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Wird bald die Farben der Eintracht tragen: Ali Akman (Mitte) kommt von Bursaspor.
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Wird bald die Farben der Eintracht tragen: Ali Akman (Mitte) kommt von Bursaspor.

SGE

Eintracht Frankfurt verpflichtet großes Talent für die kommende Saison

  • Ingo Durstewitz
    vonIngo Durstewitz
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Die Erfolgsgeschichte von Eintracht Frankfurt hat ihren Anfang nach dem mutlosen Auftritt in Wolfsburg genommen.

Frankfurt - In der Rückschau ist für den Frankfurter Fußballgelehrten Adi Hütter das Duell in der Augsburger Puppenkiste der Knackpunkt gewesen, dort wendete sich das Blatt hin zum Guten. Dieser 2:0-Erfolg kurz vor Heiligabend war so etwas wie eine Befreiung. „Das war die Initialzündung“, sagt Hütter heute. Das ist korrekt, ohne dieses positive Erlebnis spät im alten Jahr hätte die Eintracht gewiss nicht diese imposante Serie mit 20 Punkten aus acht Spielen hingelegt, die sie nun sogar auf einen Champions-League-Platz gespült hat. In Augsburg hat sie sich die Selbstsicherheit und Bestätigung geholt, auf dem richtigen Weg zu sein.

Eintarcht Frankfurt: Wolfsburg als Wende

Doch um der Wahrheit genüge zu tun, gilt ebenso festzuhalten: Der eigentliche Hallo-Wach-Effekt setzte früher ein, es war der zahnlose Auftritt beim 1:2 in Wolfsburg, den die FR so betitelte: „Mutlos in die Pleite.“ Seinerzeit, Mitte Dezember, war Adi Hütter noch immer so etwas wie ein Suchender, seine Wunschformation hatte er nicht gefunden, er wechselte zwischen zwei Spitzen und einem Stürmer, die rechte Traute, der offensive Geist war ihm abhanden gekommen. In Wolfsburg gipfelte das in einer Aufstellung von acht eher defensiv denkenden Akteuren, davon drei im zentralen Mittelfeld. Es war ein Auftritt voller Zögerlichkeit und Passivität, im Anschluss mehrte sich die Kritik, nicht geharnischt, aber vernehmlich und begründet.

Es ist nicht überliefert, ob Hütter das Wolfsburg-Erlebnis als Wachrüttler empfunden hat. In jedem Fall korrigierte er einige Fehleinschätzungen und zog die richtigen Schlüsse, die bis heute wirken. So entschied er sich, André Silva als einzige Spitze aufzubieten und stellte ihm zwei spielstarke Akteure in den Halbpositionen an die Seite. Einer von beiden ist seitdem Amin Younes, der Unterschiedsspieler. Der kleine Wusler mit den fiesen Haken hat die Mannschaft in der Offensive auf ein anderes Niveau gehoben.

Eintracht Frankfurt: Jovic und Silva achten sich

Und: Hütter besetzte das defensive Mittelfeld mit zwei Spielern, die fußballerisches Rüstzeug mitbringen. Zu Beginn mit Djibril Sow und Sebastian Rode, mittlerweile mit Sow und Altmeister Makoto Hasebe. Apropos Hasebe: Nachdem der Coach den 37-Jährigen, den er auf die Bank verbannt hatte, wieder einbaute und ihn seit dem Leverkusen-Spiel am 2. Januar im defensiven Mittelfeld die Strippen ziehen lässt, hat das Spiel an spielerischer Klasse und Struktur gewonnen.

Zerstörer Stefan Ilsanker, der zuvor einen Stammplatz inne hatte und zeitweise zum Zankapfel wurde, weil die Binnensicht des Trainers nicht mit der Draufsicht von außen korrespondierte, sitzt seitdem draußen. Für ihn ist mit seinem rustikalen Spiel in der derzeitigen Ausrichtung kein Platz. Er akzeptiert das klaglos, als Typ ist der Routinier für die Mannschaft gleichwohl wichtig.

Hütter hat auch deshalb nach dem Wolfsburg-Spiel entsprechend (richtig) reagiert, weil er die Alternativen als gegeben ansah, will sagen: Spieler wie Younes hatte er zuvor behutsam aufgebaut und erst dann eingebaut, als er körperlich dazu in der Lage war, der Mannschaft auf diesem Niveau zu helfen. Auch Sow, in der vergangenen Saison noch eine große Enttäuschung, hat sich im Laufe der Zeit zum Leistungsträger gemausert, ist nicht mehr wiederzuerkennen. Und Silva ist in der Form seines Lebens, nie hat er mehr Tore geschossen, nie war er wertvoller. „Man hat gemerkt, da entwickelt sich was“, bekundete Sportvorstand Fredi Bobic bei Sky.

Dieser Ausrichtung ist Hütter seit acht Spielen treu geblieben, variiert nur in Nuancen. „Der Trainer“, urteilte Bobic, „macht einen überragenden Job.“ Die Systemfrage wird sich freilich dann stellen, wenn „der Weltklassestürmer“ (Hütter) Luka Jovic in Bälde so fit sein wird, um einen Platz in der Startformation zu beanspruchen. Das aber ist ein Luxusproblem. „Der Trainer wird dann sehen, ob er das System verändert“, sagte Bobic. Das liege auch an Jovic selbst. „Die Frage ist, wie schnell er zu alter Form finden kann. Luka muss aufholen, ist nicht bei 100 Prozent.“

Eintracht Frankfurt: Harmonie zwischen den Stürmern

Auffällig: Jovic und Silva harmonieren miteinander, schätzen und achten sich. Hahnenkämpfe, Konfliktpotenzial? Fehlanzeige. Noch eine glückliche Fügung nebenbei: Durch den Ringtausch von Bas Dost hin zu Jovic hat sich die Eintracht nicht nur sportlich um Längen verbessert, sondern auch atmosphärisch: Dost hätte die Bankrolle nicht klaglos akzeptiert, haderte im alten Jahr merklich mit seinem Reservistendasein.

Die neue Eintracht hat das Zeug dazu, in der Tabelle weit oben zu bleiben. „Wir sind angriffslustig“, sagte Bobic, die Mannschaft habe sich gefunden, die Darbietungen seien beeindruckend. „Das ist ein verdienter Lauf.“ Der in der Champions League enden könnte. „Wie Europa aussieht, werden wir sehen“, bedeutete Bobic vielsagend.

Im Sommer wird, wie berichtet, auch Ali Akman zum Team stoßen. Der 18 Jahre alte Türke kommt von Zweitligist Bursaspor und unterschreibt einen Vertrag bis 2025. „Wir haben eines der größten Talente im türkischen Fußball für uns gewinnen können“, sagte Bobic. Der Angreifer sei von zahlreichen Klubs umworben gewesen, darunter nicht nur vom VfL Wolfsburg, sondern auch von Manchester United. Entschieden hat er sich für Eintracht Frankfurt – auch keine ganz schlechte Adresse mehr.

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