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Krisengespräch: Kapitän Alex Meier (l.), Trainer Armin Veh.
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Krisengespräch: Kapitän Alex Meier (l.), Trainer Armin Veh.

Eintracht Frankfurt

Bis Weihnachten durchlavieren

  • Ingo Durstewitz
    VonIngo Durstewitz
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Eintracht-Kapitän Alexander Meier hat wenig Hoffnung, dass es kurzfristig bei den Hessen viel besser wird: „Man kann keine super Spiele erwarten“.

Es gibt ja nicht wenige Fußballexperten oder solche, die sich zwingend dafür halten, die in Zeiten des Ungemachs reflexartig nach dem Anführer rufen. Der Leitwolf, der Galionsfigur oder halt dem Mannschaftskapitän. Der müsse nur mal krachend auf den Tisch hauen oder die Kameraden mit markigen Ansagen auf den Pfad der Tugend geleiten. Bei Eintracht Frankfurt fällt diese Rolle Alexander Meier zu.

Doch der 32-Jährige füllt seine Aufgabe anders aus, nicht wie ein Marktschreier, sondern eher integrativ im Hintergrund. „Ich denke, ich habe meine Meinung immer gesagt, und das werde ich weiterhin so halten“, sagte er kürzlich im FR-Interview. „Aber ich werde nie einer sein, der die großen Parolen schwingt. Dann wäre ich unglaubwürdig, dann würden mich die anderen Spieler nicht mehr ernst nehmen.“

Zudem will Alexander Meier seinen Mitstreitern öffentlich gar keine Ratschläge geben, weil er das Mannschaftsgefüge als völlig intakt ansieht. Er ist überzeugt davon, dass jeder Spieler eine tadellose Berufsauffassung hat und versucht, seine bestmögliche Leistung auf den Platz zu bringen. „Die Einstellung stimmt. Damit hat es nichts zu tun. Auch im Training ziehen alle zu 100 Prozent mit. Die Mannschaft ist total in Ordnung“, sagte er am Mittwoch im Gespräch mit der FR. Seit dem Aue-Spiel, diesem peinlichen Pokal-Knockout, habe er schon sehr genau hingesehen und in die Mannschaft hineingehorcht. „Aber es gibt keinen bei uns, der nicht will. Und auseinandergebrochen sind wir seitdem auch nicht mehr.“

Es geht nicht besser

Natürlich sieht der dienstälteste Frankfurter Profi, dass rund um die Eintracht herum eine gewisse Ernüchterung Einzug gehalten hat. Die Enttäuschung ist förmlich greifbar. Das spürt man als Spieler, dazu muss man nicht mal die Antennen besonders weit ausfahren. Aber der beste Eintracht-Torschütze wirbt ein Stück weit um Verständnis: „Es ist nicht so schlimm wie alles gemacht wird. Es ist ja nicht das erste Mal, dass wir hier in Frankfurt so etwas erleben. Wir hatten das schon viel, viel schlimmer.“

Die Mannschaft wolle, aber sie könne zurzeit nicht besser. „Es ist halt eine nicht so gute Phase“, sagt er. „Wir würden ja gerne besser Fußball spielen, aber es klappt momentan nicht.“ Und der Torschützenkönig der abgelaufenen Saison lügt sich auch nicht in die Tasche oder gibt sich Illusionen hin. „Es wird schwer, das bis Weihnachten umzustellen. So realistisch muss man sein. Man kann jetzt keine super Spiele erwarten, wir müssen sehen, dass wir kämpfen und laufen und so unsere Spiele gewinnen.“

Spielerische Leichtigkeit sei in einer solchen Lage nicht unbedingt zu erwarten. „Das ist aber auch normal, wenn es so läuft wie bei uns derzeit.“

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Trainer Armin Veh habe richtig gehandelt, als er beschloss, erst einmal die Schotten dichtzumachen und die offensive Ausrichtung zugunsten einer höheren Stabilität zu opfern. Auch wenn das keinen Erfolg garantiert, wie gegen Leverkusen zu sehen war. Für Meier war dieser Schritt trotzdem alternativlos. „Es war der einzig richtige Weg. Der Trainer weiß sowieso immer genau, was zu tun ist.“

Der Routinier, der im Januar 33 Jahre alt wird, ist weit davon entfernt, in Panik zu machen oder den Teufel an die Wand zu malen. „Ich habe keine Angst oder liege nachts wach, weil ich aus dem Grübeln nicht mehr herauskomme. Aber wir müssen die Situation schon ernstnehmen.“

Meier bieten sich weniger Chancen

Für die Eintracht dürfe es zunächst einmal nur darum gehen, „nach hinten zu schauen und den Abstand nach unten zu vergrößern. Das muss bis Weihnachten unsere Prämisse sein.“ Tabellarisch ist die Lage noch nicht dramatisch. „Von den Punkten her geht’s“, findet Meier.

Der Offensivspieler selbst kommt auch noch nicht so ins Rollen wie erhofft, er kommt seltener in die gefährlichen Situationen und dadurch weniger zum Abschluss. Das liegt bei weitem nicht nur an ihm, die Angreifer bekommen zu wenige brauchbaren Bälle aus dem Mittelfeld. Meier will seine eigene Leistung nicht beschönigen. „Ich kann mich selbst richtig einschätzen, und ich habe schon damals gesagt, dass schlechtere Spiele kommen werden. Von daher war der Einstand gegen Köln vielleicht gar nicht so gut.“ Weil mit seinem Dreierpack gleich im ersten Spiel nach seiner schweren Verletzung Erwartungen geschürt wurden, die er nicht erfüllen konnte. Meier kann aufgrund der langen Pause noch gar nicht in Topform sein. Und doch ist er unverzichtbar, das Team ist auf seine Tore angewiesen. Es bleibt dabei: Funktioniert Meier, funktioniert die Eintracht. Der Umkehrschluss ist natürlich ebenso zulässig.

Kaum Torchancen

Anlass zur Sorge gibt ihm, dass die Mannschaft zu wenig Durchschlagskraft hat. „Wir spielen uns zu wenige Chancen heraus. Problem. Wichtiger ist im Moment aber, dass wir hinten gut stehen.“

Am Samstag geht es für die Hessen ausgerechnet nach Mainz. Dort hat die Eintracht in der Bundesliga noch nie gewonnen. „Da war es für uns punktemäßig bis jetzt immer sehr bescheiden“, sagt Meier. Aber verlieren dürfe man bei den Rheinhessen keinesfalls, selbst wenn Stefan Reinartz (Patellasehne) sicher, Makoto Hasebe (Schambein) wahrscheinlich und Stefan Aigner (Fieber) vielleicht ausfallen werden. Weshalb sollte das Gesetz der Serie nicht mal reißen? „Vor Hannover haben alle darüber geredet, dass wir dort seit Ewigkeiten nicht mehr gewonnen haben.“ Prompt siegte die Eintracht 2:1. Die Wende zum Guten war es dennoch nicht.

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