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Johannes Flum wird wohl auch gegen den HSV auf der Bank sitzen.

Eintracht Frankfurt - Hamburger SV

Vorstand setzt Eintracht-Spieler unter Druck

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    Ingo Durstewitz
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Neues Denken bei den Verantwortlichen von Eintracht Frankfurt: Der Blick geht in der Tabelle von nun an klar nach oben.

Dieser Tage hat sich der Frankfurter Vorstandsvorsitzende Heribert Bruchhagen erstaunlicherweise weit aus dem Fenster gelehnt. Dem HR sagte er nämlich, dass „unser Blick ganz klar nach oben“ gehe. „Ich erhoffe mir, dass wir aus den nächsten Spielen gegen Gegner, die mit uns auf Augenhöhe sind, so viele Punkte holen, um die Chance auf Platz sechs und sieben wieder zu haben. Das muss unser Ziel sein.“

Diese öffentliche Aussage des Klubchefs ist in zweierlei Hinsicht ungewöhnlich. Zum einen, weil Bruchhagen eher zur realistischen Skepsis neigt, und andererseits, weil die jüngsten Leistungen von Eintracht Frankfurt nicht unbedingt Anlass zu überschwänglicher Zuversicht geben.

Doch offensichtlich hat es in der Frankfurter Führungsetage in den Tagen nach der Mainz-Niederlage ein Umdenken gegeben. Die sportlich Verantwortlichen haben den Druck auf die Mannschaft erhöht. Das Team soll sich nicht hinter einer Zielvorgabe „gesichertes Mittelfeld“ verstecken. Die Spieler sollen Farbe bekennen. Eintracht Frankfurt will noch einmal angreifen und vor allem sich nicht den Vorwurf gefallen lassen, eine Chance leichtfertig vergeben zu haben.

Schaaf ignoriert Flum weiter

Denn in der Tat sind die nächsten fünf Spiele – HSV (H), Köln (A), Paderborn (H), Stuttgart (A), Hannover (H) – machbar und von großer Bedeutung für den weiteren Saisonverlauf. Und wenn es schon nicht nach oben gehen sollte, dann soll der Klub zumindest nicht mehr in unmittelbare Abstiegsgefahr geraten. „Es wäre fatal, wenn wir in unseren Heimspielen gegen Hamburg und Paderborn nicht entscheidende Punkte holen, um den gesicherten Mittelfeldplatz zu halten“, führte Bruchhagen noch an.

Gerade vor diesem Hintergrund war es den Verantwortlichen wichtig, in dieser Woche nicht „einfach zum normalen Tagesgeschäft überzugehen“, wie Trainer Thomas Schaaf am Tag vor dem HSV-Spiel (Samstag, 18.30 Uhr) sagte. Er wollte zwar „nicht bejahen“, dass Feuer unterm Dach war, stattdessen sprach er von „einer Unzufriedenheit“, und es sei wichtig, dass „diese Unzufriedenheit da ist“. Schaaf erwartet eine Reaktion von seinem Team.

Vor dem Spiel unter Flutlicht – „Licht an und ab geht die Post“ (Schaaf) – ist noch die Frage offen, wer neben Alexander Meier stürmt. Erster Anwärter dürfte der offensive Mittelfeldspieler Sonny Kittel sein. Der Einsatz des am Kreuzband operierten Nelson Valdez kommt zu früh, im besten Fall kann der Paraguayer nach zwei Wochen Training mit einem Platz im Kader liebäugeln. Denkbar ist freilich auch, dass Schaaf sein System ändert und lediglich mit einer Spitze (Meier) beginnt und Marco Russ neben Makoto Hasebe ins defensive Mittelfeld stellt. Marc Stendera würde dann die klassische Zehner-Position bekleiden. Das hätte den Vorteil, dass die Hessen einen Mann mehr im Mittelfeld hätten, vielleicht würde das auch der Abwehr helfen.

Auch dieses Mal darf Johannes Flum nicht mit einem Einsatz in der Anfangsformation rechnen. Die Begründung, die Thomas Schaaf gestern gab, war eher verwunderlich. Flum habe lange nicht „normal trainieren“ können, er sei „durch Verletzungen rausgerissen“ worden, habe seinen Rhythmus noch nicht gefunden. Tatsächlich trainiert Flum, anders als Valdez, seit drei Monaten bis auf ein, zwei Ausnahmen durchgängig mit.

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