Möchte sich auch gegen die ehemaligen Kolleginnen aus Potsdam durchsetzen: Lara Prasnikar.-B_105852
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Möchte sich auch gegen die ehemaligen Kolleginnen aus Potsdam durchsetzen: Lara Prasnikar.

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Warnung vor dem Virus

  • vonKatja Sturm
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Eintracht-Stürmerin Lara Prasnikar will nach Corona-Erkrankung endlich durchstarten.

An die zurückliegende Länderspielpause erinnert Lara Prasnikar sich ungern. Viel lieber schaut die Stürmerin des Frauen-Bundesligisten Eintracht Frankfurt nach vorne: auf das Aufeinandertreffen mit ihrem früheren Team Turbine Potsdam an diesem Freitag (19.15 Uhr/Eurosport) im Stadion am Brentanobad und die Chance, endlich so durchstarten zu können, wie die 22-Jährige es von Beginn an bei ihrem neuen Klub vorhatte.

Obwohl die slowenische Nationalspielerin gleich zum Saisonauftakt gegen Werder Bremen nach ihrer Einwechslung in der 60. Minute ein paar Minuten später zum Endstand von 5:1 traf, sollte die Verletzung, die sie an den Main mitbrachte, ihr noch eine ganze Weile länger zu schaffen machen. Der Muskelbündelriss im Oberschenkel, den sie sich noch in der alten sportlichen Heimat nach der coronabedingten Saisonunterbrechung zuzog, verhinderte bislang, dass sie sich in der Startelf etablierte. Seit ihrem Wechsel im Sommer hat die Torjägerin, die in der vergangenen Saison in 16 Spielen für Turbine 15 Treffer erzielte, beim Tabellenvierten noch kein Ligaspiel über die gesamte Dauer hinweg bestritten.

Nach der Rückkehr von den EM-Qualifikationsspielen im Oktober wollte die ehrgeizige Sportlerin voll einsteigen. Doch wieder wurde sie zurückgeworfen. Gegen Russland (0:1) lief das junge slowenische Team in Moskau dezimiert auf, weil im Kreis der Spielerinnen das Coronavirus nachgewiesen worden war. Die Enttäuschung darüber, dass damit kein Weg mehr zum kontinentalen Großereignis im England führt, verdrängte eine weitere Hiobsbotschaft: Sage und schreibe 22 Personen mussten nach der Partie wegen positiver Tests auf den Covid-19-Erreger in Quarantäne gehen. Prasnikar blieb nicht verschont und zeigte Symptome. „Das war wirklich nicht schön“, sagt sie. „Die Leute sollten Angst vor diesem Virus haben.“ Mit einer „normalen Krankheit“ sei dieser nicht zu vergleichen. „Leute, die das einmal erlebten, werden alles dafür tun, sich das in Zukunft zu ersparen.“

Im Heimatdorf trainiert

Seit Sonntag ist Prasnikar wieder zurück in Frankfurt, zuvor trainierte sie bereits ein paar Tage in Šmartno ob Paki, dem Dorf, aus dem sie stammt. Der Fußball ist in ihrer Familie fest verankert: Vater Bojan war jugoslawischer Nationalspieler und betreute außer der Auswahl seines Landes unter anderem von 2007 bis 2009 die Männer des damaligen Bundesligisten Energie Cottbus. Bruder Luka war ebenfalls Profikicker. Die zwölf Jahre jüngere Schwester zog als Kleinkind im Fernsehen Fußballspiele den Cartoons vor, die andere Dreijährige schauten. „Ich habe später auch andere Sportarten probiert“, erzählt sie. Handball oder Leichtathletik. „Aber meine Liebe gilt dem Fußball.“ Dass ihr mal beim „Fremdgehen“ das Nasenbein gebrochen wurde, verheimlicht sie nicht.

Als beeindruckend schnell, beidfüßig und flexibel wird die Offensivkraft gerne beschrieben. Teamkollegin Laura Freigang verglich sie sogar mit Bayern-Star Robert Lewandowski. Die so Gelobte lacht leicht, als sie das hört. Es sei sehr positiv, in einem Atemzug mit „einem der besten Fußballer der Welt“ genannt zu werden. „In der vergangenen Saison hat das mit der Torquote ganz gut gepasst“, sagt sie. In Frankfurt hofft die Fernstudentin im Bereich Touristik und Sportmanagement, diesen Eindruck noch bestätigen zu können.

Gemeinsam mit dem Vater, der sich die Spiele wenn nicht vor Ort, dann möglichst im Fernsehen oder Livestream ansieht, werden die Auftritte analysiert. Auch sonst ist der Fußballlehrer für seine Tochter, die bereits mit 17 in der A-Nationalmannschaft debütierte, erster Ansprechpartner, wenn um die Karriere geht. „Es ist wichtig für junge Sportler, dass sie jemand berät, der sie persönlich kennt“, sagt die Hobbyklavierspielerin. Und der dafür sorgt, dass sie bodenständig sind, „statt gleich hochzuspringen, um zu fliegen“.

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