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Warten auf den neuen Teamkollegen: Spieler der Eintracht Frankfurt beim Training in Belek.
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Warten auf den neuen Teamkollegen: Spieler der Eintracht Frankfurt beim Training in Belek.

Stürmer aus Athen

Warten auf Djebbour

  • Ingo Durstewitz
    VonIngo Durstewitz
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AEK Athen lässt die Eintracht zappeln und will den Preis für den algerischen Stürmer hochtreiben. Doch Bruchhagen bleibt hart. Zocken ist nicht sein Ding. Von Ingo Durstewitz

Am Vormittag, 10.43 Uhr, meldete eine Sportpresseagentur endlich Vollzug: "Rafik Djebbour traf am Mittwoch im Wintertrainingslager der Eintracht in der Türkei ein." Na also. Nur: Wo hatte er sich versteckt, der Stürmer von AEK Athen, den der Frankfurter Fußball-Bundesligist lieber heute als morgen in seinen Angriff beordern würde? Wie hatte er sich getarnt? Denn selbst bei intensivstem Studium des Trainings war er nicht zu erspähen, der umworbene algerische Angreifer.

In Wahrheit ereilte Eintracht-Vorstandschef Heribert Bruchhagen schon am Dienstagabend die Nachricht, dass der 25-Jährige nicht kommen würde nach Belek. Denn, und jetzt wird es kurios, Djebbour ist von AEK-Trainer Dusan Bajevic in den Kader für das Auswärtsspiel am Mittwochabend bei Olympiakos Piräus berufen worden. Er spielte 90 Minuten durch, eher unauffällig, einen Treffer steuerte er zum 2:1-Sieg nicht bei. Und doch ist seine Aufstellung insofern bemerkenswert, als sich Djebbour und Bajevic spinnefeind sind, sie haben sich schon vor längerer Zeit überworfen. Das letzte Spiel für den Athener Topklub bestritt Djebbour im April (!) 2009. Das liegt eine halbe Ewigkeit zurück. Was hinter der Nominierung steckt, liegt eigentlich auf der Hand. AEK Athen, so gut wie pleite, will den Preis für den Algerier mit französischem Pass in die Höhe treiben. Das Warten auf Rafik Djebbour geht weiter. Natürlich schmeckt Bruchhagen die neueste Entwicklung überhaupt nicht: "Das ist für uns unsympathisch."

Wer den Eintracht-Boss auch nur etwas kennt, der weiß, dass er solche Spielchen nicht gerne mitmacht. Zocken ist nicht sein Ding. Und so lässt er sich nicht aus der Reserve locken: "Preistreiberei ist mit uns nicht zu machen. Wir haben ein Angebot abgegeben - und dabei bleibt es." Bruchhagen ist nicht bereit, auch nur einen Cent draufzupacken. "Das habe ich noch nie gemacht. Das wird es definitiv nicht geben." Er räumt aber auch ein, dass die Eintracht nur "eine ganz kleine Summe geboten hat", die von dem Frankfurter Klub vorgeschlagene Leihgebühr beträgt 100.000 Euro. Mündlich hatte AEK bereits zugestimmt, doch die schriftliche Bestätigung steht weiter aus. Dass die Eintracht nicht bereit ist, mehr zu zahlen, ist natürlich auch der Tatsache geschuldet, dass Djebbour schon seit einem Dreivierteljahr kein Spiel mehr bestritten hat. Da bleibt ein nicht genau zu kalkulierendes Risiko, auch wenn Bruchhagen sagt: "Das ist ein Spieler, der seine Qualitäten hat." Djebbour, der nicht ganz pflegeleicht sein soll, will die Athener mit aller Macht verlassen, sein Gehalt ist nicht regelmäßig und auch nicht in vollem Umfang auf sein Konto überwiesen worden, er steht mit dem Klub auf Kriegsfuß. "Er will unbedingt zu uns kommen", sagt Bruchhagen. Und die Verhandlungen mit dem Berater des Spielers seien auch unkompliziert gewesen. "Unsere Zahlen sind akzeptiert worden", sagt der Klubchef.

Ob Djebbour noch kommen wird? "Das ist unser Wunsch", sagt Bruchhagen. Im besten Fall soll er nun am Donnerstag in der Türkei eintreffen. An einer Hängepartie haben die Frankfurter zehn Tage vor Beginn der Rückrunde kein Interesse. "Wir lassen es nicht ewig plätschern", mahnt Bruchhagen. Und selbst wenn der Transfer in letzter Minute noch platzen sollte, ist ihm nicht bange: "Dann spielen wir weiter mit Meier und Liberopoulos. So what?"

Die Frankfurter drückt es aber plötzlich nicht nur im Angriff. Hinten fällt Aleksandar Vasoski nach einer erneuten Operation am vorgeschädigten Knorpel im Knie für die restliche Saison aus. Im Mittelfeld ist Markus Steinhöfer auf Leihbasis zum 1.FC Kaiserslautern gewechselt, und Zlatan Bajramovic muss wohl am 19. Januar unters Messer. Die Achillessehne ist schwer lädiert. Die letzte Hoffnung, die OP zu umgehen, ist eine Wunderheilung durch Bayern-Arzt Hans-Wilhelm Müller-Wohlfahrt. Sehr wahrscheinlich ist das nicht. Aber einen weiteren Neuzugang wird es nicht geben. "Wir konzentrieren uns ganz auf den Stürmer", sagt Trainer Michael Skibbe.

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