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Wie sieht seine Zukunft aus? Eintracht-Sportdirektor Bruno Hübner.

Eintracht-Sportdirektor angeblich vor dem Aus

Was wird aus Manager Hübner?

  • Ingo Durstewitz
    vonIngo Durstewitz
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Eintracht-Sportdirektor soll angeblich 2021 ausscheiden - doch sicher ist das nicht wirklich.

Am frühen Dienstagabend herrschte im Lager des Bundesligisten Eintracht Frankfurt nicht unbedingt Alarmbereitschaft, aber sehr wohl eine gewisse Aufgeregtheit und Unruhe. Grund war ein brisanter Zeitungsartikel, der sich mit einer Personalie aus der Sportlichen Leitung des Klubs befasst: Bruno Hübner, Manager, 59 Jahre alt, seit fast zehn Jahren an Bord, in Taunusstein zu Hause, Vater dreier hochklassiger Fußballerspieler. Einem Bericht der „FAZ“ zufolge hat der 2011 vom MSV Duisburg nach Frankfurt gewechselte frühere Bundesligastürmer keine Zukunft mehr bei der Eintracht, 2021, wenn sein Vertrag ausläuft, soll Schluss sein für den alten Fahrensmann. Keine Sensation, aber doch eine Überraschung, zumindest zum jetzigen Zeitpunkt.

Die Frage, die sich aufdrängt: Ist das Aus des Mannes, der sich seine Meriten verdient und den Traditionsverein auf Vordermann gebracht hat, tatsächlich schon beschlossene Sache? Eintracht Frankfurt hat auf offizielle FR-Anfrage vehement dementiert. Substanzlos sei der Artikel, erklärte ein Sprecher. „Das Thema ist bei uns noch gar nicht aufgekommen, es ist intern nicht behandelt worden.“

Das deckt sich mit Informationen dieser Zeitung. Demnach sind mit dem langjährigen Sportdirektor definitiv noch keine Gespräche über seine Zukunft geführt worden, genauso wenig ist ihm bisher mitgeteilt worden, dass man auf seine Dienste ab dem kommenden Sommer keinen Wert mehr lege. Der „Fall Hübner“ ist also längst nicht so klar wie gedacht, er hängt in der Schwebe, entschieden ist noch nichts. Zumal der frühere Manager des SV Wehen eine gute Verbindung zu Cheftrainer Adi Hütter hat, beide haben ein Vertrauensverhältnis zueinander. Für Bruno Hübner war auch klar, dass die Vertragsverlängerung des Coaches in diesem Sommer Priorität hatte, seine Person stellte er hintan.

Nun ist es aber keineswegs so, dass es sicher ist, dass Bruno Hübner auch über 2021 am Main arbeiten und die sportlichen Geschicke des Vereins gemeinsam mit Sportvorstand Fredi Bobic lenken wird. Nachdem Fredi Bobic im Jahr 2016 die Nachfolge von Heribert Bruchhagen antrat und seinen Vertrauten Ben Manga als Chefscout und Kaderplaner mitbrachte, musste Hübner seine neue Position erst finden. Das gelang ihm, er brachte sich und seine Meinung ein, auch wenn er nicht mehr den allergrößten Einfluss auf alle Personalentscheidungen hatte. Doch der Mann aus Mainz-Kastel bewegte sich gekonnt in den Nische, setzte seine Stärken, Verhandlungsgeschick, Kontakte, Hartnäckigkeit, im Sinne des Vereins ein.

Natürlich hat sich aber im Laufe der Jahre vieles abgenutzt, was in der Natur der Sache liegt. Die Tendenz könnte dahin gehen, dass der für Fluktuation bekannte Sportchef Bobic eine Veränderung herbeiführen und für frischen Wind sorgen wird. Oder aber Bruno Hübner macht nach zehn Jahren selbst Schluss in Frankfurt.

Die „FAZ“ bringt gar einen Nachfolgekandidaten ins Spiel: den Chefanalysten Sebastian Zelichowski. „Sebastian ist ein entscheidendes Puzzleteil. Wir sind so erfolgreich, weil wir solche Personen wie ihn haben, die im Hintergrund mit einem exzellenten Team eine sehr wertvolle Arbeit machen“, sagte Bobic über den 38-Jährigen, der als Vertrauter des Sportvorstands gilt und zurzeit einen Managerlehrgang von DFB und DFL absolviert.

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