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Meldet er sich heute erholt zurück? Makoto Hasebe.
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Meldet er sich heute erholt zurück? Makoto Hasebe.

Eintracht Frankfurt

Vorsicht, Umbauarbeiten!

  • Thomas Kilchenstein
    VonThomas Kilchenstein
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Eintracht Frankfurt will Maßnahmen einleiten, um sich aus der Krise zu befreien. Unpopuläre Entscheidungen sind dabei durchaus möglich.

Am heutigen Dienstag wird Makoto Hasebe seine schöpferische Pause beendet haben und mit den jüngst so sehr ins Mark getroffenen Eintracht-Profis den sauberen Flachpass üben. Es steht zu hoffen, dass der zuletzt recht schlappe Japaner die Auszeit genutzt hat, sich wieder in Vollbesitz seiner Kräfte zu bringen. Eintracht Frankfurt kann derzeit jeden Mann gebrauchen.

Es wird eine interessante Trainingswoche geben, so viel steht fest. Trainer Armin Veh wird die jüngst so grandios gescheiterte Mannschaft neu aufstellen müssen, wird eine andere Herangehensweise formulieren und wird personelle Veränderungen vornehmen (müssen). Auf „mehr Sicherheit und Kompaktheit“ wird er künftig Wert legen, das hat schon mal geklappt. Im Winter 2014, als die Hessen wegen der internationalen Auftritte zeitweilig in Abstiegsgefahr geraten waren, hat er ebenfalls ein wenig seine Spielphilosophie verleugnet und die Defensive gestärkt. Ob es wieder funktioniert? Der Grat ist schmal, auf dem Veh wandelt. Aber er hat keine andere Wahl, nachdem der erste Masterplan geplatzt ist.

Was wird sich dieses Mal ändern? Veh wird wohl nicht drumherum kommen, einen zweiten Sechser (Hasebe oder Flum oder Ignjovski) neben Stefan Reinartz einzubauen. Vieles spricht auch dafür, dass er es mit einer 4-2-3-1-Taktik versucht – auch wenn weiterhin ein gelernter Linksaußen fehlt. Es ist hinlänglich beschrieben worden, dass das Versäumnis, sich um Personal auf dem linken Flügel zu bemühen, die Eintracht jetzt doppelt und dreifach trifft. Nun rächt es sich auch, dass Veh in den bisherigen neun Spielen im Grunde lediglich auf 13, wenn man Flum und Chandler noch mitrechnen möchte, auf maximal 15 Spieler baute und ihnen das Vertrauen schenkte. Spieler wie Kadlec, Medojevic, Djakpa, Gacinovic oder Gerezgiher spielten bislang so gut wie keine Rolle.

Veh wird nicht umhin können, auf links eine (Not-)Lösung zu finden. Er wird Spieler wie Kadlec stark reden müssen, wird ihnen das Vertrauen schenken müssen. Auch wenn es nicht einfach wird. Und irgendwie hoffen, dass der Knoten platzt. Der Tscheche durfte in dieser Saison einmal, gegen Hertha Berlin, von Anfang an spielen, 56 Minuten lang. Er spielte nicht gut, vielleicht kein Wunder nach der langen Pause. Dann war er wieder außen vor, zuletzt nicht mal mehr im Kader.

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Und was ist eigentlich mit dem Millionen-Mann Mijat Gacinovic, der seit Saisonbeginn mittrainiert? Viel schlechter als die, die momentan spielen, kann der serbische U-20-Weltmeister auch nicht sein. Warum hat man ihn überholt geholt? Damit er in vielleicht zwei Jahren bundesligatauglich ist? Was ist mit Luca Waldschmidt? Veh sieht den Jungen zwar eher in der Sturmmitte, aber wenn links eine Vakanz ist, warum denn nicht? Gänzlich unter getaucht ist Joel Gerizgiher.

Es ist auch so, dass der Fußballlehrer – sicher aus guten Gründen – länger an einzelnen Spielern festhält als an anderen. Beispiel Marco Russ. Für der Innenverteidiger war bislang immer ein Plätzchen frei im Team – spätestens nach dem Gladbach-Spiel täte auch ihm mal eine Pause gut. Zambrano und Abraham stehen als Innenverteidiger-Pärchen parat. Auch Bastian Oczipka, der sich mit seiner lancierten Nationalmannschafts-Bewerbung keinen Gefallen getan hat, wirkt aktuell alles andere als spritzig und voller Selbstbewusstsein. In Constand Djakpa stünde ein Vertreter schon parat. Veh wird zudem seine Offensive umbauen müssen. Es ist nicht wahrscheinlich, dass Luc Castaignos seinen Platz in der Spitze behalten wird. Dazu hilft er der Mannschaft zu wenig, wenn er kein Tor schießt. Seferovic wird wohl in Hannover vorne auf sich gestellt bleiben, Meier dahinter lauern.

Zu viele außer Form

Was die Aufgabe für Armin Veh erschwert, ist die Formschwäche etablierter Spieler. Hasebe wurde gar aus dem Betrieb genommen, Stefan Aigner kommt einfach nicht ins Rollen, auch Stefan Reinartz, der eigentlich das Team leiten soll, schwimmt nach anfänglich starken Partien im Mittelmaß herum. Und Marc Stendera kann, unabhängig von seinem grundsätzlichen Problem mit dem Tempo, das Spiel der Eintracht (noch) nicht so prägen, wie es erforderlich wäre. Nur am Rande sei erwähnt: Wie viele Torchancen hat sich Eintracht Frankfurt seit dem 6:2 gegen Köln herausgespielt? War es eine Handvoll? In vier Spielen.

Es gibt also eine Menge zu tun. Veh ist jetzt gefordert, womöglich auch unpopuläre Entscheidungen zu treffen, um die Talfahrt zu stoppen. Das Gute daran ist, dass die Eintracht die Krise zu einem frühen Stadium der Saison ereilt hat. Eine Kurskorrektur ist möglich. Man muss es aber auch tun.

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