Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für FR.de. Danach lesen Sie FR.de gratis mit Werbung.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf FR.de
  • Zum Start nur 0,99€ monatlich
  • Zugang zu allen Berichten und Artikeln
  • Ihr Beitrag für unabhängigen Journalismus
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Alexander Meier.
+
Alexander Meier.

Eintracht-Trainingslager in Belek

Warmlaufen am Taurus

  • Ingo Durstewitz
    VonIngo Durstewitz
    schließen

Die Eintracht Frankfurt reist mit Testspieler Karlo Primorac und ohne Faton Toski ins Trainingslager nach Belek. Von Ingo Durstewitz

Vor dem Abflug ins wohl temperierte Antalya (16 Grad, Sonnenschein, harmlose Schleierwölkchen, leichter Wind) hat Faton Toski, man muss das so sagen, mal wieder den Vogel abgeschossen. Der Mittelfeldspieler der Frankfurter Eintracht musste nämlich am frühen Morgen unverrichteter Dinge vom Abflughafen Köln-Bonn wieder zurück gen Frankfurt fahren, weil er schlichtweg seinen Personalausweis vergessen hatte. Keine Papiere, keine Einreise in die Türkei. Kann passieren, sollte nicht. Erst am Abend reiste Toski ins Trainingsquartier nach Belek nach, und Trainer Michael Skibbe kommentierte süß-sauer lächelnd: "Klar wird das ein paar Euro Strafe geben."

Toski ist erprobt in Fehltritten wie diesem, bereits im vergangenen Sommer musste er in Kärnten vorzeitig seine Zelte abbrechen, da er seinen Zivildienstantritt geschwänzt hatte. Sachen gibt´s.

Keine Verpflichtung von Diouf

Auch Marco Russ war nicht an Bord der Maschine, das hatte aber einen triftigen Grund. Der Verteidiger ist an einer Magen-Darm-Grippe erkrankt, er soll so schnell es geht nachreisen ans Mittelmeer. 25 Spieler hat Trainer Skibbe in Belek um sich geschart, darunter auch Testspieler Karlo Primorac von NK Osijek, der am frühen Montagabend unter Flutlicht erstmals mit den Mitstreitern übte. Ein weiterer Gastspieler wird wohl noch in die Türkei kommen, es soll sich um Rafik Djebbour handeln. Der Algerier, 25, spielt bisher für AEK Athen. Skibbe will auch ihm auf den Zahn fühlen.

Zerschlagen hat sich unterdessen eine Verpflichtung des Senegalesen Mame Biram Diouf, der von Manchester United bis Ende 2009 an den norwegischen Klub Molde FK ausgeliehen war. Die Eintracht hätte den 22-Jährigen gerne unter Vertrag genommen, doch ManU-Trainer Alex Ferguson winkte nach einem Gespräch mit dem Frankfurter Vorstandschef Heribert Bruchhagen ab. Diouf muss zurück nach Manchester.

Und so suchen die Frankfurter weiter tapfer einen Angreifer, um die "Dellen auszugleichen" (Skibbe), die durch den Ausfall der beiden langzeitverletzten Stürmer Ioannis Amanatidis und Martin Fenin entstanden sind. Gerade Fenin wirkt dieser Tage niedergeschlagen, auch zwei Operationen haben keine Linderung der Beschwerden an den Leisten erbracht. "Eigentlich dürfte ich keine Schmerzen haben, aber ich habe Schmerzen", sagt der Tscheche. "Keiner weiß, woran es liegt." So klingt Resignation.

Skibbe hat natürlich längst schmerzlich festgestellt, wie begrenzt die Auswahl an hochklassigem Personal im Angriff ist. "Die Durchschlagskraft in der Offensive fehlt, wir haben zu wenige hochkarätige Torchancen", hadert der Fußballlehrer. "Das ist unser großes Dilemma." Und doch wird die Eintracht nicht Hals über Kopf irgendeinen Stürmer unter Vertrag nehmen, Aktionismus verbietet sie sich. "Wir sind da gebrannte Kinder", bekundet Bruchhagen und erinnert an den Voll-Flop Leonard Kweuke, der im zurückliegenden Winter geholt wurde und sich als bundesligauntauglich erwies.

Bruchhagen will zwar die "Qualität im Angriff erhöhen", doch im Hinblick auf die beschränkten finanziellen Mittel des hessischen Bundesligisten dämpft er gleichzeitig die Erwartungen an den neuen Mann. "So einfach ist es nicht, einen zu bekommen, der sich klar gegen unsere Spieler durchsetzt. Wenn einer kommt, muss er auch erst einmal Liberopoulos oder Meier verdrängen." Bruchhagen wertet die Besetzung in vorderster Linie als Schlüssel des bisherigen Eintracht-Erfolges.

"Hevorragende Bedingungen"

Skibbe wird die Zeit an der türkischen Riviera nun dazu nutzen, seine Mannschaft auf die Rückrunde einzuschwören. Drei Einheiten pro Tag stehen auf dem Programm, ein morgendlicher Lauf bereits vor dem Frühstück. Einiger Schweiß wird fließen in der für Golffreunde und Fußballteams bekannten Region am Fuße des Taurus-Gebirges.

Der Trainer, zum fünften Mal in Belek, lobt die "ganz hervorragenden Bedingungen", die 40 professionelle Fußballmannschaften aus aller Herren Länder genießen dürfen. Die Eintracht teilt das Hotel mit dem Karlsruher SC, sehr zur Freude von Ex-KSC-Profi Maik Franz. Franz übrigens ist im jüngsten Heft des Fachmagazins Kicker überraschend auf den dritten Rang der Außenverteidiger-Rangliste gewählt worden.

"Ich habe vorsorglich alle Hefte aufgekauft", sagte der fünffache Eintracht-Torschütze. War, ganz klar, nur ein Jux.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare