis zum Erreichen der Gruppenphase der Champions League noch einige Hürden überwinden. Bundestrainerin Martina Voss-Tecklenburg lobt die Entwicklung bei der Eintracht.

Während die deutschen Fußballerinnen diese Woche auf dem Gelände der DFB-Akademie in Frankfurt für die EM in England trainiert haben, wird nur eineinhalb Kilometer weiter, am Waldstadion, für die Königsklasse bei den Frauen geplant. Das Gerüst für die Vorbereitung der Eintracht auf die Saison, in der das Team von Trainer Niko Arnautis erstmals unter des Adlers Schwingen die europäische Bühne betritt, steht.

Diejenigen, die nicht involviert sind in den Titelkampf auf der Insel oder die Copa America in Kolumbien, bittet der Coach am 11. und 12. Juli zur Leistungsdiagnostik und einen Tag später zur ersten Übungseinheit. Neben einem Trainingslager stehen vier Testspiele auf dem Plan, darunter je eines am 30. Juli gegen den Schweizer Erstligisten FC Basel und am 7. August gegen die TSG Hoffenheim.

Konkurrent Hoffenheim kann davon erzählen, wie weit auf dieser Ebene der Weg durch die Qualifikation ist. Valur Reykjavik aus Island und der ACF Mailand aus Italien in der ersten, der schwedische FC Rosengard in der zweiten Runde standen 2021 den Sinsheimerinnen gegenüber, bis sie schließlich überhaupt die Gruppenphase erreicht hatten.

Manchester City könnte beim Miniturnier warten

Für die Eintracht beginnen die internationalen Spiele mit einem Miniturnier vom 18. bis 21. August, bei dem von jeweils vier Teams nur der Beste weiterkommt. Die Auslosung dafür steigt am 24. Juni. Auf nationaler Ebene stehen erst Mitte September die ersten Aufgaben an, ab 10. September die zweite Runde des DFB-Pokals, eine Woche später der Auftakt der Bundesliga.

„Möglicherweise erwarten uns gleich in der ersten Runde der Champions League richtig große Herausforderungen“, sagt Sportdirektor Siegfried Dietrich. Denn die Qualität in der Klasse sei nicht nur in der Spitze, sondern auch der Breite „enorm gewachsen“. Möglich ist bereits ein Aufeinandertreffen mit Manchester City, Dritter in England.

Für die Verantwortlichen gilt es, in Sachen Personalplanung einen Balanceakt zu meistern. Je nachdem, wie weit es geht, müsste der Kader mit Blick auf die mögliche Dreifachbelastung quantitativ verstärkt werden. Im schlechtesten Fall könnte mit den internationalen Ambitionen aber schon Schluss sein, bevor die Liga startet, und dann säße man womöglich auf einem aufgeblähten Kader.

Vor der Gruppenphase, die mit 16 Teams am 19. Oktober losgeht, ist noch eine zweite Qualifikationsrunde mit Hin- und Rückspiel im K.o.-System in der zweiten Septemberhälfte zu überstehen. Hier könnte es beispielsweise ein Duell gegen Paris St. Germain (Zweiter in Frankreich) geben. Eine Konstellation, bei der die Eintracht das Heimspiel womöglich in der Arena bestreiten würde, darauf hoffen Nationalspielerinnen wie Sara Doorsoun.

Sechs Spielerinnen gehören zum vorläufigen EM-Aufgebot

Die SGE hat den Großteil ihrer Leistungsträgerinnen halten können. Die zuletzt verletzten Abwehrspezialistinnen Virginia Kirchberger und Camilla Küver werden zurückerwartet. „Wir halten wie immer die Augen offen“, was mögliche Verstärkungen angeht, sagt Dietrich. Ansonsten vertrauen die Eintracht-Verantwortlichen aber dem aktuellen Aufgebot.

Die Eintracht stellt nach Doublesieger VfL Wolfsburg und dem Zweiten FC Bayern mit einem Sextett die größte Abordnung im deutschen EM-Aufgebot. Zwar hat abgesehen von der zum VfL Wolfsburg zurückkehrenden Torhüterin Merle Frohms niemand einen Stammplatz im Nationalteam sicher, aber Doorsoun, Sophia Kleinherne, Sjoeke Nüsken, Laura Freigang und Nicole Anyomi besitzen gute Chancen, zum endgültigen 23er-Kader zu gehören.

Die Kooperation mit der Eintracht sieht Bundestrainerin Martina Voss-Tecklenburg als beispielhaft an. Die großzügige Geste des Vereins, die Frauen bei den Europa-League-Reisen der Männer erst nach Barcelona und dann zum Finale nach Sevilla mitfliegen zu lassen, kam auch bei ihr gut an: „Die Frankfurterinnen haben nicht nur den großartigen Erfolg der Männer mitgefeiert, sie haben jetzt selbst die Chance, international zu spielen.“

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