SGE-Trainer Adi Hütter freut sich,  weiterhin in Frankfurt, „in dieser tollen Stadt, für diesen tollen Traditionsverein“ arbeiten zu können.
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SGE-Trainer Adi Hütter freut sich, weiterhin in Frankfurt, „in dieser tollen Stadt, für diesen tollen Traditionsverein“ arbeiten zu können.

Vertragsverlängerung

Warum Adi Hütter bis 2023 bei Eintracht Frankfurt bleibt

  • Thomas Kilchenstein
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Es war ein Dauerthema der vergangenen Wochen bei Eintracht Frankfurt, die Vertragsverlängerung von Trainer Adi Hütter. Nun ist sie beschlossene Sache.

Als Adi Hütter, der jetzt nicht ganz unerwartet seinen im nächsten Jahr auslaufenden Vertrag vorzeitig bis 2023 verlängert hat, vor 27 Monaten bei Eintracht Frankfurt als neuer Chefcoach vorgestellt wurde, da „konnten nur wenige mit mir etwas anfange“, sagte der 50 Jahre alte Österreicher am gestrigen Donnerstag. Die Entscheidung seinerzeit, einen Trainer einzustellen, der in der Bundesliga keinen Namen hatte, empfand er selbst als „mutig“ - immerhin seien die Fußstapfen, die sein Vorgänger Niko Kovac mit dem ersten Pokalsieg seit 30 Jahren hinterlassen hatte, ziemlich groß gewesen. Doch der Mut hat sich offenbar ausgezahlt.

Fredi Bobic: „Ein sehr schöner Tag für Eintracht Frankfurt“

Am Donnerstag sprach Sportvorstand Fredi Bobic auf einer Pressekonferenz von einem „sehr schönen Tag für Eintracht Frankfurt“. Da war die Tinte unter dem neuen Zweijahresvertrag für Hütter - sowie denen seiner Assistenten Christian Peintinger und Armin Reutershahn - gerade getrocknet. „Wir sind zu der Überzeugung gelangt, dass dies der richtige Schritt ist“, betonte Bobic. „Es hat alles gepasst“, zumal man „sich gegenseitig schätzt“. Dass nicht schon viel früher Vollzug gemeldet wurde, hätte weniger an (zu hohen finanziellen) Forderungen gelegen, sondern weil man angesichts eines „verdammt schwierigen Transfermarktes“ kaum einen Termin finden konnte. „Und dann wollte ich ihnen im Juli auch mal vier Wochen Zeit geben“, sagte Bobic. Im Kern habe man auf „Kontinuität und Stabilität auf dieser wichtigen Position“ gesetzt.

Grundsätzlich sei man sich schnell einig geworden, weiter „vertrauensvoll zusammen zu arbeiten“, betonte der Sportchef. „Ein gewisses Commitment war ja da.“ Für eine Weiterbeschäftigung des Österreichers habe gesprochen, dass man im Klub sehr zufrieden mit seiner Arbeit sei. Viele schwierige Situationen habe man überstanden, aber auch viele tolle Phasen erleben dürfen. Darüber hinaus ist Bobic geradezu begeistert von dem „Hunger, etwas zu erreichen“, der Adi Hütter auszeichne. „Nicht zufrieden zu sein, ist das, was wir brauchen.“ Und: „Das akribische Arbeiten ist eine seiner ganz, ganz großen Stärken“, sagte Bobic über Adi Hütter, der mir der Mannschaft zweimal einen einstelligen Tabellenplatz sowie ein Halbfinale in der Europa League und im DFB-Pokal erreicht hatte. „Eindrucksvolle Zahlen für Eintracht Frankfurt“, sagte Bobic. Adi Hütter habe absolut seinen Job erfüllt. Und: „Wir wollen weiter an der Geschichte von Eintracht Frankfurt schreiben.“

Adi Hütter ist froh, weiter bei Eintracht Frankfurt arbeiten zu können

Auch der Fußballlehrer war froh und stolz, weiterhin in Frankfurt, „in dieser tollen Stadt, für diesen tollen Traditionsverein“ arbeiten zu können. Er habe sich mit seinem Engagement in der deutschen Bundesliga „einen Traum erfüllt“. Er habe in den knapp zweieinhalb Jahren nie das Gefühl gehabt, vonseiten der Sportlichen Führung Druck zu bekommen. Gemeinsam habe man die Probleme angepackt, „miteinander sind wird durchs Feuer gegangen“, assistierte der frühere Profi Bobic.

Bisher war Adi Hütter nie länger als drei Jahre bei einem Verein als Trainer tätig. In Frankfurt will er das sein, es reize ihn, diese Mannschaft weiterzuentwickeln. Er sehe sich, anders als vor Jahren bei RB Salzburg, bei der Eintracht als „Entwicklungstrainer“. Er arbeite „sehr gerne mit jungen Spielern, aber genauso gerne auch mit einem 36 Jahre alten Makoto Hasebe.“ Für seine Vertragsunterschrift habe es keine entscheidende Rolle gespielt, ob Leistungsträger wie Kevin Trapp oder Martin Hinteregger, für deren Bleiben er sich öffentlich stark gemacht hatte, in Frankfurt weiter angestellt sind oder nicht. Seine Entscheidung sei von deren Verbleib nicht abhängig gewesen. „Es geht dabei immer ums Ganze“, so Hütter.

Neben der Entwicklung von jungen Spielern hat sich Hütter für die nähere Zukunft natürlich höhere Ziele gesetzt. „Wir wollen wieder international spielen. Da wollen wir wieder hin“, sagte der 50 Jahre alte Coach, der 2018 von Young Boys Bern kam, die er damals gerade zum ersten Meistertitel in der Schweiz seit Jahrzehnten geführt hatte. „Ich weiß aber auch, dass es viele Vereine gibt, die um die internationalen Plätze kämpfen, da reden wir von zehn bis zwölf Mannschaften, die alle das gleiche Ziel haben. Aber wir haben in den vergangenen beiden Jahren gesehen, was es für Eintracht Frankfurt bedeutet, international dabei zu sein.“ Fredi Bobic kündigte an, trotz eines wegen der Corona-Pandemie extrem „anspruchvollen“ Transfermarkts im der anstehenden Saison über eine schlagkräftige Mannschaft zu verfügen.

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Adi Hütter hat sich bei Eintracht Frankfurt verändert

Bei der Personalie Daichi Kamada etwa glaube er, „bald Vollzug melden zu können“. Die Gespräche gingen zumindest in die richtige Richtung, „kleine Dinge“ seine lediglich noch abzusprechen. Im Falle Bas Dost, nach dem der FC Brügge seine Fühler ausgestreckt haben soll, herrsche momentan Funkstille. „Es gibt keinen Kontakt“ mit dem belgischen Spitzenklub, sagte Fredi Bobic, „das sind ungelegte Eier“. Die Vertragsverlängerung mit Hütter sollte dennoch auch die Kaderplanung erleichtern, schließlich haben potenzielle Neuzugänge nun eine Sicherheit, wer langfristig ihr Sportlicher Vorgesetzter wäre.

Und anders als vor 27 Monaten hat sich Adi Hütter durchaus verändert. Gefragt, welche Entwicklung er beim Trainer in den letzten zweieinhalb Jahren bemerkt habe, entgegen Fredi Bobic breit grinsend: „Er ist besser geworden.“ (Von Thomas Kilchenstein)

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