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Luca Waldschmidt verdiente sich als Kurzarbeiter ein Sonderlob.
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Luca Waldschmidt verdiente sich als Kurzarbeiter ein Sonderlob.

Eintracht Frankfurt

Waldschmidt stark, Gerezgiher schwach

  • Ingo Durstewitz
    VonIngo Durstewitz
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Während Luca Waldschmidt nach seiner Einwechslung gegen Augsburg frischen Wind ins Spiel der Eintracht bringt, muss der unglücklich agierende Joel Gerezgiher bereits zur Pause weichen.

Luca Waldschmidt strahlte zwar nicht über beide Wangen, aber ein schüchternes Lächeln huschte im Gespräch mit den Reportern sehr wohl über sein Gesicht. Der Jungprofi der Frankfurter Eintracht war ganz zufrieden nach dem Remis gegen den FC Augsburg, an dem er maßgeblichen Anteil hatte. Okay, das Spiel der Eintracht fand auch der 19-Jährige nicht so dufte, eher zähflüssig und träge. „Ich denke, das geht sehr viel besser“, sagte er kurz. Aber seine persönliche Leistung war absolut in Ordnung, mehr noch: Sie war für die Kürze der Zeit ausgesprochen vielversprechend.

Sehr wahrscheinlich hätte Eintracht Frankfurt die Heimpremiere der neuen Saison völlig in den Sand gesetzt, wenn Luca Waldschmidt nicht nach 74 Minuten für den völlig matten Luc Castaignos in die zerfahrene Partie gekommen wäre.

Der Stürmer war sofort drin im Spiel, gleich seine erste Aktion gelang ihm, und mit seiner zweiten richtigen Ballberührung leitete er die bis dato größte Möglichkeit im zweiten Durchgang ein. Da chippte er den Ball haargenau in die Füße von Stefan Aigner, der von halbrechts aber recht weit verzog (78.). Trotzdem war das eine Art Hallo-Wach-Erlebnis, ein Signal für die so kopflos agierenden Hessen nach dem Motto: Vielleicht geht da doch noch was.

Der unbekümmerte und frische Waldschmidt war auch deshalb wichtig fürs Spiel, weil er unbedarft an die verfahrene Sache heranging, ihm die frustrierenden 75 Minuten zuvor nicht in den Knochen steckten. „Ich hatte gleich zwei, drei gute Bälle“, berichtete die Offensivkraft. „Da läuft es gleich besser, da ist man gleich im Spiel.“

Dann hat man auch die Chuzpe und zieht halt einfach mal in den Strafraum rein von außen, mit einem knackigen Sprint und kluger Ballführung, auch in dem Wissen, dass er nur noch schwer zu stoppen sein würde, wenn der Gegenspieler keinen Strafstoß riskieren will. Genauso kam es dann auch: Der Augsburger Daniel Baier blieb ihm lieber fern, der Eintracht-Youngster sauste in den Strafraum und passte den Ball punktgenau vor die Füße von Marco Russ, der nur noch einzuschießen brauchte, was nicht mehr sonderlich schwer war. „Ich habe die Lücke gesehen, bin reingestoßen, habe den Kopf hochgenommen, Marco gesehen und den Ball reingespielt.“ So beschrieb Waldschmidt die Szene, und so einfach kann Fußball zuweilen sein.

„Luca hat Mut gehabt“, lobte Trainer Armin Veh. „Das hat er richtig gut gemacht.“ Er wechselte den jungen Waldschmidt, der dem eigenen Stall entwachsen ist, vor Vaclav Kadlec ein, den viele sogar in der Anfangself erwartet hatten, der aber zum zweiten Mal nacheinander gar nicht zum Einsatz kam. Veh versuchte erst gar nicht, seine Entscheidung lang und breit zu begründen: „Ich habe Luca ihm vorgezogen.“ Kadlec vorher ebenfalls einzutauschen, war für Veh keine Option: „Einen Stürmer zu bringen, nur um einen Stürmer zu bringen – das macht keinen Sinn.“ Kadlec scheint jedenfalls wieder am Nullpunkt angelangt.

Waldschmidt sei zudem ein guter Einwechselspieler, schnell da, rasch auf Temperatur. „Und Joel ist auch gut, wenn er reinkommt.“ Joel Gerezgiher durfte am Samstag aber von Beginn an auflaufen, zum ersten Mal in der Bundesliga. Es war aber nicht der Nachmittag des 19-Jährigen. Ihm gelang nicht viel, er war kaum im Spiel, spielte Fehlpässe, wirkte fremd. Veh hatte die Hoffnung, dass er sich womöglich fangen würde. „Doch er kam nicht rein. Aber nach 20 Minuten nehme ich keinen 19-Jährigen raus“, sagte Veh. Gerezgiher musste zur Pause weichen. Das war nachvollziehbar.

Doch Veh wird zu ihm halten. „Wir haben gute Jungs, ich lasse sie nicht fallen. Ich gehe diesen Weg weiter. Ich werde da dranbleiben. Davon lasse ich mich nicht abbringen. Ich gebe ihnen wieder die Chance.“ Im Übrigen sei es ja so, dass „Joel auch keine Hilfe bekommen“ habe. An diesem Nachmittag war in der Tat jeder zu sehr mit sich selbst beschäftigt.

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